Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Ernährung

Datteln, Pflaumen, Äpfel - Weshalb Trockenobst so gesund ist

11.11.2012 | 13:32 Uhr
Datteln, Pflaumen, Äpfel - Weshalb Trockenobst so gesund ist
Aprikosen, Apfelstücke oder Feigen - in der getrockneten Frucht stecken viele Mineralstoffe.Foto: Getty Images

Essen.   Ist Aprikosen, Pflaumen, Datteln oder Äpfeln die Flüssigkeit entzogen worden, enthalten sie viele Mineralstoffe und fördern die Verdauung. Aber Verbraucher sollten auch bei Trockenobst genau auf Verpackungszusätze achten und Produkte aus der Nähe bevorzugen.

Auf dem gut gelüfteten Dachboden hängen Apfelringe nebeneinander. Mit kleinen Klammern sind sie an einer Leine befestigt und tropfen, wie sonst die Wäsche. Im Backofen schwitzen Pflaumen. „Trockenobst heißt, dass dem frischen Obst die Flüssigkeit entzogen wird. Früher wurde es auf diese Weise in vielen Haushalten selbst hergestellt“, erzählt Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der Barmer GEK. „Die getrockneten Pflaumen wurden dann entweder direkt aus der Hand gegessen oder aber zu Pflaumenmus weiterverarbeitet.“

Meldung vom 5.11.12
Mineralien – die wichtigen Helferlein bei der Ernährung

Mineralstoffe wie Kalzium oder Magnesium sind lebensnotwendig, doch selber herstellen kann der Körper sie nicht. Wir sagen Ihnen, wo sie in der Nahrung zu finden sind und welche Mengen Sie täglich brauchen.

Durch den Trocknungsprozess verändert sich die Nährstoffzusammensetzung des frischen Obstes. Seine Inhaltsstoffe, vor allem die Mineralstoffe, liegen in getrockneten Früchten in höherer Konzentration vor. Trockenobst ist sehr kaliumreich und enthält viele Pektine, die zur Gruppe der Ballaststoffe gehören. Rudischer: „Was passiert, wenn über eine getrocknete Aprikose Wasser gegossen wird? Das Pektin der Aprikose bindet das Wasser, sie wird dick und prall und quillt richtig auf. Genau das passiert mit den getrockneten Früchten auch im Darm, der dadurch zur Bewegung angeregt wird. Trockenobst fördert daher die Verdauung.“

Aprikosen geben Rotkohl eine ganz andere Süße

Apropos Aprikosen: Die orangefarbenen Sommerfrüchte sind in ihrer getrockneten Variante reich an Eisen. „Sie enthalten deutlich mehr Eisen als beispielsweise Trockenpflaumen und Datteln, die ebenfalls einen hohen Eisengehalt haben.“ Marianne Rudischer empfiehlt Aprikosen besonders zu frischem Rotkohl. „Am beliebtesten ist es in deutschen Haushalten, Rotkohl mit Apfelstücken anzumachen. Besonders gut schmeckt er aber auch mit grünen Pfefferkörnern und getrockneten Aprikosen. Sie geben dem Rotkohl eine ganz andere Süße.“

Getrocknete Pflaumen können zu Fleischgerichten serviert, Cranberries, Bananen- oder Ananasstücke in Quarkspeisen untergehoben und Apfelringe klein geschnitten ins Müsli gemischt werden. „Die Apfelstücke erhöhen den Ballaststoffanteil im Müsli zusätzlich. Sie lassen sich aber auch gut zu Apfelkompott verarbeiten. Eine ganz besondere Note enthält das Kompott, wenn zum Beispiel eine Zimtstange oder Sternanis hinzu gegeben werden.“

Aus Trockenobst lässt sich auch Kompott herstellen

Kompott lässt sich aus vielen Trockenobstsorten herstellen. Rezeptvorschlag: Getrocknetes Obst über Nacht in kaltem Wasser quellen lassen. „Am nächsten Tag die Früchte mit Zimt und Zitronensaft aufkochen, anschließend im Kühlschrank abkühlen.“ Besonders Kindern sei das Kompott aus Trockenobst früher gerne serviert worden. „Zu einer Portion Nudeln ohne Salz. Der reine Fruchtanteil im Kompott sorgte für Süße.“

Meldung vom 31.08.12
So bringen Sie Muskeln in Schwung - Ess-Tipps für Sportler

Wenig Fett, viel Vitamine, Kohlenhydrate: Sternekoch und Hobbyläufer Johann Lafer rät Sportlern zur leichten Küche. Wir haben seine besten Ernährungstipps aufgeschrieben und verraten, warum Kartoffeln und Spinat vorm Laufen hilfreich sind, Spargel aber nicht.

