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Ehec-Seuche - Behörde warnt vor Tomaten, Gurken und Salat

25.05.2011 | 15:36 Uhr
Ehec-Seuche - Behörde warnt vor Tomaten, Gurken und Salat

Essen.   Zwei Frauen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind am Mittwoch offenbar an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Als Ehec-Quelle ist jetzt Salat im Blick. Das Robert-Koch-Institut warnt vor rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten.

An den Folgen der Ehec-Seuche Erkrankte haben offenbar zuvor in auffallendem Maße Salat verzehrt. Das geht aus einer epidemiologischen Studie hervor, die das Robert Koch-Institut (RKI)gemeinsam mit den Hamburger Gesundheitsbehörden durchgeführt hat. Demnach hätten Erkrankte "signifikant häufig" rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalat verspeist als eine in dem Test herangezogene Gruppe gesunder Personen. Wie das RKI am Mittwochabend veröffentlichte, könnte demnach Salat Quelle der Ehec-Erkrankungsfälle sein. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass auch andere Infektions-Quellen in Frage kämen, heißt es in der Mitteilung des RKI.

Die Warnung richtet sich vor allem an die Bevölkerung in Norddeutschland, teilte das RKI mit: "Norddeutschland ist nach wie vor am stärksten betroffen. Daher ist denkbar, dass die kontaminierten Lebensmittel vorrangig dort vertrieben werden." Verbraucher sollten "über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh verzehren", heißt es in der Warnung des RKI.

Zwei weitere Todesopfer am Mittwoch

Unterdessen hat die Ehec-Seuche offenbar zwei weitere Todesopfer in Deutschland gefordert. In Niedersachsen starb eine 41-Jährige, die sich möglicherweise mit dem Keim infiziert hat. In Schleswig-Holstein erlag eine 89-jährige Frau der Krankheit. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer bundesweit auf vier.

Die 41-jährige Frau aus dem Landkreis Cuxhaven war wegen des durch den Ehec-Erreger verursachten sogenannten hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) behandelt worden und am Mittwoch gestorben, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium in Hannover mit. Das HUS ist die schwere Ausprägung der Krankheit, die zu Nierenversagen und Blutarmut führen kann. Die 89-Jährige starb im Krankenhaus Oldenburg ebenfalls an den Folgen von HUS, hieß es.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass in Niedersachsen und Bremen zwei Frauen vermutlich im Zusammenhang mit Ehec-Infektionen gestorben waren. Ein weiterer Todesfall durch Ehec, der ebenfalls am Dienstag gemeldet wurde, bestätigte sich indes nicht. Die Frau aus Schleswig-Holstein war nicht an der Infektion mit dem Erreger gestorben.

Viele schwere Fälle

Die Zahl der HUS-Fälle nimmt unterdessen zu . Bis zum Dienstagabend waren bundesweit 140 erkrankte Personen gemeldet, wie das zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. Am Dienstag waren dem RKI erst 80 HUS-Fälle bekannt gewesen. In NRW gibt es aktuell 23 HUS-Patienten.

Die hohe Zahl der schweren Fälle macht die Suche nach der Krankheitsquelle besonders dringlich. Doch die Forscher tappen weiter im Dunkeln bei der Suche nach der Ursache für die massenhafte Ausbreitung der Ehec-Seuche in Deutschland. Allerdings verdichten sich möglicherweise die Anzeichen dafür, dass abgepackter, vorbereiteter Salat dafür verantwortlich sein könnte.

Die Leiterin des Hamburger Großlabors Medilys, Susanne Huggett, sagte am Mittwoch in der ARD: „Im Moment sieht es so aus, als wenn Salatbars beziehungsweise vorbereitete Salate eine Rolle spielen. “ Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Noch gibt es dafür keine Beweise.

Vor allem Frauen und Jüngere haben sich mit dem Erreger infiziert. Für Susanne Huggett ein weiteres Indiz dafür, dass Salat als Krankheitsquelle in Frage kommen könnte. Denn gerade in dieser Gruppe ist Salat ein beliebtes Nahrungsmittel.

Der Präsident des Robert-Koch-Institutes Reinhard Burger sagte im Gesundheitsausschuss des Bundestages: „Es könnte Gemüse sein, das roh verwendet wurde.“ Dafür gebe es aber keine Belege.

