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Burnout

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu

07.06.2012 | 12:38 Uhr
Immer häufiger fehlen Menschen, weil sie an Burnout-Symptomen leiden.

Berlin.  Antriebsschwäche, gedrückte Stimmung, Reizbarkeit - die Symptome einer Burnout-Erkrankung sind so vielfältig wie ihre Ursachen. Doch Fakt ist: Immer häufiger lassen sich Menschen mit der Diagnose Burnout krankschreiben. Seit 2004 stieg die Zahl der Fehltage um fast 1400 Prozent.

Um fast 1.400 Prozent hat die Zahl der Fehltage nach einer Burnout-Diagnose einer Studie zufolge seit dem Jahr 2004 zugenommen. Symptome wie Antriebsschwäche, gedrückte Stimmung, Reizbarkeit, Erschöpfung seien durchaus ernst zu nehmen, sagte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Rainer Richter, bei der Vorstellung der Untersuchung "Arbeitsunfähigkeit und psychische Erkrankungen 2012". 2004 fehlten demnach 100 Versicherte 0,6 Tage aufgrund von Burnout, 2011 waren es neun Tage.

Der drastische Anstieg der Burnout-Fälle spiegelt laut Richter jedoch nur einen geringen Teil des seelischen Leidens der Deutschen wider. "Aufgrund psychischer Erkrankungen fehlten 2011 100 Versicherte rund 200 Tage. Im Vergleich zu psychischen Erkrankungen machen die Ausfälle aufgrund von Burnout also nur 4,5 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage aus", erläuterte der BPtK-Präsident. Zum Vergleich: Allein wegen Depressionen hätten 100 Versicherte 2011 insgesamt 73 Tage bei der Arbeit gefehlt, also 800 Prozent mehr als bei Burnout.

In 85 Prozent der Fälle werden Richter zufolge neben Burnout auch eine psychische oder körperliche Erkrankung wie etwa Depressionen, Angststörungen oder Rückenschmerzen diagnostiziert. Die Diagnose Burnout an sich sei keine Krankheit. "Bei der weit überwiegenden Mehrzahl der Burnout-Krankschreibungen liegt gleichzeitig eine Krankheit vor, bei der auch festgehalten wird, dass sie nach dem Erleben des Patienten mit beruflicher Überforderung zu tun hat", fügte Richter hinzu.

Erschöpft vom unaufhörlichen Druck

Die Gründe für die Diagnose Burnout sind vielfältig. Der Mensch des 21. Jahrhunderts sei im beruflichen wie im privaten Leben erschöpft vom unaufhörlichen Druck, sich als Individuum in der Gesellschaft zu definieren, zu präsentieren und zu bewahren, sagte Richter. Auch die Tatsache, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer sich heutzutage weniger körperlichen als emotionalen und kommunikativen Anforderungen stellen müssten, erhöhe den Arbeitsdruck zunehmend.

Psychische Erkrankungen hätten ihre Ursachen aber nicht nur in der Arbeitswelt. "Arbeit kann sogar ein wichtiger Faktor für psychische Gesundheit sein. Berufstätige Frauen etwa erkranken deutlich seltener an einer Depression", sagte Richter weiter. Arbeitslose Menschen litten bei Weitem häufiger an psychischen Erkrankungen als Erwerbstätige.

In deutschen Unternehmen entstehen laut BPtK durch psychische Krankheiten Produktionsausfälle von rund 26 Milliarden Euro pro Jahr.

Sportler mit Burnout

 



Kommentare
08.06.2012
15:12
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24

Man weiß heute einfach mehr über psychische Erkrankungen als früher. Von daher muss eine Zunahme der Diagnosen nicht auch bedeuten, dass die Krankheiten zunehmen.
Psychische Erkrankungen gehen im Normalfall einher mit körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen. Früher wurden dann eben diese Symptome diagnostiziert, heute Burnout. (bzw Erschöpfungszustände)

Was sich nicht geändert hat, ist die Ignoranz vieler Menschen, was psychische Erkrankungen angeht. Ein Beinbruch ist akzeptiert, ein Herzinfarkt hat sogar eine hohe soziale Anerkennung, aber ein Depressiver soll sich "nicht so anstellen" und sich "mal zusammenreißen".

