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Multiple Sklerose

Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose

14.12.2012 | 08:45 Uhr
Bisher gingen Forscher davon aus, dass ein bestimmtes Cannabis-Präparat die Leiden von MS-Patienten lindern kann. Die Wirksamkeit ist aber nicht ausreichend bewiesen, heißt es jetzt in einer medizinischen Fachzeitschrift.Foto: AP

London.   Eine zeitlang wurde angenommen, dass Cannabis die Beschwerden von Multiple-Sklerose-Patienten lindern kann. Eine medizinische Fachzeitschrift zweifelt die Studien zur Wirksamkeit jetzt aber an: Die Versuchsreihen seien zu kurzfristig angelegt und die Zahl der Versuchspersonen teils zu gering.

Eine Auswertung medizinischer Studien stellt die Wirksamkeit eines Cannabis -Präparats für an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Patienten in Frage. Bisherige Studien über das auch in Deutschland zugelassene Medikament Sativex könnten die Wirksamkeit des Präparats nicht ausreichend beweisen, heißt es in einem am Mittwoch in der britischen Fachzeitschrift "Drug and Therapeutics Bulletin" veröffentlichten Aufsatz. Die in den Studien enthaltenen Beweise seien "sehr mager", schreibt der Herausgeber der Fachzeitschrift, James Cave. Es sei daher sogar "erstaunlich", dass Sativex, das Muskelkrämpfe von MS-Patienten lindern soll, eine Zulassung erhalten habe.

Versuche waren oft zu kurz angesetzt

So hätten Versuche oft nur eine Dauer von wenigen Wochen gehabt. Untersuchungen über die Langzeitwirkung des Medikaments des britischen Pharmakonzerns CW Pharmaceuticals fehlten dagegen. In einigen Studien sei zudem die Zahl der Versuchspersonen nicht ausreichend gewesen. In zwei Untersuchungen hätten die Versuchspersonen mehr als die empfohlene Tagesdosis des Sprays erhalten.

Video
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Eine vom Untersuchungsdesign und von der Zahl der Teilnehmer her nicht zu beanstandende Studie habe keine deutliche Verbesserung der Symptome gezeigt. CW Pharmaceuticals wies die Angaben der kritischen Studien-Auswertung zurück. "Wichtige Elemente" der klinischen Studien seien von den Autoren offenbar nicht verstanden worden.

Kontrollbehörden in 22 Staaten hätten die Tests nicht beanstandet. Weltweit leiden mehr als eine Million Menschen unter Multipler Sklerose , bei der das eigene Immunsystem die Schutzhülle von Nervenzellen zerstört. Typisch für die Krankheit sind Muskelkrämpfe. (AFP)



Kommentare
24.05.2013
16:14
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von rapo | #6

Habe den Artikel im "Drugs and Therapeutics Bulletin" zwar nicht gelesen, aber es handelt sich dabei um ein angeblich unabhängiges Organ, das als Quasi- Mitteilungsorgan der britischen Pharmalobby dient.
Bei aller vielleicht berechtigten Kritik an den Studien, die der Hersteller nutzt, muss man sagen, dass empirisch die Erfahrung zahlreicher Nutzer sowohl der beiden vollsynthetischen (!) Arzneimittel als auch von natürlichem Hanf eine Wirksamkeit, zumindest auf das Empfinden, aber auch die Muskelrelaxation deutlich belegt. Solche Studien wurden aber weder vom Bulletin noch vom Hersteller CW Pharmaceuticals bewertet oder auch nur ausgewertet. Beide sind nicht an den Wirkungen der Pflanze Hanf interessiert. In den Niederlanden werden in staatlichem Auftrag zu medizinischen Zwecken Dutzende Hanfsorten mit unterschiedlichsten Alkaloidzusammensetzungen gezüchtet und anerkannt erfolgreich je nach Erkrankung passend verordnet. Dort ist man weiter als die Pharmalobby oder die Bornierten hier.

14.12.2012
18:51
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von Lutzer | #5

@alcoroxx

Die psychoaktive Wirkung entsteht durch die Erhitzung von Cannabis. Du musst es aber nicht erhitzen, um von den Heilkräften zu profitieren. Suche in mit Google nach "The Health Benefits of Juicing Raw Cannabis". Der zweite Treffer zeigt ein Youtube Video von einer Frau, die ihre Beschwerden erfolgreich mit Cannabis lindert, ohne wie du sagst "dicht" zu sein. Dafür muss man keine Pharmaindustrie füttern.