Vorsichtmaßnahmen bei Kindern und Schwangeren

Schon in den Vortagen wurden rohes Gemüse oder Obst als mögliche Krankheitsverursacher genannt. Nach Vermutungen des NRW-Gesundheitsministeriums könnte belastete Gülle das Gemüse verseucht haben. Denn der Ehec-Erreger kommt im Darm von Wiederkäuern vor. Doch diese These ist nicht unumstritten.

Solange der Herd für die Ehec-Krankheit nicht gefunden ist, rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin Eltern zur Vorsicht . Sie sollten ihren Kindern vorerst kein rohes Gemüse zu essen zu geben. Eltern sollten außerdem darauf achten, wo das Essen in Kindertageseinrichtungen herkommt und ob das Gemüse dort gekocht wird. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte lieber selbst eine Brotdose für die Kleinen zurechtmachen. Allgemein gilt, so die Gesellschaft für Innere Medizin, dass Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich abgewaschen werden müssen. Wenn es geht, sollten sie gekocht werden. Denn der Keim stirbt ab, wenn er mindestens zehn Minuten bei über 70 Grad erhitzt wird.

Gleiches gilt für Schwangere . Auch sie sollten derzeit besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und eine Ansteckung vermeiden, so die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Schwangere sollten demnach auf Salat, rohes Obst und Gemüse verzichten. Nach Angaben der DGGG erhöhen durch Ehec-Infektionen ausgelöste Durchfallerkrankungen das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten.

Neben der Suche nach der Seuchenursache forschen die Mediziner derzeit intensiv an der Identifizierung des Erregers. „Wir haben ihn schon sehr weit eingegrenzt“, sagte Direktor des Instituts für Hygiene am UKM, Helge Karch, am Mittwoch. Es kämen nur noch zwei von insgesamt 42 bekannten Typen infrage. Es könne aber auch ein ganz neuer Typ des Erregers sein. Bis Ende der Woche wollen Karch und seine Kollegen den Erregerstamm identifiziert haben.

Der Ehec-Experte, der seit fast 30 Jahren an der Erforschung des Bakteriums arbeitet, geht davon aus, dass es bundesweit ein einziger Erregerstamm ist, der für den Ausbruch verantwortlich ist. (jgr/afp/ddp)

Wie man sich vor Ehec schützt, lesen Sie hier

 

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Kommentare
26.05.2011
07:58
Ehec-Seuche fordert zwei weitere Todesopfer
von wackenrules | #35

Es ist unfassbar, mit welcher oberlehrerhaften Besserwisserei die linksgrüne Bessermenschenfraktion dies nutzt, um uns ihre Bio-Öko-Demagogen-Gülle zu servieren.

26.05.2011
07:42
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von mar.go | #34

Wie man hört, handelt es sich wieder einmal um einen multiresistenten Erreger.
Wenn die Tiere, die die verseuchte Gülle produzieren, bereits von klein auf mit Antibiotika gefüttert werden, ist das auch kein Wunder.
Wann der Mensch endlich aufhört, sich mit seiner Profitgier selbst den Garaus zu machen, dürfte wohl so schnell nicht beantwortet werden können.

26.05.2011
05:27
Ehec-Seuche fordert zwei weitere Todesopfer
von wackenrules | #33

Also ich grille im Sommer.. Und zwar nicht mit so einem Bio-Bessermenschen-Fraß, sondern Fleisch. Und Salat? Ja, gerne, solange Nudel davor steht.

26.05.2011
01:08
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von BaeDa | #32

Ehec-Seuche???
Bild lässt grüßen ......

Jetzt gibt es auch die ersten Fälle der gefährlichen Ehec-Infektionen im Revier. Was machen Sie, um sich zu schützen?
1144 abgegebene Stimmen
Ich achte in der Küche noch genauer auf Hygiene und wasche mir häufiger die Hände.
24%
Ich esse aus Vorsicht kein Obst und Gemüse mehr.
14%
Nichts besonderes - ich verhalte mich sowieso hygienisch, Panikmache halte ich für übertrieben.
58%
Ehec - was ist das?
4%


ich verhalte mich sowieso hygienisch, Panikmache halte ich für übertrieben.

