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Finanzkrise

Deutsche Krankenhäuser machen Verluste

17.01.2013 | 08:45 Uhr
Deutsche Krankenhäuser machen Verluste
In deutschen Krankenhäusern wird immer mehr operiert. Das erhöht die Einnahmen der Hospitale, die jedoch immer öfter Verluste machen.Foto: dpa

Berlin.  Die Krankenhäuser in Deutschland leben finanziell nicht gerade gesund: Ein Drittel aller Krankenhäuser macht bereits Verluste. Tendenz steigend. Sie werden immer mehr zum Wirtschaftsunternehmen - mit fatalen Folgen für die Patienten.

Immer mehr Krankenhäuser rutschen ins Minus. Rund ein Drittel der gut 2000 Kliniken in Deutschland ist bereits in den roten Zahlen. Der Anteil der Kliniken mit Verlusten stieg nach den jüngsten Zahlen von 21 Prozent auf 31 Prozent im Jahr 2011. Das ist das Ergebnis des neuen Krankenhaus Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts, das am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Die Internet-Liste "kliniksterben.de" illustriert die Lage: Fast täglich werden Berichte über geschlossene Abteilungen oder Demonstrationen gegen drohende Krankenhausschließungen eingestellt. Eine andere Kehrseite des finanziellen Drucks: Kliniken sollen alleine wegen des Umsatzes immer öfter operieren .

Die Umfrage des Krankenhausinstituts bei den Kliniken zeigt, dass sich deren Wirtschaftslage trotz stark steigender Kassenausgaben für Klinikbehandlungen in den vergangenen Jahren verschlechtert habe. Bei fast 60 Prozent der Krankenhäuser gingen die Umsätze zurück.
 

40 Prozent der Krankenhäuser blicken pessimistisch in die Zukunft

Ihre Wirtschaftslage schätzte vergangenes Jahr nur gut ein Viertel der Kliniken als gut ein. Noch pessimistischer seien die Erwartungen für 2013: 22 Prozent erwarten eine Verbesserung, 40 Prozent eine Verschlechterung. Als Grund nennt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) politisch gewollte milliardenschwere Kürzungen sowie hohe Personal-, Energie- und Sachkostensteigerungen.

Auffallend sind laut der Studie besonders die Einbrüche bei den mittelgroßen Häusern - der Anteil dieser Kliniken mit Jahresüberschuss sank von 75 auf 58 Prozent. Die Kliniken werfen den Kassen Zahlungsverzögerungen und -verweigerungen vor. "Zwei Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland sind davon regelmäßig betroffen", so die DKG. So hätten sich Außenstände von 1,1 Milliarden Euro aufgetürmt. Die Koalition solle den Krankenhäusern finanziell helfen.

AOK kritisiert Wettbewerbsfähigkeit der Krankenhäuser

Die Kassen widersprachen vehement. Die Klinikfinanzierung sei völlig aus dem Gleichgewicht geraten, sagte AOK-Vorstand Uwe Deh der dpa. "Es fehlen in Deutschland eine bedarfsorientierte Krankenhausplanung und ein wettbewerbliches Vertragssystem zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen."

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    Seite 2: Kassenverband fordert "patientenorientiertes Management"

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