Dazu, dass solche Erkrankungen einem tatsächlich das Leben zur Hölle machen, darf man sich dann auch noch von selbsternannten Experten wie joergel beschimpfen lassen.

17 Antworten
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-1

N.a dann ist ja gut das Burnout-Experten wie der Herr Dummberger die Welt wieder in Ordnung bringen...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-2

Ich bin kein Experte, versuche aber, im Gegensatz zu anderen, sachlich an das Thema heranzugehen.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-3

Sachlich an ein Thema zu gehen, heißt vor allem mit Fakten zu arbeiten und nicht mit Schlüssen die auf Vermutungen beruhen...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-4

Faktencheck:
1. Dass psychische Erkrankungen heute wesentlcih besser erforscht sind als noch vor ein paar Jahrzehnten, ist Fakt.

2. Dass psychische Erkrankungen mit körperlichen Beschwerden einhergehen, ist Fakt.

3. Die Ignoranz vieler Menschen psychischen Erkrankungen gegenüber, ist ebenfalls Fakt. Hätte es noch eines Beweises bedurft, haben Sie ihn ja mit Ihrem Beitrag geliefert.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-5

Sie argumentieren unsachlich am Thema vorbei. So ist in obigem Bericht von einem eklatanten Anstieg von Burnout seit 2004 die Rede: "Um fast 1.400 Prozent hat die Zahl der Fehltage nach einer Burnout-Diagnose einer Studie zufolge seit dem Jahr 2004 zugenommen."

Da ist nicht von Jahrzehnten die Rede, sondern von gerade einmal 8 Jahren. In dieser relativ kurzen Zeit hat die Forschung in diesem Bereich keineswegs so viele neue Erkenntnisse gewonnen, die so einen drastischen Anstieg erklären könnten. Somit liegen sie mit ihrer Kernthese offensichtlich falsch...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-6

Zunächst ist es einigermaßen grotesk, wenn ein Kommentator, der hier Sprüche raushaut wie "Den Menschen geht es zu gut. Hier geht es um reine Wohlstandsprobleme..." oder "Boah, ich kann das Gejammer nicht mehr hören...", anderen eine unsachliche Diskussion vorwirft.

Dann bezieht sich mein Hinweis auf mehrere Jahrzehnte darauf, dass hier ein paar Oberschlaue (wars nicht u.a. ein gewisser joergel) unsere Generation mit der Nachkriegsgeneration verglichen hat. Erst so einen Jahrzehntevergleich einführen und dann andere dafür kritisieren, dass sie darauf eingehn....Muss man wohl nicht kommentieren.

Der "Burnout" ist erst in den letzten Jahren so richtig ins Bewusstsein von Ärzten und Patienten gekommen. Von daher sind die Steigerungsraten, wie schon erwähnt, nicht so erstaunlich.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-7

Ich weiß, dass sie andere Meinungen nicht akzeptieren können. Deshalb können sie aber nicht erwarten, das sie damit durchkommen wenn sie ihre Einlassungen im Nachhinein relativieren wollen.

Sie haben geschrieben: "Man weiß heute einfach mehr über psychische Erkrankungen als früher. Von daher muss eine Zunahme der Diagnosen nicht auch bedeuten, dass die Krankheiten zunehmen" und unter Bezugnahme diese ersten Punkt ihres ursprünglichen Stataments: "1. Dass psychische Erkrankungen heute wesentlcih besser erforscht sind als noch vor ein paar Jahrzehnten, ist Fakt." Anschließen gehen sie auf Punkt 2. und Punkt 3. ihres Ursprungskommentars ein.

Jetzt zu behaupten, sie hätten nur auf die Jahrzehnte angespielt, weil ich den heutigen Zustand mit der Nachkriegsgeneration verglichen habe, ist grotesk und armselig. Stehen sie doch einfach dazu, was sie einmal geschrieben haben...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-8

Im Übrigen macht auch ihr neuer Erklärungsversuch ihre These zu retten keine gute Figur. Die Behauptung: "Der "Burnout" ist erst in den letzten Jahren so richtig ins Bewusstsein von Ärzten und Patienten gekommen", ist absolut frei erfunden und durch nichts belegt.

