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Burnout

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu

07.06.2012 | 12:38 Uhr
Immer häufiger fehlen Menschen, weil sie an Burnout-Symptomen leiden.

Berlin.  Antriebsschwäche, gedrückte Stimmung, Reizbarkeit - die Symptome einer Burnout-Erkrankung sind so vielfältig wie ihre Ursachen. Doch Fakt ist: Immer häufiger lassen sich Menschen mit der Diagnose Burnout krankschreiben. Seit 2004 stieg die Zahl der Fehltage um fast 1400 Prozent.

Um fast 1.400 Prozent hat die Zahl der Fehltage nach einer Burnout-Diagnose einer Studie zufolge seit dem Jahr 2004 zugenommen. Symptome wie Antriebsschwäche, gedrückte Stimmung, Reizbarkeit, Erschöpfung seien durchaus ernst zu nehmen, sagte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Rainer Richter, bei der Vorstellung der Untersuchung "Arbeitsunfähigkeit und psychische Erkrankungen 2012". 2004 fehlten demnach 100 Versicherte 0,6 Tage aufgrund von Burnout, 2011 waren es neun Tage.

Der drastische Anstieg der Burnout-Fälle spiegelt laut Richter jedoch nur einen geringen Teil des seelischen Leidens der Deutschen wider. "Aufgrund psychischer Erkrankungen fehlten 2011 100 Versicherte rund 200 Tage. Im Vergleich zu psychischen Erkrankungen machen die Ausfälle aufgrund von Burnout also nur 4,5 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage aus", erläuterte der BPtK-Präsident. Zum Vergleich: Allein wegen Depressionen hätten 100 Versicherte 2011 insgesamt 73 Tage bei der Arbeit gefehlt, also 800 Prozent mehr als bei Burnout.

In 85 Prozent der Fälle werden Richter zufolge neben Burnout auch eine psychische oder körperliche Erkrankung wie etwa Depressionen, Angststörungen oder Rückenschmerzen diagnostiziert. Die Diagnose Burnout an sich sei keine Krankheit. "Bei der weit überwiegenden Mehrzahl der Burnout-Krankschreibungen liegt gleichzeitig eine Krankheit vor, bei der auch festgehalten wird, dass sie nach dem Erleben des Patienten mit beruflicher Überforderung zu tun hat", fügte Richter hinzu.

Erschöpft vom unaufhörlichen Druck

Die Gründe für die Diagnose Burnout sind vielfältig. Der Mensch des 21. Jahrhunderts sei im beruflichen wie im privaten Leben erschöpft vom unaufhörlichen Druck, sich als Individuum in der Gesellschaft zu definieren, zu präsentieren und zu bewahren, sagte Richter. Auch die Tatsache, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer sich heutzutage weniger körperlichen als emotionalen und kommunikativen Anforderungen stellen müssten, erhöhe den Arbeitsdruck zunehmend.

Psychische Erkrankungen hätten ihre Ursachen aber nicht nur in der Arbeitswelt. "Arbeit kann sogar ein wichtiger Faktor für psychische Gesundheit sein. Berufstätige Frauen etwa erkranken deutlich seltener an einer Depression", sagte Richter weiter. Arbeitslose Menschen litten bei Weitem häufiger an psychischen Erkrankungen als Erwerbstätige.

In deutschen Unternehmen entstehen laut BPtK durch psychische Krankheiten Produktionsausfälle von rund 26 Milliarden Euro pro Jahr.

Sportler mit Burnout

 

Kommentare
08.06.2012
15:12
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24

Man weiß heute einfach mehr über psychische Erkrankungen als früher. Von daher muss eine Zunahme der Diagnosen nicht auch bedeuten, dass die...
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17 Antworten
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-1

N.a dann ist ja gut das Burnout-Experten wie der Herr Dummberger die Welt wieder in Ordnung bringen...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-2

Ich bin kein Experte, versuche aber, im Gegensatz zu anderen, sachlich an das Thema heranzugehen.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-3

Sachlich an ein Thema zu gehen, heißt vor allem mit Fakten zu arbeiten und nicht mit Schlüssen die auf Vermutungen beruhen...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-4

Faktencheck:
1. Dass psychische Erkrankungen heute wesentlcih besser erforscht sind als noch vor ein paar Jahrzehnten, ist Fakt.

