Erste Hinweise zu Ursachen der Darmbakterien-Infektion

Petra Gastmeier von der Berliner Charité hält es für unwahrscheinlich, dass die Infektionen durch mangelnde Hygiene der Mitarbeiter verursacht wurden.
Petra Gastmeier von der Berliner Charité hält es für unwahrscheinlich, dass die Infektionen durch mangelnde Hygiene der Mitarbeiter verursacht wurden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach dem Tod eines Neugeborenen durch eine Serratien-Infektion an der Berliner Charité sucht die Klinik nach den Ursachen. Die Leiterin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin, Petra Gastmeier, hält es für möglich, dass die Ursache der Infektionen bei einem Pflegemittel liegt, mit dem sich die Mütter gereinigt hatten.

Berlin. Bei der Suche nach den Ursachen für die Serratien-Infektion an der Berliner Charité gibt es offenbar erste Hinweise. "Wir haben einige interessante neue Spuren. Es gibt Ideen von Mitarbeitern, aber auch von außen herangetragen, was die Infektionsquelle sein könnte", sagte die Leiterin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Berliner Charité, Petra Gastmeier, am Dienstag im RBB-Inforadio.

Doch es müssten erst noch Proben gezogen werden. Gastmeier schloss nicht aus, dass die Ursache für die Infektionen bei einem Pflegemittel liegt, mit dem sich mehrere Mütter gereinigt hatten, bevor sie Milch für ihre Kinder abpumpten. Sehr unwahrscheinlich sei dagegen, dass die Keime durch mangelnde Desinfektionsmaßnahmen der Mitarbeiter auf der Station eingeschleppt wurden. Die Frühchen-Station an der Charité sei in dieser Hinsicht im Vergleich mit anderen derartigen Sationen vorbildlich, betonte Gastmeier.

Am vergangenen Samstag war bekannt geworden, dass Mitte Oktober ein Neugeborenes an den Folgen einer Infektion mit Serratienkeimen gestorben ist. Das Kind war nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité im Deutschen Herzzentrum in Berlin operiert worden. (dapd)