Das hieße jahrzehntelange Forschungen, (ebenfalls ihre Einlassung), wären erst ab 2004 ins Bewußtsein der Ärzte gedrungen und hätten dann in kurzer Zeit zu einem 14 fachen Anstieg der Krankschreibungen wegen Burnout geführt.

Nicht erstaunlich? Aber nur für sie...

Da gibt es wahrliche andere Erklärungsmöglichkeiten, die weit weniger erstaunlich sind, z.B. die Meinigen...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-9

O, jetzt sogar im Doppelpack.
Macht es aber nicht besser.

Ihre Erklärungsversuche können schon deshalb nicht die besseren sein, da Sie gar keine gemacht haben.
Außer ein bisschen Pöbelei gegen heutige Weicheier.
Warum sollte deren Zahl aber in den letzten Jahren so sprunghaft angestiegen sein?

Auf die Erklärung wäre ich mal sehr gespannt. Denn so gravierend haben sich die Lebensumstände in Deutschland nicht verändert.

Es gab ja auch mal den sprunghaften Anstieg von ADHS. Haben Sie dafür auch eine so er

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von dummmberger | #24-10

Sorry, falsche Taste

...einleuchtende erklärung?

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-11

Eine einleuchtende Erklärung für den sprunghaften Anstieg von Burnout?
Die Ärzte schreiben eben sehr viel häufiger krank als in den Jahren vor 2004.
Einleuchtend genug?

Die Frage ist nur, warum das so ist - und da sind wir eben völlig unterschiedlicher Meinung. Ich glaube nicht wie sie, das dies am medizinischen Fortschritt liegt. Sondern daran, dass die Leute heute sehr viel häufiger wegen psychischer Probleme zum Arzt gehen als früher und zwar um so mehr Leute, je mehr sich herumspricht welche "Erfolge" dabei zu erzielen sind.

Das war nun mal in früheren Zeiten anders und auch vor noch nicht mal so langer Zeit. Deshalb begann ich meinen ersten Kommentar mit einem Zitat aus einem wenige Jahre alten Zeitungsartikel: "Mitarbeiter haben immer weniger Fehlzeiten: Aus Angst um den eigenen Job gehen viele Beschäftigte sogar krank zur Arbeit."

Das hat sich in wenigen Jahren statistisch nachgewiesen umgekehrt und nicht nur im psychischen Bereich. Aber das schrieb ich schon alles...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von HansiwurstI | #24-12

ihr beide kennt euch ja bestens aus...

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #24-13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-14

Positiv ist es wirklich nicht, wenn die Leute sich krank zur Arbeit schleppen. Das habe ich auch nicht gesagt. Leider war dies aber bis vor ein paar Jahren die Regel.

Man kann es auf eine einfache Formel bringen. Je höher die Arbeitslosigkeit, um so größer das Angebot an Arbeitssuchenden und Fachkräften - und um so größer die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, weil man einfach ausgetauscht werden kann.

Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Noch nie hatten so viele Leute Arbeit wie jetzt. Die Zahl der Beschäftigten erreicht Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem Tiefstand nach der Vereinigung.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/erwerbstaetigenzahl100.html

Es herrscht bereits Fachkräftemangel, für die Zukunft ist ein noch größerer Mangel prognostiziert.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/studie-fachkraeftemangel-kostet-die-wirtschaft-milliarden-a-828777.html
http://www.focus.de/finanzen/news/arbeit-fachkraeftemangel-in-deutschland-nimmt-weiter-zu_aid_757177.html

...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #24-15

Und womit geht die Arbeitslosenstatistik einher? Im gleichen Zeitraum ändern sich plötzlich die Krankenstände nach oben, nachdem sie Jahrzehnte mehr oder weniger unverändert waren. Bei psychischen Erkrankungen wie Burnout um das 14 fache. Na, so ein Zufall. Ich glaube nicht...

