Fast 12.000 neue Grippe-Kranke in nur einer Woche gemeldet

Die Grippewelle schwappt wieder über Deutschland und hinterlässt einen beachtlichen volkswirtschaftlichen Schaden.
Die Grippewelle schwappt wieder über Deutschland und hinterlässt einen beachtlichen volkswirtschaftlichen Schaden.
Foto: Axel Heimken/dpa
Was wir bereits wissen
Die Grippewelle rollt weiter. Fast 12.000 neue Grippe-Kranke wurden in der vergangenen Woche gemeldet. Das Robert Koch-Institut hofft auf die Wende.

Essen.. In der laufenden Influenza-Saison sind bis Ende Februar bundesweit 38 455 Fälle gemeldet worden, wie aus den jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Allein in der neunten Kalenderwoche (23.2. bis 1.3.) kamen fast 12 000 neue Grippe-Meldungen hinzu, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Mittwoch mit.

Allerdings stieg die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen nicht mehr weiter an. Das ist für die Grippe-Forscher ein erster Hinweis darauf, dass die Welle ihren Höhepunkt erreicht hat. Bisher wird aber weiterhin für alle Regionen eine stark erhöhte Grippe-Aktivität gemessen. Die meisten neuen Virusnachweise gab es mit rund 4500 Meldungen in Süddeutschland und rund 4300 in Ostdeutschland.

2,2 Milliarden Euro Schaden

Wegen der aktuellen Grippewelle könnte nach Berechnungen von Wirtschaftsforschern ein gesamtwirtschaftlicher Schaden von bis zu 2,2 Milliarden Euro entstehen. Als Folge der vielen Krankheitsfälle könne das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent zurückgehen, sagte Konjunkturexperte Torsten Schmidt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) am Mittwoch.

Dabei sei man davon ausgegangen, dass 20 Prozent der Bevölkerung erkranken, sagte Schmidt. Die Forscher hätten eine durchschnittliche Fehlzeit von jeweils fünf Tagen pro Beschäftigten angenommen. Bei der letzten großen Grippewelle 2012/2013 habe die Quote der Erkrankten bei 25 Prozent gelegen.

Durch Impfung Schaden vermeiden

Durch die aktuellen Berechnungen müsse die Konjunkturprognose des Instituts jedoch nicht korrigiert werden, meinte Schmidt. Das RWI war zuletzt für 2015 von einem erwarteten BIP-Wachstum von 1,5 Prozent ausgegangen. Mit einer flächendeckenden Impfung der Bevölkerung ließe sich jedoch mehr als die Hälfte des errechneten volkswirtschaftlichen Schadens vermeiden, meinte Schmidt. (dpa)