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Genanalyse

Forscher hoffen auf neue Medikamente gegen Speiseröhren-Krebs

26.03.2013 | 14:45 Uhr
Forscher hoffen auf neue Medikamente gegen Speiseröhren-Krebs
Ein Forscherteam knackte den genetischen Code von Krebszellen von Patienten mit Speiseröhren-Krebs.

Paris.  Die Zahl der Speiseröhren-Krebsfälle ist in den vergangenen drei Jahrzehnten drastisch gestiegen. Nun haben Forscher der Harvard Medical School veränderte Gene in den Krebszellen entdeckt und hoffen, mit den Ergebnissen neue Therapien entwickeln zu können.

Wissenschaftler hoffen auf einen Durchbruch bei der Bekämpfung von Speiseröhren-Krebs: Ein Forscherteam aus den USA knackte den genetischen Code von Krebszellen von 149 Patienten und fanden im Vergleich mit gesunden Zellen 26 veränderte Gene, wie der Ko-Autor der Studie, Adam Bass, von der Harvard Medical School der Nachrichtenagentur AFP sagte. Nun hoffen die Wissenschaftler auf neue, passgenauere Medikamente für diese tödliche und immer häufiger auftretende Krankheit.

Die Überlebensrate über eine Dauer von fünf Jahren liegt bei Speiseröhren-Krebs lediglich bei 15 bis 20 Prozent. Der Krebs geht oft auf eine Krankheit (Barrett-Ösophagus) zurück, die mit chronischem Säure-Rückfluss aus dem Magen zusammenhängt. In den vergangenen 30 Jahren stieg die Zahl der Speiseröhren-Krebsfälle der Studie zufolge um 600 Prozent an, vor allem in westlichen Industrienationen. Etwa 15.000 Menschen sterben jedes Jahr allein in den USA an dem Krebs, weltweit sind es 400.000.

Verursacht Säure-Rückfluss DNA-Schaden?

Die größte je vorgenommene Genanalyse zu dem Krebs hat nun die Gen-Mutationen zu Tage gefördert. "Diese Veränderungen zu finden, hilft uns zu verstehen, wie der Krebs funktioniert", sagte Forscher Bass. "Es kann uns auch helfen, neue Therapien zu finden." Er fügte hinzu: "Wir fanden 26 Gene, die zu dieser Art Krebs führen könnten. " Es werde vermutet, dass der Säure-Rückfluss eine spezielle Form von DNA-Schaden anrichten könnte. Wenn dies der Fall sei, dann könnten neue Ansätze zur Vermeidung des Krebses oder zumindest zu dessen früherer Erkennung entwickelt werden. (afp)



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