Experte rät zu Sport trotz Rheuma-Erkrankung

Bei einer rheumatoiden Arthritis, der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung, greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe in den Gelenken.
Bei einer rheumatoiden Arthritis, der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung, greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe in den Gelenken.
Foto: imago stock&people
Was wir bereits wissen
Nicht alle Sportarten sind für Rheumapatienten geeignet, doch Patienten, die vollständig auf Bewegung verzichten, drohen Folgeschäden. Professor Bernd Kladny meint: "Viele Patienten neigen dazu, sich körperlich mehr als notwendig zu schonen".

München.. Sport kann die Behandlung rheumatischer Erkrankungen sinnvoll unterstützen. Das gilt laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) auch nach einem Gelenkersatz. Gut geeignet sind vor allem Radfahren, Schwimmen, Wandern und Tanzen oder auch Nordic Walking. Wichtig ist, den Sport regelmäßig zu betreiben.

Optimal für Rheumapatienten sind zweieinhalb Stunden Bewegung und Ausdauertraining pro Woche. Dagegen sollten Sportarten mit unkontrollierbaren Drehbewegungen und Stoßbelastungen vermieden werden, da sie die Gelenke schädigen können. Auf Ballspiele und Springsportarten sowie Wettkampfsport und Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko sollten Rheumapatienten deshalb meiden. Aber: "Viele Patienten neigen dazu, sich körperlich mehr als notwendig zu schonen", berichtet Professor Bernd Kladny, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie/Unfallchirurgie an der mundi-Fachklinik Herzogenaurach.

Verlust an Muskelkraft und Koordination

Dies sei jedoch ein Fehler, so der Experte. Denn ohne Bewegung kommt es auf Dauer zu einem Verlust an Muskelkraft und Koordination. "Und wer körperlich nicht fit ist, hat im Alter ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen", erklärt Kladny. Bei einer rheumatoiden Arthritis, der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung, greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe in den Gelenken. (mp)