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Rückenprobleme

"Formetric-System" hilft bei der Analyse der Wirbelsäule

03.07.2012 | 05:45 Uhr
Funktionen
Das "formetric-System" besteht aus einer Videokamera und einem Projektor.Foto: Diers

Essen.  Eine neue Methode soll helfen, um Verformungen der Wirbelsäule aufzudecken: "Formetric-System" kommt ohne Strahlenbelastung aus und erfasst in 40 Millisekunden Form und Lage der Wirbelsäule in dreidimensionaler Ansicht. Auch Zahnärzte und Schuhtechniker können von der Methode profitieren.

Ob bei Beckenfehlstellung, Wirbelsäulenverkrümmung oder Muskelverkürzungen – wenn der Rücken Probleme macht , können Ärzte mit einem detaillierten Blick auf die Wirbelsäule Ursachenforschung betreiben und die individuell passende Behandlung festlegen. Bislang war zu diesem Zweck eine Röntgenaufnahme notwendig. Doch eine neue Methode kommt ganz ohne unnötige Strahlenbelastung aus und erfasst in 40 Millisekunden Form und Lage der Wirbelsäule in dreidimensionaler Ansicht.

Das so genannte formetric-System des Herstellers Diers besteht dem Deutschen Orthopäden-Verband zufolge aus einer Videokamera und einem Projektor. Stellt sich der Patient in etwa zwei Metern Entfernung vor das Gerät, wirft der Projektor parallele dreidimensionale Messlinien auf die Rückenoberfläche. Diese werden von der Videokamera aufgenommen und an den Computer weitergegeben. Eine entsprechende Software wertet die gemessenen Daten dann aus und ermittelt so die gesamte Form des Rückens, der Wirbelsäule und die Stellung des Beckens. Auf diese Weise werden bereits geringe Verformungen der Wirbelsäule und Asymmetrien der Körperoberfläche sichtbar und auch kleinste Verbesserungen durch therapeutische Maßnahmen erfasst.

Das Gerät erfasst bereits kleinste Veränderungen

Im Gegensatz zu einfachen 3D-Messverfahren, bei denen nur einzelne Messpunkte auf der Haut bestimmt werden, erfasst das System die komplette Form und das Gesamtvolumen des Rückens . Neben einer Einzelaufnahme ist es auch möglich, mit 10.000 Messpunkten den Bewegungsablauf des gesamten Körpers zu analysieren – beispielsweise auf einem Laufband oder Stepper.

Abgesehen von Rückenproblemen können mit dem Gerät auch andere Körperstellen genau analysiert werden. Auch für Zahnärzte und Kieferchirurgen oder Schuhtechniker ist das Verfahren geeignet. So können beispielsweise dank einer Simulationsplattform für passgenaue Schuheinlagen auch Beinlängendifferenzen und Fußfehlstellungen millimetergenau bestimmt werden.

Verfahren ist auch für Schwangere geeignet

Besonders ideal ist dieses strahlenlose und berührungsfreie Verfahren für Menschen, denen die Belastungen einer Röntgenuntersuchung nicht zuzumuten wäre. So können beispielsweise Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter, aber auch Schwangere ganz ohne gesundheitliche Gefahren auf mögliche Erkrankungen des Bewegungsapparats untersucht werden.

Zwar wird diese neuartige Methode hierzulande bereits in vielen Kliniken und Arztpraxen eingesetzt. Doch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher noch nicht.

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Anika Lautz

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