Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Pille danach

Frauenärzte lehnen rezeptfreie "Pille danach" ab

07.03.2013 | 18:14 Uhr
Frauenärzte lehnen rezeptfreie "Pille danach" ab
Führende Gynäkologen sprechen sich gegen die rezeptfreie "Pille danach" aus. Notfallverhütung könne in Deutschland jeder rechtzeitig bekommen.Foto: dapd

Düsseldorf.  Die rezeptfreie "Pille danach" soll es in Deutschland auch weiterhin nicht geben. Führende Gynäkologen sprachen sich auf einer Fachtagung strikt gegen eine Einnahme ohne ärztliche Beratung aus. Mithillfe eines neuen Präparats können Frauen im Notfall auch noch fünf Tage später verhüten.

Führende Gynäkologen sind gegen eine rezeptfreie Ausgabe der "Pille danach". Frauen, die diese Notfallverhütung wollten, könnten sie in Deutschland rechtzeitig bekommen und sollten außerdem vorher beraten werden, sagte der Präsident des gynäkologischen Fortbildungskongresses FOKO, Werner Harlfinger, am Donnerstag.

Mit dem neuen Präparat Ulipristalacetat (Ellaone) habe eine Frau mit fünf Tagen auch ein "relativ langes Zeitfenster" für die Einnahme. "Aber natürlich ist es immer günstiger, sie so früh wie möglich zu nehmen", sagte Harlfinger, der auch Vorsitzender der Frauenärzte in Rheinland-Pfalz ist. Eine ärztliche Beratung sei dabei unerlässlich.

SPD und Grüne wollen "Pille danach" ohne Rezept durchsetzen

SPD und Grüne wollen über den Bundesrat durchsetzen, dass Frauen die "Pille danach" ohne Rezept bekommen können - wie in anderen EU-Ländern. Auch der Beratungsverband pro familia fordert einen einfacheren Zugang zur "Pille danach". Nach Einschätzung Harlfingers ist die Notfallverhütung häufig aber gar nicht notwendig. Zunächst müsse eine Zyklusanamnese gemacht werden.

Vergewaltigungsopfer
Junge Frau abgewiesen? Staatsanwaltschaft ermittelt

Unterlassene Hilfeleistung? Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen das St. Franziskus-Hospital, weil dieses ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer möglicherweise abgewiesen haben soll. Die Klinik verteidigt sich: Die Frau sei an eine Spezialklinik verwiesen worden.

Harlfinger begrüßt Kehrtwende der katholischen Bischöfe

Auch über die Gefahren bei der Notfallverhütung wie das Thromboserisiko und die hohe Hormonmenge des Präparats müsse die Frau aufgeklärt werden. Zugleich forderte Harlfinger, die Preise für die "Pille danach" zu senken.

Harlfinger begrüßte die Kehrtwende der katholischen Bischöfe . Die Bischofskonferenz hatte katholischen Kliniken erlaubt, vergewaltigten Frauen die "Pille danach" zu geben, wenn dadurch lediglich die Befruchtung verhindert wird. Die Kirche reagierte damit auf Proteste nach der Abweisung eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers an zwei katholischen Kliniken. (dpa)



Kommentare
08.03.2013
12:51
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.03.2013
22:06
Frauenärzte lehnen rezeptfreie
von fogfog | #1

seit wann haben irgendwelche doktoren das zu entscheiden??

Aus dem Ressort
Die meisten Patienten würden ihr Krankenhaus weiterempfehlen
Krankenhäuser
Im Schnitt würden 82 Prozent der stationär Behandelten ihr Krankenhaus weiterempfehlen. Das zeigt eine Umfrage von drei großen Krankenkassen. Doch es gibt auch starke Abweichungen. Die privat betriebene Helios Klinikum in Duisburg etwa rangiert ganz unten.
Endlich wieder bewegen ohne Schmerzen!
Medizin
Helene Bollig (76) hatte lange gezögert, bis sie sich zu den Operationen entschloss. Zwei verschlissene Hüftknochen bereiteten der Krefelderin Qualen, bis sie sich Kunsthüften einsetzen ließ. Warum das keine Frage des Alters ist, berichtet der Endoprothetik-Experte Professor Dr. Karl-Dieter Heller...
Neue App klärt Milbenallergiker auf
Gesundheit
Milbenallergiker können sich eine neue App herunterladen. "MilbenCheck" wurde von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und der Universität Wien gemeinsam entwickelt.
Debatte um Cannabis-Freigabe
Gesundheit
Trend-Umkehr bei Cannabis - der Konsum nimmt nicht mehr ab, sondern steigt wieder an. Sollte man es also gleich freigeben? Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung schaltet sich in die Debatte ein.
Immer mehr XXL-Patienten für Transporter der Mendener ASB
Rettungsdienst
Wenn XXL-Patienten zu retten sind oder Krankentransporte für Schwergewichtige anstehen, dann gibt es kreisweit nur eins: den Schwerlast-Rettungstransporter des Mendener Arbeiter-Samariter-Bundes ASB. Dieses Fahrzeug war im ablaufenden Jahr so gefragt wie nie zuvor.
Umfrage
Der deutsche Beitrag zum Spenden-Song
 
Fotos und Videos