Es stimmt zwar das man früher nicht von Burnout sprach. Das ist ein Modewort, denn wie steht oben im Artikel: "Die Diagnose Burnout an sich sei keine Krankheit."

Früher sprach man von chronischen Erschöpfungszuständen, Depressionen, vegetativer Dystonie, usw., worauf man durchaus auch krankgeschrieben wurde. Nur nicht in dem Ausmaß wie heutzutage.

Wie sagt Dieter Nuhr dazu, der hier schon mehrfach mit einem anderen Satz zitiert wurde: "Heute hat jeder der ein bißchen müde ist Burnout."
http://daskabarett.blogspot.de/2011/11/dieter-nuhr-burnout.html

Ich muß ihm duraus Recht geben...

"Heute hat jeder der ein bißchen müde ist Burnout."
von Catman55 | #24-16

Oh, welch hochwissenschaftliche Kompetenz. Das muss ich gleich mal den Kollegen zeigen. Die lachen sich sicher kaputt. Jedenfalls seit ihr recht erheiternd. Weiter so! ;-)

Catman55
von joergel | #24-17

Wenn ihr während der Arbeitszeit in Foren lesen könnt, habt ihr damit wirklich nichts zu tun...

08.06.2012
08:47
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von HansiwurstI | #23

wie könne Lehrer ihre Fehlzeiten noch um 1400% erhöhen?

2 Antworten
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von Catman55 | #23-1

Woher dieser Hass auf Lehrer? Hat Ihnen was Böses angetan? Z.B. versucht Ihnen den akkusativ beizubringen? ;-)

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von HansiwurstI | #23-2

den muss mir keiner beibringen...

08.06.2012
07:26
Nachkriegsgeneration
von Vatta | #22

Den Kommentatoren aus der Nachkriegszeit, die auf Ihre Leistungen und Schwierigkeiten nach dem Krieg verweisen möchte ich dringend mal ein Probejahr im modernen Arbeitsleben empfehlen! Die Unterschiede damals zu heute sind vielfältig und tangieren das Seelenleben der Menschen auf eine andere Art als nach dem Krieg. Bei allem Respekt vor den Leitungen im Wiederaufbau und im Wirtschaftswunder, der entscheidende Vorteil war, dass alle in die selbe Richtung wollten. Man kam aus dem Krieg, lebte im Elend, wurde "demütig" vor dem Frieden und hatte bodenständige Wertvorstellungen. Da haben alle an einem Strang gezogen und sich gegenseitig geholfen.
Heute sieht das bekanntlich anders aus. Alles muss immer schneller erledigt werden. Post kommt quasi via E-Mail rund um die Uhr und auch die restliche Technik vereinfacht die Arbeit nicht für den Menschen, sondern vereinfacht die Druckerhöhung durch die Führungskräfte, die auf den Unis hervorragend ausgebildet werden um Menschen - Fortsetzung folgt

4 Antworten
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von Vatta | #22-1

immer weiter zu "motivieren", was jedoch besser "auspressen" genannt werden sollte. Fachliche Qualifikation wird heute bei Führungskräften als unwichtig angesehen. Wichtig ist, dass ein Chef ein schönes A...loch ist, das seinen Untergebenen permanent Druck machen kann. Davon ab leben wir heute in einer Ego-Gesellschaft, in der die Leute immer rücksichtsloser werden um die eigenen Belange voranzutreiben. Wie soll das gehen, ohne das Menschen dabei auf der Strecke bleiben?

Der famliliäre Zusammenhalt von damals war Grundstein für ein zufriedenes Leben. Wo ist der heute denn geblieben? Wieviele Paare lassen sich scheiden und wieviele Menschen leben unglücklich zusammen? Wieviel Gewalt und Missachtung gibt es in den Familien heute? Wer soll die gestiegenen Ansprüche an den Partner denn stets erfüllen? Als Mann bist Du heute im Idealfall erfolgreicher Manager der trotzdem viel Zeit für die Familie hat, siehst aus wie George Clooney, bist Abenteurer und gleichzeitig fürsorglicher Vater.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von Vatta | #22-2

Als Frau darfst Du auch nicht mehr in Ehre altern, musst eine "gute" Mutter sein und Deinen Freundinnen beweisen, das Du trotzdem Karriere machen kannst.
Zufriedenheit, Glück in den einfachen Sachen finden, Zuversicht und Freude sind Dinge die viele nur aus Zeitschriften und vom Therapeuten kennen. Das dann einige auf der Strecke bleiben ist doch wohl keine Überraschung.

