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Depression

Die meisten Depressionen sind heilbar

08.03.2012 | 13:10 Uhr
Die meisten Depressionen sind heilbar
Das Gefühl innerer Leere - Depressionen schaden der Lebensqualität erheblich, können aber in den meisten Fällen geheilt werden.Foto: Knut Vahlensieck

Leipzig/München/Münster.   Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu erkennen. Doch dem Großteil der Leidenden kann heutzutage geholfen werden. Etwas mehr Sensibilität bei anhaltenden negativen Gefühlen und ein Besuch beim Arzt können helfen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Nichts macht mehr Spaß, weder Freude noch Ärger erfüllen das Herz - nur noch tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Rund vier Millionen Deutsche leiden unter einer klinischen Depression, berichtet Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. "Durch bessere Aufklärung und Diagnose erhalten aber immer mehr Betroffene eine professionelle Behandlung."

Die früher so genannte "Gemütskrankheit" habe nur selten eine einzige Ursache. Erbliche Veranlagung und Persönlichkeit spielten eine Rolle, aber auch psychische Belastungen wie der Tod eines geliebten Menschen oder Konflikte in Familie oder Partnerschaft. Ebenso könnten körperliche Erkrankungen , etwa der Schilddrüse, eine Depression auslösen oder auch soziale Faktoren wie beispielsweise der Verlust des Arbeitsplatzes, ein Umzug oder eine Beförderung.

Mittelschwere Depressionen sind unscheinbar, aber gefährlich

All diese Dinge verändern den Stoffwechsel im Gehirn, erläutert Hegerl: "Die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin sind aus dem Gleichgewicht, so dass die Übertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn gestört wird. Die Folge: Schlafstörungen, Grübeln, Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen, Depressionen." Die Betroffenen fühlen sich "innerlich leer", können sich zu nichts aufraffen, können sich nicht mehr konzentrieren und ziehen sich nach und nach von anderen zurück. "Behandelt werden dann häufig nur die körperlichen Beschwerden - und nicht die Depression", berichtet Markus Pawelzik, leitender Arzt der EOS-Klinik für Psychotherapie in Münster. Deshalb seien Depressive auch besonders gefährdet, alkoholabhängig zu werden - wenn sie Heil und Trost im Trinken suchen.

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