Datteln, Pflaumen, Äpfel - Weshalb Trockenobst so gesund ist

Aprikosen, Apfelstücke oder Feigen - in der getrockneten Frucht stecken viele Mineralstoffe.
Aprikosen, Apfelstücke oder Feigen - in der getrockneten Frucht stecken viele Mineralstoffe.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Ist Aprikosen, Pflaumen, Datteln oder Äpfeln die Flüssigkeit entzogen worden, enthalten sie viele Mineralstoffe und fördern die Verdauung. Aber Verbraucher sollten auch bei Trockenobst genau auf Verpackungszusätze achten und Produkte aus der Nähe bevorzugen.

Essen.. Auf dem gut gelüfteten Dachboden hängen Apfelringe nebeneinander. Mit kleinen Klammern sind sie an einer Leine befestigt und tropfen, wie sonst die Wäsche. Im Backofen schwitzen Pflaumen. „Trockenobst heißt, dass dem frischen Obst die Flüssigkeit entzogen wird. Früher wurde es auf diese Weise in vielen Haushalten selbst hergestellt“, erzählt Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der Barmer GEK. „Die getrockneten Pflaumen wurden dann entweder direkt aus der Hand gegessen oder aber zu Pflaumenmus weiterverarbeitet.“

Ernährung Durch den Trocknungsprozess verändert sich die Nährstoffzusammensetzung des frischen Obstes. Seine Inhaltsstoffe, vor allem die Mineralstoffe, liegen in getrockneten Früchten in höherer Konzentration vor. Trockenobst ist sehr kaliumreich und enthält viele Pektine, die zur Gruppe der Ballaststoffe gehören. Rudischer: „Was passiert, wenn über eine getrocknete Aprikose Wasser gegossen wird? Das Pektin der Aprikose bindet das Wasser, sie wird dick und prall und quillt richtig auf. Genau das passiert mit den getrockneten Früchten auch im Darm, der dadurch zur Bewegung angeregt wird. Trockenobst fördert daher die Verdauung.“

Aprikosen geben Rotkohl eine ganz andere Süße

Apropos Aprikosen: Die orangefarbenen Sommerfrüchte sind in ihrer getrockneten Variante reich an Eisen. „Sie enthalten deutlich mehr Eisen als beispielsweise Trockenpflaumen und Datteln, die ebenfalls einen hohen Eisengehalt haben.“ Marianne Rudischer empfiehlt Aprikosen besonders zu frischem Rotkohl. „Am beliebtesten ist es in deutschen Haushalten, Rotkohl mit Apfelstücken anzumachen. Besonders gut schmeckt er aber auch mit grünen Pfefferkörnern und getrockneten Aprikosen. Sie geben dem Rotkohl eine ganz andere Süße.“

Getrocknete Pflaumen können zu Fleischgerichten serviert, Cranberries, Bananen- oder Ananasstücke in Quarkspeisen untergehoben und Apfelringe klein geschnitten ins Müsli gemischt werden. „Die Apfelstücke erhöhen den Ballaststoffanteil im Müsli zusätzlich. Sie lassen sich aber auch gut zu Apfelkompott verarbeiten. Eine ganz besondere Note enthält das Kompott, wenn zum Beispiel eine Zimtstange oder Sternanis hinzu gegeben werden.“

Aus Trockenobst lässt sich auch Kompott herstellen

Kompott lässt sich aus vielen Trockenobstsorten herstellen. Rezeptvorschlag: Getrocknetes Obst über Nacht in kaltem Wasser quellen lassen. „Am nächsten Tag die Früchte mit Zimt und Zitronensaft aufkochen, anschließend im Kühlschrank abkühlen.“ Besonders Kindern sei das Kompott aus Trockenobst früher gerne serviert worden. „Zu einer Portion Nudeln ohne Salz. Der reine Fruchtanteil im Kompott sorgte für Süße.“

Ernährung Wer getrocknetes Obst kauft, sollte auf die Zusätze auf der Verpackung achten. Marianne Rudischer empfiehlt ungeschwefeltes Trockenobst oder solches mit der Bezeichnung ‚wenig Schwefel’. Das sei ein Hinweis dafür, dass das Obst wenig behandelt wurde. Schwefel wird benutzt, damit die Früchte ihre Farbe behalten und sie länger haltbar sind. Wer dennoch ab und an zu einer Tüte mit der Aufschrift „geschwefelt“ greife, müsse sich aber keine Sorgen machen. „Es stecken keine Unmengen an Schwefel darin.“ Wer viel Trockenobst knabbert, sollte solches aus kontrolliert biologischem Anbau bevorzugen. Das enthalte weniger Schadstoffe.

Zwar süß, aber kein Fett

Trockenobst hat einen hohen Zuckeranteil, dennoch wird es als gute Ergänzung zu frischem Obst angesehen. „Beides enthält natürlichen Zucker. Viel bedeutender ist aber: Im Trockenobst steckt im Gegensatz zu vielen Süßigkeiten kein Fett“, betont Marianne Rudischer. Doch für Trockenobst gilt die gleiche Regel wie für Süßes: Klebt es lange an den Zähnen, ist es kariesfördernd. „Daher unmittelbar nach dem Naschen die Zähne putzen.“

Einen süßlichen Geschmack haben auch die getrockneten Feigen. Doch sollte der süßen Verlockung nachgegeben werden? „Feigen sind besonders in den Wintermonaten und zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Die Früchte stammen aber leider nicht aus unserer heimischen Region, sondern vielfach vom westlichen Mittelmeergebiet.“ Ein Wermutstropfen, denn je größer die Transportwege zum Ziel, „desto eher sollte der Verbraucher davon ausgehen, dass die Obstsorten behandelt wurden, um ihre Haltbarkeit zu sichern“. Als goldene Einkaufsregel rät Marianne Rudischer deshalb, wie bei frischem so auch bei getrocknetem Obst bevorzugt solche Sorten aus der näheren Umgebung zwischen die Zähne kommen zu lassen.