2. Dass psychische Erkrankungen mit körperlichen Beschwerden einhergehen, ist Fakt.

3. Die Ignoranz vieler Menschen psychischen Erkrankungen gegenüber, ist ebenfalls Fakt. Hätte es noch eines Beweises bedurft, haben Sie ihn ja mit Ihrem Beitrag geliefert.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-5

Sie argumentieren unsachlich am Thema vorbei. So ist in obigem Bericht von einem eklatanten Anstieg von Burnout seit 2004 die Rede: "Um fast 1.400 Prozent hat die Zahl der Fehltage nach einer Burnout-Diagnose einer Studie zufolge seit dem Jahr 2004 zugenommen."

Da ist nicht von Jahrzehnten die Rede, sondern von gerade einmal 8 Jahren. In dieser relativ kurzen Zeit hat die Forschung in diesem Bereich keineswegs so viele neue Erkenntnisse gewonnen, die so einen drastischen Anstieg erklären könnten. Somit liegen sie mit ihrer Kernthese offensichtlich falsch...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-6

Zunächst ist es einigermaßen grotesk, wenn ein Kommentator, der hier Sprüche raushaut wie "Den Menschen geht es zu gut. Hier geht es um reine Wohlstandsprobleme..." oder "Boah, ich kann das Gejammer nicht mehr hören...", anderen eine unsachliche Diskussion vorwirft.

Dann bezieht sich mein Hinweis auf mehrere Jahrzehnte darauf, dass hier ein paar Oberschlaue (wars nicht u.a. ein gewisser joergel) unsere Generation mit der Nachkriegsgeneration verglichen hat. Erst so einen Jahrzehntevergleich einführen und dann andere dafür kritisieren, dass sie darauf eingehn....Muss man wohl nicht kommentieren.

Der "Burnout" ist erst in den letzten Jahren so richtig ins Bewusstsein von Ärzten und Patienten gekommen. Von daher sind die Steigerungsraten, wie schon erwähnt, nicht so erstaunlich.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-7

Ich weiß, dass sie andere Meinungen nicht akzeptieren können. Deshalb können sie aber nicht erwarten, das sie damit durchkommen wenn sie ihre Einlassungen im Nachhinein relativieren wollen.

Sie haben geschrieben: "Man weiß heute einfach mehr über psychische Erkrankungen als früher. Von daher muss eine Zunahme der Diagnosen nicht auch bedeuten, dass die Krankheiten zunehmen" und unter Bezugnahme diese ersten Punkt ihres ursprünglichen Stataments: "1. Dass psychische Erkrankungen heute wesentlcih besser erforscht sind als noch vor ein paar Jahrzehnten, ist Fakt." Anschließen gehen sie auf Punkt 2. und Punkt 3. ihres Ursprungskommentars ein.

Jetzt zu behaupten, sie hätten nur auf die Jahrzehnte angespielt, weil ich den heutigen Zustand mit der Nachkriegsgeneration verglichen habe, ist grotesk und armselig. Stehen sie doch einfach dazu, was sie einmal geschrieben haben...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-8

Im Übrigen macht auch ihr neuer Erklärungsversuch ihre These zu retten keine gute Figur. Die Behauptung: "Der "Burnout" ist erst in den letzten Jahren so richtig ins Bewusstsein von Ärzten und Patienten gekommen", ist absolut frei erfunden und durch nichts belegt.

Das hieße jahrzehntelange Forschungen, (ebenfalls ihre Einlassung), wären erst ab 2004 ins Bewußtsein der Ärzte gedrungen und hätten dann in kurzer Zeit zu einem 14 fachen Anstieg der Krankschreibungen wegen Burnout geführt.

Nicht erstaunlich? Aber nur für sie...

Da gibt es wahrliche andere Erklärungsmöglichkeiten, die weit weniger erstaunlich sind, z.B. die Meinigen...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-9

O, jetzt sogar im Doppelpack.
Macht es aber nicht besser.

Ihre Erklärungsversuche können schon deshalb nicht die besseren sein, da Sie gar keine gemacht haben.
Außer ein bisschen Pöbelei gegen heutige Weicheier.
Warum sollte deren Zahl aber in den letzten Jahren so sprunghaft angestiegen sein?

