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Deutsche Kliniken warnen vor knappen Blutreserven im Sommer

20.07.2011 | 05:45 Uhr
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Deutsche Kliniken warnen vor knappen Blutreserven im Sommer
Alle Jahre wieder: In den Sommermonaten wird das Blut knapp. So schlimm wie jetzt war es jedoch noch nie. Kliniken und Spendendienste rufen daher dringend zu Spenden auf. Bild: Detlev Kreimeier

Leipzig.  Sommerzeit heißt für Kliniken immer auch Blutknappheit, denn die Spenden gehen in den warmen Monaten merklich zurück. So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie, klagen Experten - und rufen dringend zu Spenden auf.

In den Sommerferien erleben Kliniken und Blutspendedienste alljährlich eine Flaute in Sachen Spendenbereitschaft. Darauf richten sich alle Institutionen ein und versuchen, einen größeren Vorrat für die "blutarme" Zeit anzulegen. Doch in diesem Jahr war dies kaum möglich, wie der Haema Blutspendedienst jetzt beklagt. So früh wie in diesem Jahr habe man einen derartigen Einbruch der Spendebereitschaft noch nicht erlebt, heißt es aus Leipzig. Daher rufen Kliniken und Spendedienste erneut zur Blutspende auf.

Auch im Sommerloch wird operiert

Denn auch im Sommer müssen schwer kranke Patienten versorgt werden. Für zahlreiche operative Eingriffe wie Transplantationen, Herzoperationen und der Einsatz von Hüftprothesen sowie für die Behandlung vieler Krebspatienten und Unfallopfer benötigen die Krankenhäuser dringend Blutkonserven. Allerdings führt nicht nur das üblichen Sommerloch zu einem Blutkonservenmangel. Die Spenderzahl geht kontinuierlich zurück. "Dies nur auf die demografische Entwicklung zurückzuführen, wäre zu kurz gedacht", erklärt Dr. Knud-Peter Krause, Medizinischer Vorstand von Haema.

Junge Spender gesucht

War es früher noch üblich, mit der ganze Familien gemeinschaftlich zum Spenden zu gehen, bleiben in letzter Zeit besonders die jungen Spender zunehmend aus. Krause vermutete, dass ihnen nicht bewusst ist, wie wichtig die Blut- und Plasmaspende ist. Da menschliches Blut nicht künstlich hergestellt werden kann und eine Spende nur maximal 49 Tage haltbar ist, bleibt der Bedarf an neuen Spenden hoch.

Was man wissen sollte

Blut spenden kann jeder gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 68 Jahren mit einem Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm und einem guten Gesundheitszustand. Erstspender sollten unter 60 Jahre alt sein. Die Spende selbst dauert nur zehn Minuten, der Gesamtzeitaufwand beträgt je nach Routine zwischen 30 und 60 Minuten. Mitzubringen ist ein gültiger amtlicher Lichtbildausweis und, wenn vorhanden, der Blutspendeausweis. Wer nicht weiß, wo in seiner Nähe gespendet werden kann, findet die nächste Anlaufstelle im Internet: Einfach in einer Suchmaschine das Wort "Blutspende" und den Ortsnamen eingeben und schon werden eine Reihe von Orten und Terminen unterschiedlicher Organisationen aufgelistet. (mp)

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