Also liebe Nachkriegskinder: Ihr hattet damals Eure Probleme zu bewältigen und das verdient höchsten Respekt. Von den Problemen der jetzigen Generation haben viele von Euch einfach keine Ahnung und wenn man keine Ahnung hat, einfach mal......

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von Unverkennbar | #22-3

Sehr guter Kommentar.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #22-4

"Den Kommentatoren aus der Nachkriegszeit, die auf Ihre Leistungen und Schwierigkeiten nach dem Krieg verweisen möchte ich dringend mal ein Probejahr im modernen Arbeitsleben empfehlen"

Stellen sie sich mal vor, es gibt Leute die sind nach dem Krieg geboren - und die arbeiten heute noch. Die sind mit 14 Jahren in die Lehre gekommen und haben wenn sie in Rente gehen über 50 Jahre gearbeitet.

Die wissen im Gegensatz zu euch die Unterschiede zwischen damals und heute sehr wohl zu beurteilen, weil sie sie hautnah erlebt haben und noch erleben. Denn was ihr glaubt von früher zu wissen, beschränkt sich auf reine Vermutungen...

08.06.2012
07:24
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von becker412 | #21

Ich stimme der Nummer 16 völlig zu. Bin selbständig und stehe immer unter Strom.Ich geniesse auch Ausflüge zu diversen Parks oder an die Ruhr. Ist besser als jedes Medikament.Man weiss in dieser Arbeitswelt nie was in zwei Monaten passiert.Leider werde viele Leute die sich krankschreiben lassen wegen Stress, noch immer in einer Ecke gestellt.Würde aber auch nicht immer alles nach Burnout bezeichnen. Es gibt keine Sicherheit mehr, was ich noch viel schlimmer finde sind die heutigen Einkommen. Leider wird in diesen Land wohl nicht mehr viel passieren. Ich bin beruflich auch in den Niederlanden unterwegs,dort gibt es eine moderne und tolle Arbeitswelt. Schwarze Schafe gibt dort zwar auch, aber nicht so wie hier.Die Leute arbeiten und verdienen sogar ihren Lebensunterhalt dort,wahnsinn.Kenne sogar viele die vom Jobcenter krank geworden sind bei uns.Seit 10 Jahren(oder mehr)ändert sich leider nichts.

08.06.2012
06:31
@joergel
von mspoetnik | #20

Sie sind ja mal ein ganz heller.
Woher wollen Sie wissen,was die Generationen vor uns kannten und was nicht?
Bei all Ihrer Bewunderung für die Kriegsgenerationen sowie ihre Gefangenen,
sollten Sie nicht vergessen,dass die den Krieg nicht nur miterlebt haben,sondern ihn auch vom Zaun gebrochen haben.

3 Antworten
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #20-1

Schon mal was von Geschichtsbüchern gehört? Darüber spricht man ja wohl auch heute noch in der Schule - oder haben sie sich da lieber mit anderen Dingen beschäftigt?

Denn sonst müßten sie wissen, dass es bisher keine einzige Generation gab, die in ihrem Leben keinen Krieg erlebt hat, außer denen nach dem 2. Weltkrieg...

Kein Krieg
von Stefan2 | #20-2

Das stimmt nicht, Joergel. Es gibt in der Geschichte durchaus lang anhaltende Friedenszeiten, die mehr als eine Generation angedauert haben.

Stefan2
von joergel | #20-3

Da bin ich aber mal gespannt, welche Generationen sie damit meinen. Vor allem auf die Quelle.

