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Studie

Ernährung der Schwangeren beeinflusst Brustkrebs-Risiko der Enkelin

12.09.2012 | 08:45 Uhr
Ernährung der Schwangeren beeinflusst Brustkrebs-Risiko der Enkelin
Eine zu fettreiche Ernährung während der Schwangerschaft erhöht das Brustkrebsrisiko für die folgenden Generationen.Foto: Getty

Washington  Dass die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft Einfluss auf die Gesundheit des Kindes hat, ist hinlänglich bekannt. Nun belegt eine Studie US-amerikanischer Forscher, dass die Ernährung einer schwangeren Frau das Brustkrebsrisiko mehrerer Generationen beeinflussen kann. Ähnliches gilt bei der Einnahme von Östrogenpräparaten die gegen Komplikationen während der letzten Schwangerschaftswochen eingenommen werden.

Was eine schwangere Frau isst, kann das Brustkrebsrisiko ihrer Nachkommen noch über mehrere Generationen beeinflussen. Das legen Versuche nahe, die US-amerikanische Forscher mit Ratten durchführten. Erhielten Rattenweibchen während ihrer Schwangerschaft fettreiche Kost, erhöhte sich das Brustkrebsrisiko ihrer Töchter und Enkeltöchter um 55 bis 60 Prozent - obwohl sich diese normal ernährten.

Einen ähnlichen Effekt fanden die Wissenschaftler bei Östrogenpräparaten, wie sie gegen Schwangerschaftskomplikationen verabreicht werden: Bekamen Rattenweibchen in der letzten Schwangerschaftswoche zusätzliche Östrogene, reagierten sogar noch ihre Urenkelinnen 50 Prozent anfälliger gegenüber krebsauslösenden Substanzen. Das berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Communications".

Muster der DNA-Anlagerungen verändert

"Diese Studie demonstriert zum ersten Mal, dass sich ein Überschuss an Fett in der Ernährung oder an Östrogen gleich auf mehrere folgende Generationen auswirken kann", sagt Studienleiterin Leena Hilakivi-Clarke von der Georgetown University in Washington DC. Man habe zwar bisher schon gewusst, dass die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft einen Effekt auf die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes haben könne. Dass aber dieser Effekt sogar bis zu den Enkeln und Urenkeln vererbt werde, sei neu.

Weitergegeben wird die erhöhte Brustkrebs-Anfälligkeit nicht durch veränderte Gene, wie die Forscher berichten. Stattdessen verändere die fettreiche Ernährung der Mutter und ihr Östrogenstatus das Muster chemischer Anlagerungen am Erbgut des Kindes.

Brustkrebs - früh erkennen und behandeln

Veranlagung gelant über Eizellen in nächste Generation

Sitzt eine solche Anlagerung an der DNA, kann das dort liegende Gen nicht abgelesen werden. Die Lage und Dichte dieser auch als DNA-Methylierung bezeichneten Blockaden beeinflusst daher, welche Gene aktiv sind oder nicht. Bei den Nachkommen der fettreich ernährten oder mit Östrogenen behandelten Rattenweibchen stellten die Wissenschaftler zahlreiche Veränderungen in der DNA-Methylierung fest. An 214 Stellen im Erbgut trugen die Töchter, Enkelinnen und  Urenkelinnen zusätzliche Anlagerungen, an 161 anderen fehlten normalerweise vorhandene Genblockaden.

Diese Veränderungen hätten dazu geführt, dass das Brustgewebe dieser Tiere sensibler gegenüber krebsauslösenden Substanzen reagiere, berichten die Forscher. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten die Ergebnisse erklären, warum Brustkrebs oft auch dann in Familien gehäuft vorkommt, wenn bei den betroffenen Frauen keines der bekannten Brustkrebsgene mutiert ist. Durch die Ernährung oder Hormone der Mutter werde die DNA-Anlagerung bei den ungeborenen Töchtern verändert. Diese Veränderung finde auch in den Eizellen der Töchter statt. Über die Eizellen gelange die Veranlagung dann auch in die folgende Generation.

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