Forscher wollen mit Onlineprojekt Grippestatistik verbessern

Was wir bereits wissen
Das Robert-Koch-Institut sucht Mitwirkende für sein "GrippeWeb". Das Online-Projekt will schneller über Erkältungswellen Aufschluss geben.

Essen.. Laborbestätigte Fälle der Grippe müssen Ärzte an die Gesundheitsämter melden. Grippale Infekte und andere Atemwegserkrankungen sind in diesen Zahlen allerdings nicht enthalten. Einen Überblick darüber, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich aktuell an Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen und Fieber leiden, will das Robert-Koch-Institut (RKI) mit seinem Online-Projekt „GrippeWeb“ geben – mit Informationen direkt aus der Bevölkerung.

Dafür hat das Institut die Internetpräsenz grippeweb.rki.de eingerichtet. Dort können Nutzer wöchentlich angeben, ob sie unter Atemwegserkrankungen leiden und welche Symptome sie verspüren. „Das Besondere ist, dass wir so Ergebnisse bekommen, die über die offiziellen Meldestatistiken hinausgehen“, erklärt Infektionsepidemiologe Udo Buchholz, der das RKI-Projekt betreut. Insgesamt habe das Projekt aktuell zirka 9000 Teilnehmer, von denen 4500 regelmäßig an der Umfrage teilnehmen würden.

Atemwegserkrankungen besonders bei 5 bis 14-Jährigen

Zwischen dem 2. und 8. Februar haben 8,6 Prozent der Teilnehmenden angegeben unter einer Atemwegserkrankung zu leiden. Bei 3,3 Prozent ist auch Fieber im Spiel. Etwas mehr als 3000 Menschen haben in diesem Zeitraum bei der Befragung mitgemacht. Die Ergebnisse könnten sich noch verändern, sagt Buchholz, weil Nutzer bis zu vier Wochen nachträglich ihre Symptome schildern können.

Grippewelle Im Vergleich zur Vorwoche sind die Zahlen minimal gesunken. Zwischen dem 26. Janunar und 1. Februar waren laut GrippeWeb 9,3 Prozent erkrankt. „Das heißt aber nicht, dass wir den Höhepunkt schon hinter uns haben“, sagt Buchholz. Die Statistik zeige, dass aktuell besonders die Altersgruppe der 5 bis 14-Jährigen von Atemwegserkrankungen betroffen sei. „Die tragen das häufig an ihre Eltern weiter. Es kann also sein, dass wir bei der nächsten Erhebung wieder einen Anstieg verzeichnen“, sagt Buchholz.

Forscher wollen Querschnitt der Bevölkerung abbilden

Das Projekt werde gut angenommen, auch die „Treuerate“ der Teilnehmenden sei zufriedenstellend. Etwa 3000 Nutzer gäben fast jede Woche an, ob sie gesund oder erkrankt seien. Für den Erfolg des Projektes sei es wichtig, dass die Nutzer sich nicht nur melden, wenn sie gerade krank sind, sondern auch angeben, wenn sie keine Beschwerden verspüren.

Gesundheit Laut Buchholz könne die Befragung einen ungefähren Querschnitt der Bevölkerung abbilden. „Dadurch dass Eltern für ihre Kinder Krankheiten melden, haben fast alle Altersgruppen abgedeckt.“ Lediglich die Gruppe der über 60-Jährigen sei unterrepräsentiert. Zudem entspreche die Nutzerzahl in den jeweiligen Bundesländern in etwa dem Verhältnis der Einwohnerzahl der Länder zu der Gesamtbevölkerung. Rund 20 Prozent der Nutzer kämen aus NRW, was dem Anteil NRWs an der Gesamtbevölkerung entspreche.

Verlosung als Belohnung für die Teilnehmer

Als Belohnung für die Teilnehmer verlost das RKI alle drei Monate Preise wie Notebooks und mobile Mediaplayer.

Wie sich am GrippeWeb-Projekt beteiligen kann: Interessierte registrieren sich mit ihrer E-Mail-Adresse und einem Passwort. Dann bekommen sie innerhalb 20 Minuten eine Antwort mit einem Link zu Freischaltung ihres Kontos. Der Link leitet Nutzer zum Grippe-Web-Portal, wo man sich vor jedem Eintrag mit Email-Adresse und Passwort anmelden muss. Bei der Erstanmeldung werden noch Alter, Geschlecht und Wohnort erfragt.