Wer getrocknetes Obst kauft, sollte auf die Zusätze auf der Verpackung achten. Marianne Rudischer empfiehlt ungeschwefeltes Trockenobst oder solches mit der Bezeichnung ‚wenig Schwefel’. Das sei ein Hinweis dafür, dass das Obst wenig behandelt wurde. Schwefel wird benutzt, damit die Früchte ihre Farbe behalten und sie länger haltbar sind. Wer dennoch ab und an zu einer Tüte mit der Aufschrift „geschwefelt“ greife, müsse sich aber keine Sorgen machen. „Es stecken keine Unmengen an Schwefel darin.“ Wer viel Trockenobst knabbert, sollte solches aus kontrolliert biologischem Anbau bevorzugen. Das enthalte weniger Schadstoffe.

Zwar süß, aber kein Fett

Trockenobst hat einen hohen Zuckeranteil, dennoch wird es als gute Ergänzung zu frischem Obst angesehen. „Beides enthält natürlichen Zucker. Viel bedeutender ist aber: Im Trockenobst steckt im Gegensatz zu vielen Süßigkeiten kein Fett“, betont Marianne Rudischer. Doch für Trockenobst gilt die gleiche Regel wie für Süßes: Klebt es lange an den Zähnen, ist es kariesfördernd. „Daher unmittelbar nach dem Naschen die Zähne putzen.“

Einen süßlichen Geschmack haben auch die getrockneten Feigen. Doch sollte der süßen Verlockung nachgegeben werden? „Feigen sind besonders in den Wintermonaten und zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Die Früchte stammen aber leider nicht aus unserer heimischen Region, sondern vielfach vom westlichen Mittelmeergebiet.“ Ein Wermutstropfen, denn je größer die Transportwege zum Ziel, „desto eher sollte der Verbraucher davon ausgehen, dass die Obstsorten behandelt wurden, um ihre Haltbarkeit zu sichern“. Als goldene Einkaufsregel rät Marianne Rudischer deshalb, wie bei frischem so auch bei getrocknetem Obst bevorzugt solche Sorten aus der näheren Umgebung zwischen die Zähne kommen zu lassen.

Daniela Schaefer



Kommentare
13.11.2012
00:24
Datteln, Pflaumen, Äpfel - Weshalb Trockenobst so gesund ist
von nussknacker | #1

da kann man geteilter Meinung sein, denn der viele Schwefel ist überaus giftig!

Aus dem Ressort
Weniger Deutsche fehlen wegen Burnouts bei der Arbeit
Gesundheit
Zehn Jahre schien die Diagnose "Burnout" unter deutschen Arbeitnehmern immer stärker zu grassieren. Doch 2013 hat sich der Trend gewendet, das zeigt eine Studie der Krankenkasse DAK. Die Ärzte finden nun immer öfter die Krankheit hinter der Krankheit.
DAK: Weniger Fehltage wegen Burnout - mehr wegen Depression
Gesundheit
Immer wieder hört man von mehr und mehr Burnout-Fällen. Eine Studie der DAK zeigt nun: Die Zahl der Fehltage wegen Burnouts ist gesunken. Die schlechte Nachricht: Dafür setzen Depressionen den Arbeitnehmern in Deutschland zu.
Essener hat schon 289 Mal sein Blut beim DRK gespendet
Blutspende
Wolf Tiemeier aus Essen-Holsterhausen hat seit seinem 18. Lebensjahr 289 Mal Blut und Blutbestandteile beim DRK gespendet. Damit ist er in der Stadt Rekordhalter. Die Spenden gehören für den 56-Jährigen mittlerweile zum Alltag. „Sie sollten für jeden selbstverständlich sein“, sagt er.
Im Herbst starten Pollenallergiker mit Hyposensibilisierung
Gesundheit
In den Herbst- und Wintermonaten können Pollenallergiker beschwerdefrei durchatmen. Doch sollten sie daran denken, dass ihnen im nächsten Frühjahr mit der Überreaktion des Körpers wieder eine große Belastung bevorsteht. Eine Therapie kann helfen.
Versicherer Generali will Fitnessdaten von Kunden sammeln
Gesundheit
Gesünder leben und bei der Krankenversicherung davon profitieren: Per Telemonitoring will Generali künftig Kundendaten über Fitness und Lebensstil erfassen. Verbraucherschützer sind alarmiert.
Umfrage
Hygiene, Arbeitsrecht, Streit zwischen Konzern und Franchise-Nehmer: Viele Burger King-Filialen mussten schließen. Was denken Sie darüber?

Hygiene, Arbeitsrecht, Streit zwischen Konzern und Franchise-Nehmer: Viele Burger King-Filialen mussten schließen. Was denken Sie darüber?

 
Fotos und Videos