Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Forschung

Diabetes-Mittel Metformin lässt neue Gehirnzellen wachsen

06.07.2012 | 08:45 Uhr
Das Diabetesmedikament Metformin könnte in Zukunft auch Alzheimer-Patienten helfen, da sein Wirkstoff die Bildung neuer Gehirnzellen fördert.

Cambridge.  Das Diabetesmedikament Metformin fördert die Bildung neuer Gehirnzellen und verbessert das Gedächtnis. Das fanden kanadische Forscher nun in Experimenten mit Mäusen und menschlichen Zellen heraus. Diese neue Erkenntnis könnte auch der Alzheimer-Forschung zu Gute kommen.

Das Diabetes-Mittel Metformin hat eine überraschend positive Wirkung auf das Gehirn - und könnte sogar Alzheimer und andere neurologische Krankheiten behandeln helfen. Denn das Diabetesmedikament fördert die Bildung neuer Gehirnzellen und verbessert das Gedächtnis.

Das haben kanadische Forscher in Experimenten mit menschlichen Zellen und mit Mäusen herausgefunden. Injizierten sie den Mäusen über etwa einen Monat hinweg Metformin, vermehrten sich deren Gehirnzellen unter anderem in einem für das Gedächtnis besonders wichtigen Areal, dem Hippocampus.

In Labyrinthversuchen erwiesen sich diese Mäuse anschließend als deutlich lernfähiger als ihre unbehandelten Artgenossen. Das zeige, dass Metformin sowohl das Wachstum neuer Gehirnzellen stimuliere als auch das räumliche Gedächtnis verbessere, berichten die Forscher im Fachmagazin "Cell Stem Cell".

Regenerationsfähigkeit wird gestärkt

Auch in Kulturen mit menschlichen neuronalen Stammzellen habe das Metformin die Bildung neuer Gehirnzellen gefördert. "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Metformin die Basis für neue therapeutische Strategien gegen neurologische Erkrankungen des Menschen bilden könnte", schreiben Jing Wang vom Hospital for Sick Children der University of Toronto und seine Kollegen.

Gerade der Hippocampus spiele eine Schlüsselrolle für die geistige Leistung und sei durch Krankheiten wie Alzheimer oder einen Schlaganfall besonders gefährdet. Metformin stärke die Regenerationsfähigkeit dieses Gehirnbereichs und könnte daher den Schäden entgegenwirken, sagen die Forscher.

Bereits zuvor hatte es erste Anzeichen dafür gegeben, dass sich die Symptome von Alzheimer-Patienten leicht besserten, die Metformin wegen einer Diabetes eingenommen hatten. Bisher sei dies aber auf den besser eingestellten Blutzuckerspiegel und die Behandlung der Diabeteserkrankung zurückgeführt worden, berichten die Wissenschaftler.

Stammzellen entwickelten sich weiter

Jetzt zeige sich, dass Metformin unabhängig von seiner Wirkung auf den Diabetes auch dazu beitrage, neue Gehirnzellen wachsen zu lassen. Es könnte daher auch die Reparatur der bei Alzheimer geschädigten Hirnbereiche fördern. Der große Vorteil sei, dass das Medikament bereits auf dem Markt sei und sich bei zahllosen Diabetespatienten bereits als verträglich und sicher erwiesen habe.

Alzheimer - und dann?

Für ihre Studie hatten die Forscher zunächst neuronale Stammzellen von Mäusen in einem Nährmedium gezüchtet, das 500 Mikroliter Metformin enthielt. Bereits nach drei Tagen zeigten sich in den Zellkulturen Anzeichen dafür, dass sich die Stammzellen zu unreifen Gehirnzellen weiterentwickelten, wie die Wissenschaftler berichten.

Das Gleiche habe man in einem weiteren Ansatz mit menschlichen neuronalen Stammzellen beobachtet. Weitere Tests ergaben, dass das Metformin einen speziellen Stoffwechselweg in den neuronalen Stammzellen aktivierte. Dieses Signal bringe die Zellen dazu, sich zu teilen und zu verschiedenen Gehirnzellen weiterzuentwickeln, sagen die Forscher.

