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Dem Körperende mehr Aufmerksamkeit schenken

01.11.2011 | 10:32 Uhr

Düsseldorf (dapd). So lange das Gehen und Stehen keine großen Probleme bereitet, kümmern sich die meisten Menschen kaum um ihre Füße. "Die Füße sind einfach am Ende unseres Körpers und damit meistens außerhalb unserer Wahrnehmung ", sagt der Düsseldorfer Orthopäde Thomas Pauly. "Wir brauchen die Füße im Gegensatz zu unseren Händen nicht zum Gestikulieren und daher sind sie auch kein Teil unserer Persönlichkeit." Das erkläre, wieso Füße in der Regel sowohl bei der Körperpflege als auch beim Sportprogramm vernachlässigt würden.

"Dabei sind Füße so wichtig für uns und zwar nicht nur statisch, sondern dynamisch", betont der Arzt. "Denn unsere Füße müssen sich ständig unterschiedlichen Belastungen und Böden anpassen." So helfen die Rezeptoren in den Fußsohlen, die Stellung im Raum zu definieren - schräg oder gerade, Kopfsteinpflaster oder Teppich. Je beweglicher und trainierter die Füße seien, desto besser fühle man sich beim Gehen. Aber die meisten Menschen täten ihren Füßen nur in den sommerlich warmen Monaten etwas Gutes: Wenn sie barfuß laufen und bei langen Spaziergängen im Sand. "Doch generell kann man sagen, dass wir unseren Füßen deutlich zu wenig Zuwendung schenken", sagt Pauly.

Dabei würden oft schon Kleinigkeiten ausreichen, die sich in den Alltag einbetten lassen und den Füßen sehr wohltun. "Das fängt gleich morgens nach der Dusche an", sagt Pauly. Die meisten Menschen trockneten ihre Füße nicht einmal gründlich ab. Aber es sei wichtig, die Füße auch zwischen Zehen abzutrocknen. Zum einen, um Fußpilz vorzubeugen, der sich schnell in den feuchten Zehenzwischenräumen bilden kann. Zum anderen bekämen die Füße so gleich zu Beginn des Tages ihre Portion Aufmerksamkeit und eine kleine Massage. Pauly empfiehlt zum Beispiel, leicht an den Zehen zu ziehen: "Das entlastet die Gelenke und dehnt die Gelenkkapseln".

Wer sich regelmäßig um seine Füße kümmert, dem fallen außerdem Probleme wie ein breiter Ballen, Druckstellen, Entzündungen oder Nervenreizungen schneller auf. "Wenn ich nach dem Duschen in Ruhe meine Füße inspiziere, die Zehen bewege und die Füße leicht massiere, bekomme ich sofort mit, wenn es irgendwo schmerzt und drückt und kann rechtzeitig zum Arzt gehen", sagt Pauly. Er hat aber die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen erst zum Arzt gehen, wenn sie die Schmerzen nicht mehr aushalten. Das sei vielfach zu spät. "Oft ist der Verschleiß im Fuß dann schon weit fortgeschritten und die Beweglichkeit bereits deutlich eingeschränkt." Am häufigsten litten Patienten unter einem durchgetretenen Mittelfuß, Fehlbelastungen durch einen Fersensporn sowie Zehenfehlstellungen. Durch eine frühe Diagnose und eine rechtzeitige Therapie könnten sie sich viele Schmerzen und Langzeitschäden ersparen.

Bei der täglichen Fußgymnastik seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt. "Es geht vor allem darum, möglichst differenzierte Bewegungen zu machen und taktile Reize zu setzen", sagt Pauly. "Laufen Sie zum Beispiel beim Zähneputzen barfuß durch die Wohnung, mal auf den Zehenspitzen, mal auf dem Ballen, mal auf der Ferse oder auf den Fußaußen- und Innenseiten. Der Tastsinn der Füße werde geschult, wenn man ein Handtuch mit dem Fuß aufhebt oder den Badewannenstöpsel mit dem Fuß zurück in seine Halterung befördert. Das tägliche Fitnesstraining könne auch problemlos zwischendurch erledigt werden - zum Beispiel am Schreibtisch: "Ziehen Sie einfach die Schuhe unterm Tisch aus, stellen sie die Füße parallel zueinander auf den Boden, greifen Sie mit den Zehen und ziehen Sie so Ihre Füße vorwärts". Diese kleinen Übungen halten die Füße dauerhaft beweglich und fit und steigern nachhaltig das Wohl- und Gehgefühl. "Lassen Sie sich einfach etwas einfallen und beschäftigen Sie Ihre Füße!", rät der Experte.

dapd

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