Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Kinder-Lebensmittel

Foodwatch kritisiert hohen Zuckergehalt in Frühstücksflocken für Kinder

20.09.2012 | 05:45 Uhr
In jedem zweiten Frühstücksflocken-Produkt für Kinder stecken mehr als 30 Prozent Zucker.Foto: dapd

Berlin.  Die Verbraucherorganisation Foowatch hat den hohen Zuckergehalt von Frühstücksflocken für Kinder kritisiert. Jedes zweite Produkt enthalte rund 30 Prozent Zucker, vertretbar seien aber maximal zehn Prozent. Deshalb fordert Foodwatch nun eine gesetzliche Grenze gegen "Zuckerbomben".

Frühstücksflocken für Kinder enthalten einer Untersuchung der Verbraucherorganisation Foodwatch zufolge fast ausnahmslos zu viel Zucker. In jeder zweiten Packung steckten mindestens 30 Prozent Zucker, teilte Foodwatch am Mittwoch in Berlin mit. Vier von fünf Produkten haben demnach noch einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent. Einen Zuckeranteil von unter zehn Prozent wiesen laut Untersuchung nicht einmal sechs Prozent der Produkte auf.

Für seinen "Marktcheck" nahm Foodwatch insgesamt 143 Produkte unter die Lupe, die mit Aufmachung und Werbung gezielt Kinder ansprechen. "Frühstücksflocken für Kinder sind in der Regel schlicht Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich", erklärte Oliver Huizinga, bei Foodwatch für die Kampagne abgespeist.de verantwortlich.

"Mehlpampe und Zucker"

Aus einem "eigentlich ausgewogenen Produkt " habe die Industrie "ein billiges Gemisch aus Mehlpampe und Zucker gemacht". Für die Industrie seien "die Flocken mit der billigen Zutat Zucker ein einträgliches Geschäft". Für die Gesundheit von Kindern seien sie jedoch fatal.

Laut Foodwatch gelten in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder als zu dick, sechs Prozent sogar als fettleibig. In dem Test schnitten nicht nur die Produkte von Markenherstellern, sondern auch die Angebote von großen Supermarkt-Ketten schlecht ab, die über ihre Eigenmarken Frühstücksflocken verkaufen. Auch im Bio-Bereich haben fast 60 Prozent der Produkte einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent, wie Foodwatch bemängelte. Bio-Produzenten zeigten aber auch, dass es möglich sei, "ausgewogene Frühstücksflocken für Kinder mit weniger als zehn Prozent Zucker anzubieten".

Gesetzlich Zuckergrenze gefordert

Die Verbraucherorganisation forderte gesetzliche Mindestanforderungen für Kinder-Frühstücksflocken: Nur Produkte mit einem maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent dürften an Kinder vermarktet werden, erklärte Foodwatch. "Eine Zuckergrenze muss gesetzlich festgelegt werden - denn von sich aus werden die Hersteller nicht aufhören, Kinder mit Zuckerbomben zu ködern", erklärte Huizinga. (AFP)

Video
New York, 14.09.12: Im Kampf gegen Fettleibigkeit verbannt die US-Metropole XXL-Softdrink-Becher aus Restaurants und Fast-Food-Lokalen. Mengen von mehr als 0,47 Liter Cola und anderen stark gesüßten Getränken gibt es ab Frühjahr nur noch im Laden.


Kommentare
Aus dem Ressort
Kliniken werden künftig stärker nach Qualität bezahlt
Krankenhausreform
Den Krankenhäusern fehlen Milliardensummen für Gebäude und Ausrüstung. Woher soll das Geld kommen? Bund und Länder stehen vor harten Verhandlungen. Patienten sollen von mehr Qualität profitieren.
Sohn einer Patientin kritisiert Pflege in Gladbecker Klinik
St.-Barbara-Hospital
Die Verantwortlichen im Gladbecker St.-Barbara-Hospital sehen sich massiven Vorwürfen eines Patientenangehörigen ausgesetzt. Er macht sie verantwortlich für schlechte Pflege, weil die Stationen unterbesetzt und die Pfleger überfordert seien. Jetzt hat er sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Wie viel Natur steckt tatsächlich in ökologischer Kosmetik?
Beauty
Feuchtigkeitsfluid für den Mann, Rasierschaum für die Frau – Hersteller von Naturkosmetik bringen eine immer größere Auswahl auf den Markt, der im letzten Jahr im Vergleich zu 2012 um zehn Prozent gewachsen ist. Doch nicht in allen Produkten sind ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe.
Männer meiden wichtige Prostatakrebs-Vorsorge oft aus Angst
Krebsvorsorge
Prostatakrebs-Vorsorge? Da gruselt es die meisten Männer schon beim bloßen Gedanken: rektale Tastuntersuchung, rätselhafter PSA-Wert, und dann drohen vielleicht noch Biopsien. Muss das eigentlich sein? Hier erfahren Sie, welche Untersuchungen wirklich notwendig sind.
So schützen Sie sich vor gefährlichem Feinstaub
Luftqualität
Das Umweltbundesamt warnt vor einer hohen Feinstaub-Belastung in deutschen Städten. Denn die von der EU vorgegebenen Werte werden immer wieder überschritten. Feinstaub ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Warum die Partikel so gefährlich sind und wie man sich schützen kann, erfahren Sie hier.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Fotos und Videos