Labyrinthtest mit Mäusen

Um zu testen, welchen Effekt das Metformin im lebenden Organismus hat, injizierten die Wissenschaftler erwachsenen Mäusen über 38 Tage hinweg täglich das Mittel in einer Dosis von 200 Milligramm pro Kilogramm. "Metformin erhöhte die Bildung neuer Gehirnzellen vor allem im Hippocampus der Mäuse", berichten Wang und seine Kollegen.

Dass dieser Effekt sich auf das Gedächtnis der Mäuse auswirkte, zeigte ein anschließender Labyrinthtest. Die Tiere mussten sich zunächst die Lage einer knapp unter der Wasseroberfläche verborgenen Plattform merken und diese schwimmend ansteuern.

War dies gelungen, veränderten die Forscher den Standort der Plattform und testeten, wie lange die Mäuse benötigen, um auch den neuen Ort zu erlernen. Die mit Metformin behandelten Mäuse hätten dabei deutlich besser abgeschnitten als ihre nicht behandelten Artgenossen, berichten die Wissenschaftler. (dapd)



Kommentare
09.07.2012
14:33
Diabetes-Mittel Metformin lässt neue Gehirnzellen wachsen
von ichliebekoenigsblau | #1

WENN ja wenn zumind. bei mir
nicht die krassen Nebenweirkungen stattfinden würden !

Äußerst starker Juckreiz am Kopf, Augen , Ohren ,
die Augen schwellen fast zu ! Innerhalb einer Woche ! !

Aus dem Ressort
Kleine Pausen helfen Pflegekräften bei Überlastung
Erholung
Pflegekräfte haben häufig viele Patienten und wenig Zeit. Da sind Stress und Überlastungen fast schon vorprogrammiert. Markus Classen, Coach für Pflegekräfte kennt solche Situationen und weiß Rat: Einfach ein paar Minuten ganz auf den eigenen Körper konzentrieren und zu sich selbst finden.
Juckende Haut durch Babykleidung nur selten Textilallergie
Säuglinge
Bei juckender Haut des Säuglings durch neue Kleidung, schließen viele Eltern auf eine Textilallergie. Dabei ist die Ursache meistens ein zu eng anliegendes oder scheuerndes Kleidungsstück. Auch Farb- und Schadstoffe können der Auslöser sein. Eltern sollten beim Kauf darauf achten.
Gesünderes Leben kann Diabetes-Ausbruch verhindern
Ratgeber
Bei Patienten mit hohen Blutzuckerwerten ist die Wahrscheinlicheit einer Typ-2-Diabetes deutlich höher als bei anderen Menschen. Mit Sport, einer bewussten Ernährung und dem Abbau von Übergewicht, kann laut dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) dieses Risiko allerding verringert werden.
Zecken können auch im Herbst noch aktiv sein
FSME
Mit kurzen Hosen durchs hohe Gras: Dass man im Sommer auf Zecken achten soll, hat sich herumgesprochen. Doch dass die blutsaugenden Parasiten auch im Herbst noch aktiv sind, ist weniger bekannt. Jährlich erkranken bundesweit zwischen 200 und 450 Menschen an FSME - übertragen durch Zeckenbisse.
Immer mehr Erwachsene leiden an chronischem Juckreiz
Pruritus
Von Chronische Juckreiz (Pruritus) sind laut Uniklinik Münster 13 bis 26 Prozent der Erwachsenen in Deutschland betroffen. Für viele der Betroffenen ist der Juckreiz eine wahre Tortur. Trotz der hohen Zahl an Erkrankten, gibt es in ganz Deutschland nur sechs Puritus-Ambulanzen an Universitäten.
Umfrage
Jeder dritte Deutsche fordert ein Verkaufsverbot für Weihnachtsgebäck im Spätsommer . Und Sie?

Jeder dritte Deutsche fordert ein Verkaufsverbot für Weihnachtsgebäck im Spätsommer . Und Sie?

 
Fotos und Videos