Hier ist meine Quelle:
http://reset.to/blog/65-jahre-waffenstillstand-erste-generation-ohne-krieg
http://www.taz.de/!52252/

08.06.2012
02:52
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #19

Ja, da lobe ich mir die Generationen vor uns. Die jede einzelne in ihrem Leben mindestens einen, wenn nicht mehrere Kriege erlebt haben. Die nach dem letzen Krieg die 48 Stunden Woche hatten und um den freien Samstag gekämpft haben. Die im Bergbau und Fabriken in Knochenarbeit Deutschland wieder aufgebaut haben. Die nach Jahren aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, wenn sie nicht vorher verreckt sind - und die sich dann ihr Leben neu aufbauen mußten. Die hatten es ja so vel einfacher wie die heutige Generation.

Burnout kannten die allerdings nicht. Das kennen nur die, die heute völlig überfordert mit ihrer Lebenführung sind. Weil sie eigentlich alles haben, was keine Generation vor ihnen hatte, aber damit nicht zufrieden sind.

Boah, ich kann das Gejammer nicht mehr hören...

4 Antworten
Nichts zu loben
von Stefan2 | #19-1

Daran gibt es m. E. nichts zu loben. Ich kann das heutige Gejammer auf hohem Niveau ebenfalls nicht gut ertragen, aber auch nicht die Huldigungen an jene, die "Deutschland wieder aufgebaut" haben. Sie haben 48 Stunden in der Woche und mehr geschuftet, nicht um "Deutschland wieder aufzubauen", sondern um für sich und ihre Blagen satt zu fressen zu haben. Dabei haben sie oft ebenfalls seelisch gelitten wie die Hunde, aber damals hat sich noch niemand darum gekümmert. Gut, dass das heute anders ist.

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von joergel | #19-2

Ja, besonders das Jahr 2004 muß da wohl ein einscheidendes Jahr der plötzlichen Erkenntnis gewesen sein, da sich seitdem die Krankschreibungen wegen Burnout vervierzehnfacht haben.

Also hat sich nach ihrer Philosophie von den Nachkriegsjahren bis 2004 wenig geändert. Da war die Medizin demnach noch nicht soweit - oder sind die Ärzte mit Krankschreibungen wegen Burnout-Diagnose vielleicht doch einfach sehr viel freigiebiger als früher bei chronischen Erschöpfungszuständen, Depressionen, vegetativer Dystonie, usw., was das Gleiche ist, sich nur nicht so toll und modern anhört...

Wie heißt es in obigem Artikel: "Die Diagnose Burnout an sich sei keine Krankheit"...

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von UlliWeber | #19-3

Die 48- Stunden Woche ist in unserem Land auch nichts besonderes. Um als Selbstständiger in der heutigen Zeit zu überleben, kommt man nicht drum herum, ständig zu arbeiten. Wenn man sich heute im Niedriglohnsektor umsieht, kommt man fast auf damalige Verhältnisse. Heute nennt sich das "Aufstocker" - Menschen, die von ihrem Lohn nichr leben können. Gäbe es nicht staatliche Lohnzuschüsse (die dann den Staat finanziell belasten), müsste man sich wieder eine Ziege und ein Schwein im Stall halten wie unsere Großväter. Ein Taxifahrer kann übrigens über die 48- Stunden Woche nur lächeln. Bei 12 Stunden pro Tag macht er die in 4 Tagen. Vielleicht, lieber joergel, haben Sie von all dem keine Ahnung. Aber dann schreiben Sie auch nicht darüber.

UlliWeber
von joergel | #19-4

Ich denke nicht, dass von Burnout hauptsächlich Selbstständige oder der Niedriglohnsektor betroffen sind. Das ist ein Massenphänomen, sonst könnte die Statistik nicht ab einem bestimmten Zeitpunkt, nämlich 2004, dermaßen in die Höhe schnellen und zwar bis heute um 1400 %, das 14 fache des bis dahin Üblichen.

Zum anderen hat Aufstocken nichts mit der Arbeitszeit zu tun, die sie anführen. Aufstocken heißt zusätzlich Hartz IV zu bekommen und nicht zusätzlich zu arbeiten. Wobei die 48 Stunden Woche in manchen Bereichen, z.B. auch dem meinen, schon ein Fortschritt ist. Denn ich mußte früher 54 Stunden die Woche im Schichtdienst leisten. Aber ich mach das auch erst seit 39 Jahren...