Auf die Erklärung wäre ich mal sehr gespannt. Denn so gravierend haben sich die Lebensumstände in Deutschland nicht verändert.

Es gab ja auch mal den sprunghaften Anstieg von ADHS. Haben Sie dafür auch eine so er

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-10

Sorry, falsche Taste

...einleuchtende erklärung?

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-11

Eine einleuchtende Erklärung für den sprunghaften Anstieg von Burnout?
Die Ärzte schreiben eben sehr viel häufiger krank als in den Jahren vor 2004.
Einleuchtend genug?

Die Frage ist nur, warum das so ist - und da sind wir eben völlig unterschiedlicher Meinung. Ich glaube nicht wie sie, das dies am medizinischen Fortschritt liegt. Sondern daran, dass die Leute heute sehr viel häufiger wegen psychischer Probleme zum Arzt gehen als früher und zwar um so mehr Leute, je mehr sich herumspricht welche "Erfolge" dabei zu erzielen sind.

Das war nun mal in früheren Zeiten anders und auch vor noch nicht mal so langer Zeit. Deshalb begann ich meinen ersten Kommentar mit einem Zitat aus einem wenige Jahre alten Zeitungsartikel: "Mitarbeiter haben immer weniger Fehlzeiten: Aus Angst um den eigenen Job gehen viele Beschäftigte sogar krank zur Arbeit."

Das hat sich in wenigen Jahren statistisch nachgewiesen umgekehrt und nicht nur im psychischen Bereich. Aber das schrieb ich schon alles...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von HansiwurstI | #24-12

ihr beide kennt euch ja bestens aus...

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #24-13

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Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-14

Positiv ist es wirklich nicht, wenn die Leute sich krank zur Arbeit schleppen. Das habe ich auch nicht gesagt. Leider war dies aber bis vor ein paar Jahren die Regel.

Man kann es auf eine einfache Formel bringen. Je höher die Arbeitslosigkeit, um so größer das Angebot an Arbeitssuchenden und Fachkräften - und um so größer die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, weil man einfach ausgetauscht werden kann.

Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Noch nie hatten so viele Leute Arbeit wie jetzt. Die Zahl der Beschäftigten erreicht Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem Tiefstand nach der Vereinigung.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/erwerbstaetigenzahl100.html

Es herrscht bereits Fachkräftemangel, für die Zukunft ist ein noch größerer Mangel prognostiziert.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/studie-fachkraeftemangel-kostet-die-wirtschaft-milliarden-a-828777.html
http://www.focus.de/finanzen/news/arbeit-fachkraeftemangel-in-deutschland-nimmt-weiter-zu_aid_757177.html

...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-15

Und womit geht die Arbeitslosenstatistik einher? Im gleichen Zeitraum ändern sich plötzlich die Krankenstände nach oben, nachdem sie Jahrzehnte mehr oder weniger unverändert waren. Bei psychischen Erkrankungen wie Burnout um das 14 fache. Na, so ein Zufall. Ich glaube nicht...

Es stimmt zwar das man früher nicht von Burnout sprach. Das ist ein Modewort, denn wie steht oben im Artikel: "Die Diagnose Burnout an sich sei keine Krankheit."

Früher sprach man von chronischen Erschöpfungszuständen, Depressionen, vegetativer Dystonie, usw., worauf man durchaus auch krankgeschrieben wurde. Nur nicht in dem Ausmaß wie heutzutage.

Wie sagt Dieter Nuhr dazu, der hier schon mehrfach mit einem anderen Satz zitiert wurde: "Heute hat jeder der ein bißchen müde ist Burnout."
http://daskabarett.blogspot.de/2011/11/dieter-nuhr-burnout.html

Ich muß ihm duraus Recht geben...

"Heute hat jeder der ein bißchen müde ist Burnout."
von Catman55 | #24-16

Oh, welch hochwissenschaftliche Kompetenz. Das muss ich gleich mal den Kollegen zeigen. Die lachen sich sicher kaputt. Jedenfalls seit ihr recht erheiternd. Weiter so! ;-)

Catman55
von joergel | #24-17

Wenn ihr während der Arbeitszeit in Foren lesen könnt, habt ihr damit wirklich nichts zu tun...

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Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
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2012-06-07 12:38
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