So isses! Gute Nacht! ;))

26.05.2011
00:56
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von ayberger | #31

... aus Norddeutschland, also ist das schnittfeste rote und grüne Wasser aus Holland offensichtlich ungefährlich - klar, wer Norddeutschland kennt, riecht es schon über Kilometer, da wird tottenweise die Gülle auf die Felder gekippt, oder wie kommt sonst der Darmerreger in die Tomate oder in die Gurke ..?!

26.05.2011
00:38
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von Supergrobi11 | #30

GEN MANIPULIERTE COLI BAKTERIEN ???
Ich kann mich sehr gut an die Bedenken zahlreiche Experten erinnern, die gegen die Gen manipulierte Lebensmittel ihre Bedenken geäußert hatten. Haupsächlich sah man die Gefahr darin, weil der Gen Code von Coli Bakterien, die für gewöhnlich zur gesunden Darmflora des Menschen dazu gehören, verändert werden sollte. Es hieß damals, anfang der 90er Jahre, wenn es bei Gen veränderten Coli-Bakterien zu naturgemäßen Mutationen kommt, die in der Folge eine Gefahr für den Menschen bedeuten können, dann hätte deren unkontrollierte Ausbreitung gravierende Folgen für die gesamte Menschheit.
Vor diesem Hintergrund wäre es doch mal interessant, ob bei Tomate und Co. GEN Manipulation eine Rolle spielt, bzw. ob in Norddeutschland GEN Labore und -Betriebe ihren Sitz haben.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Sache bald in diese Richtung weiter geht.

Nur mal so eine Überlegung.

26.05.2011
00:29
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von Supergrobi11 | #29

GEN MANIPULIERTE COLI BAKTERIEN ???
Seit geraumer Zeit werden ja Gen manipulierte Lebensmittel hergestellt. Ich erinnere mich sehr gut daran, als anfang der 90er Jahre dagegen größte Bedenken von Expertenseite geäußert wurde, weil unter anderem der Gen-Code von Coli-Bakterien verändert wurde, die sich für gewöhnlich sehr gerne in der Darmflora des Menschen aufhalten. Es hieß damals, anfang der 90er Jahre, wenn Gen veränderte Colibakterien, die sich negativ auf den Menschen auswirken, in Umlaug kommen, dann werden wir diesen Prozess nicht mehr steuern können.
Es wäre ja mal interessant, zu erfahren, ob von dem besagten Gemüsesorten, Gen manipulierte Stoffe zum Einsatz kamen bzw. ob in Norddeutschland vielleicht solche GEN Betriebe ihren Sitz haben.

Ich werde diesen Verdacht nicht los, dass die Geschichte am Ende in diese Richtung gehen könnte.

25.05.2011
23:19
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von ichglaubannichts | #28

Wann hört diese Panikmache und Sensationsjournalismus endlich auf.
Die meisten Todesfälle auf der Welt werden durch Durchfallerkrankungen ausgelöst.
Viel mehr als z.B. durch AIDS!!

Glück auf!!

25.05.2011
23:11
Ehec-Seuche fordert weiteres Todesopfer
von WATkommichher | #27

Impfstoff wie bei der Schweinegrippe, den keiner so wirklich haben wollte.

25.05.2011
23:00
Ehec-Seuche fordert zwei weitere Todesopfer
von Kudu1000 | #26

@ Gabiw_Art: mich hingegen würde es sehr wundern, denn geimpft wird gegen Viren, während es sich hier um Coli Bakterien handelt. Warum halten die, die überhaupt keine Ahnung haben, nicht einfach mal den Mund?
Und was die Meldungen über einen Todesfall in Fukushima angeht: einer der Arbeiter hat einen Herzinfarkt erlitten. Sowas kommt auch auf dem Bio-Bauernhof vor. Kein einziger ist durch Strahlenschäden umgekommen, einer wurde am Fuß verletzt, weil er in radioaktive Brühe getreten hat. Wegen EHEC sind laut diesem Bericht immerhin vier Menschen gestorben. Außer für die Betroffenen ist das nicht dramatisch, aber eben doch deutlich mehr, als in Fukushima. Also nochmal: ich fordere die sofortige Schließung aller Bauernhöfe und die sichere Endlagerung von Gülle!

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