Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Ernährung

Erdbeeren und Heidelbeeren können Herzinfarkt-Risiko senken

16.01.2013 | 11:45 Uhr
Erdbeeren und Heidelbeeren können Herzinfarkt-Risiko senken
Erdbeeren schmecken nicht nur gut, sondern können auch das Risiko eines Herzinfarktes senken.Foto: dapd

Dallas.  Werden Erdbeeren und Heidelbeeren mindestens dreimal pro Woche verzehrt, können sie das Risiko eines Herzinfarktes deutlich senken. Dies ergab eine Studie, die Mediziner über 18 Jahre lang an 93.600 Frauen durchführten. Es sei nicht auszuschließen, dass andere Beerenarten ähnliche Effekte aufweisen, betonten die Forscher.

Drei Portionen Erdbeeren oder Heidelbeeren pro Wochen senken das Infarktrisiko für Frauen um ein Drittel. Ursächlich sind Inhaltsstoffe aus der Gruppe der sogenannten Anthocyane. Sie halten die Blutgefäße fit. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Circulation: Journal of the American Heart Association".

Erdbeeren und Heidelbeeren sind reich an Flavonoiden. Diese Gruppe von Pflanzeninhaltsstoffen erzeugt in der Regel die Blütenfarbe, hat aber weitere schützende Funktionen für die Pflanze. Eine Untergruppe der Flavonoide, die sogenannten Anthocyane, ist für die menschliche Ernährung von besonderer Bedeutung, wie Forscher um Eric Rimm von der Harvard School of Public Health in Boston berichten.

Verzehr in jungen Jahren verringert Risiko später im Leben

Anthocyane weiten der Studie zufolge Arterien, verhindern die Entstehung von Plaques in den Blutgefäßen und haben noch eine Reihe weiterer nützlicher Eigenschaften. "Wir haben gezeigt, dass der erhöhte Verzehr dieser Früchte bereits in jungen Jahren das Risiko eines Herzinfarkts im späteren Leben senken kann", sagt Leitautor Aedín Cassidy von der University of East Anglia in Norwich.

Die Mediziner führten eine Studie mit 93.600 Frauen zwischen 25 und 42 Jahren durch. 18 Jahre lang füllten die Teilnehmerinnen im Vierjahresrhythmus Fragebögen zu ihrer Ernährung aus. Im Verlauf der Studie erlitten 405 Frauen einen Herzinfarkt. Dabei stellte sich heraus, dass Teilnehmerinnen, die mindestens dreimal in der Woche Erdbeeren oder Heidelbeeren aßen, ein Drittel seltener betroffen waren als solche, die die Beeren höchstens einmal im Monat verzehrten. Der häufige Konsum anderer Früchte oder von Gemüse konnte den Effekt der Erdbeeren und Heidelbeeren nicht ausgleichen.

Weitere Beerenarten könnten ähnlich gesund sein

Die Mediziner schreiben, dass ihr Befund unabhängig sei von anderen Risikofaktoren wie Alter, Blutdruck, familiärer Krankengeschichte, Gewicht, Bewegung, Rauchen, Koffein- und Alkoholkonsum. Die Forscher konzentrierten sich bei ihrer Analyse auf Erdbeeren und Heidelbeeren, da diese Beerenarten in den USA besonders beliebt sind. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass weitere Beeren ähnliche Effekte hätten, betonen die Autoren.

Sie raten dazu, Beeren regelmäßig in eine ausgewogene Ernährung mit weiterem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten einzuschließen.

Zellalterung wird gebremst

Da Herzinfarkte besonders mit zunehmendem Alter und vor allem bei Männern auftreten, gibt es bislang wenige Studien, die untersucht haben, welchen Einfluss die Ernährung bei Frauen in jüngeren Jahren auf das spätere Krankheitsrisiko hat.

Bekannt war allerdings, dass Flavonoide einen größeren antioxidativen Effekt haben als beispielsweise Vitamin E und deshalb stärker die Zellalterung bremsen. Frühere Studien hatten zudem einen grundsätzlich positiven Einfluss der Pflanzenstoffe auf Herz-Kreislauf-Risiken gezeigt. (dapd)


Kommentare
Aus dem Ressort
Teure Sportlernahrung ist unnötig und ohne Effekte
Fitness
Egal ob Protein-Shake, Energy-Drink oder Fitnessriegel - solche Lebensmittel versprechen Sportlern eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen und einen schnelleren Muskelaufbau. Aber steigern sie wirklich die Fitness? Welche gesunden Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.
Kliniken werden künftig stärker nach Qualität bezahlt
Krankenhausreform
Den Krankenhäusern fehlen Milliardensummen für Gebäude und Ausrüstung. Woher soll das Geld kommen? Bund und Länder stehen vor harten Verhandlungen. Patienten sollen von mehr Qualität profitieren.
Sohn einer Patientin kritisiert Pflege in Gladbecker Klinik
St.-Barbara-Hospital
Die Verantwortlichen im Gladbecker St.-Barbara-Hospital sehen sich massiven Vorwürfen eines Patientenangehörigen ausgesetzt. Er macht sie verantwortlich für schlechte Pflege, weil die Stationen unterbesetzt und die Pfleger überfordert seien. Jetzt hat er sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Wie viel Natur steckt tatsächlich in ökologischer Kosmetik?
Beauty
Feuchtigkeitsfluid für den Mann, Rasierschaum für die Frau – Hersteller von Naturkosmetik bringen eine immer größere Auswahl auf den Markt, der im letzten Jahr im Vergleich zu 2012 um zehn Prozent gewachsen ist. Doch nicht in allen Produkten sind ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe.
Männer meiden wichtige Prostatakrebs-Vorsorge oft aus Angst
Krebsvorsorge
Prostatakrebs-Vorsorge? Da gruselt es die meisten Männer schon beim bloßen Gedanken: rektale Tastuntersuchung, rätselhafter PSA-Wert, und dann drohen vielleicht noch Biopsien. Muss das eigentlich sein? Hier erfahren Sie, welche Untersuchungen wirklich notwendig sind.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Fotos und Videos