Nur hat sich mit ihrer Beschreibung nach 2004 nicht viel geändert. Höchstens zum Positiven. Das erklärt also den plötzlichen Zuwachs an psychischen Erkrankungen keineswegs. Auch wenn sie noch so viele Einzelbeispiele heranziehen. Wieviel Taxifahrer sind denn so davon betroffen, da sie die extra anführen?

08.06.2012
00:27
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von FrankNeu | #18

Wundert es überhaupt noch jemanden?!?!

Die Leistungen, die ein jeder von uns erbringen muss, werden von Jahr zu Jahr immer höher. So flexibel wie möglich muss man für den Arbeitgeber sein. Und wenn mal Not am Mann ist, sollte man auch immer gerne Überstunden absolvieren, um das Unternehmen zu unterstützen. Wenn es aber um die Belange der Arbeitnehmer geht, dann ist der Arbeitgeber auf einmal nicht mehr flexibel. Ein Privatleben zu planen gestaltet sich sehr schwierig, weil nicht ein jeder von 8:00 bis 16:30 Uhr arbeitet, sondern im Schichtdienst tätig ist. Wir sind so flexibel geworden, dass wir nicht einmal Zeit haben eine Familie zu gründen. UND dann fordern der Staat und die Arbeitgeber Nachwuchs OHNE dafür auch etwas leisten zu müssen. Das Realeinkommen sinkt jährlich der normalen Bevölkerung und der Existenzdruck steigt rasant an. Alles wird schneller und effizienter, aber auch anfälliger. Die Renten sind so sicher, wie die Grundsicherung.Private Ereignisse und burn out grüsst.

07.06.2012
23:25
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von karith | #17

Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von SpongeBob59 | #6

Hallo Sie Schwammkopf,
ich denke, hier dreht es sich nicht um ein paar zusätzliche Urlaubstage. Ich wünsche Ihnen nicht, in eine solche Situation zu kommen.
Bin selbst Witwer, Vater von vier - zwei kleinen -Kindern, selbstständig und muss jeden Tag kämpfen. Möchten Sie mich mit Ihren klugen Kommentaren mal einen Monat entlasten?

07.06.2012
20:09
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von feierabend | #16

Ich komme gerade aus Thüringen - Wälder, Felder, Wiesen. Klar, auch dort wird gearbeitet und das Leben ist anstrengend - dennoch wesentlich stressfreier und erholsamer als hier. Natur kann anstrengend sein und mit und in ihr zu arbeiten auch - lediglich auf die Gangart kommt es an. Und die macht den Stress aus. Wir hier im Ruhrgebiet sind es gewohnt im Akkord zu arbeiten - muss das heutzutage wirklich noch sein?????

1 Antwort
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von UlliWeber | #16-1

Gerade das wird heute immer häufiger. Als Beispiel möchte ich die Telekom anführen, die einen immer größer werdenden Teil des Kundenservice auf Stücklohnbasis an Subunternehmer vergibt. Diese geben dann die Arbeit ebenfalls auf Stücklohnbasis an ihre Mitarbeiter weiter. Aufträge werden dann nicht zur Zufriedenheit des Kunden erledigt, sondern so bearbeitet, dass sie abgerechnet werden können, unabhängig vom Erfolg der Massnahme. DAS ist Akkord in 21. Jahrhundert - in einem Unternehmen, dass dem STaat gehört und das sich einen Dreck um soziale Standards kümmert.

07.06.2012
20:03
Diagnose Burnout - Fehltage nehmen rasant zu
von Bahl | #15

Sie haben völlig recht!
Die Menschen brauchen Sicherheit. Da es die nicht mehr im immer flexibler werdenden Arbeitsleben gibt, versucht jeder mit allen Mitteln, mit dem "***** an die Wand", sprich dem Hamsterrad zu entgehen und da hat man einer gewissen Klientel diese Verarsche an die Hand gegeben, um sich auf Kosten der Steuerzahler, denen diese Hintertür verwehrt bleibt, in´s Himmelreich für Schmarotzer zu verabschieden!

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