14.12.2012
12:50
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von alcoroxx | #4

nochmal ich,

ich möchte eigentlich mit meinem Kommentar nicht ein für oder gegen loswerden.

Ich möchte lediglich die alte WAZ wieder mit gut recherchierenden Redakteuren und Reportern. Die hätten den Mumpitz an diesem Artikel festgestellt und verhindert.
Ich möchte einfach nicht gerne zu einem Drogensüchtigen auf der Stufe Heroin gestellt werden.
Wenn ich "dicht" bin, geht es mir körperlich wesentlich besser....(sehr viel)
Ich wünschte mir immer ein solches Körpergefühl....doch ich bin "dicht", was mich dann meist aufregt, weil ich dieses Körpergefühl nicht für Aktivitäten nutzen kann.
Ohne humpele ich schlecht gelaunt mit Schmerzen durchs Leben.
bei Medikamenten wie Sativex oder Dronabinol ist die psychogene Wirkung stark vermindert eigentlich gleich null.
Solche Artikel sind nicht sehr förderlich für die Anerkennung.

1 Antwort
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von Lutzer | #4-1

Leider möchten fähige Berichterstatter am Ende des Monats auch entsprechend entlohnt werden, und gute Bezahlung für gute Arbeit ist leider nicht mehr Zeitgemäß.

14.12.2012
11:48
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von alcoroxx | #3

Hallo,

mit bestürzung lese ich diesen Artikel.
Ich habe MS über einen längeren Zeitraum und nehme seit nunmehr 9 Jahren Cannabis um meinen gestressten Körper wenigstens ein mal am Tag zu entspannen und um dann mit ihm schlafen zu können.
Ich bin kriminell, denn ich muss mir das Zeug ja irgendwie holen.
Ich erkrankte während meiner Dienstzeit bei der Bw. Als Wachhabender habe ich dort Cannabis Konsumenten eingespeert und das mit überzeugter Haltung gegen Drogen.

Ich habe von 2008 - 2009 an einer Studie des Bergmannsheils mit Dronabinol teilgenommen und das für ein Jahr. (zum Thema "zu kurze Nachweise"
Ich habe auch Sativex schon genommen.

Und nun das beste, es wirkt!

Ich finde es zum kot**n wenn gesunde Menschen über das Empfinden kranker streiten.
Wer bitteschön will mir den beweisen, daß es nicht wirkt?
Also ich mag es definitiv nicht, daß eine Pharmalobby die Meinungen der Menschen so manipuliert, daß man gezwungen ist kriminell zu sein um seine krankheit aushalten zu können.

14.12.2012
10:10
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von Lutzer | #2

Da nicht gleichzeitig veröffentlicht wird, dass echtes Cannabis im Gegensatz zu dem Pharmaprodukt Sativex sehr wohl die bei MS auftretenden Muskelkrämpfe löst, muss ich, der eigentlich informiert werden sollte, diese Berichterstattung als tendenziös entblößen. Hier entsteht der Eindruck, dass MS Patienten, die sich Linderung durch Cannabinoide erhofften, leider weiterhin Chemie schlucken müssen. Die Pharmaindustrie würde das hochwirksame Medikament, das kostenlos im Garten wachsen kann, gerne patentieren und Milliarden damit umsetzen. Glücklicherweise scheitert das an der Tatsache, dass Cannabis eine gewöhnliche Pflanze ist, und unverändert in reinster Form den medizinischen Nutzen hat, den unsere Pharmagiganten mit ihren "Extrakten" nicht erzielen können. In vielen Ländern der Welt ist Cannabis bereits als Medikament freigegeben, und es ist ein bodenloses Unrecht, dass deutsche Patienten zugunsten der Chemiemischer wegen wirksamer Selbstmedikation kriminalisiert werden.

1 Antwort
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von jessiesrevenge | #2-1

is ja immer so, denke hier sind es die Krankenkassen, da eine Flasche Sativex stolze 500,-€ kostet und ca 1-2 Wochen je nach Härtefall reicht. Da ist es natürlich leichter die betroffenen mit Opiaden zuzustopfen. Die in ihre Wirkung 100fach fataler sind als Cannabis.
Man könnte viel Geld sparen und erwirtschaften, wenn Cannabis öfter als Gras freigegeben wird, für Patienten. Aber da verdient die Pharmaindustrie ja nix mehr dran. Da sieht man was den deutschen Staat seine Bürger wert sind, nämlich nix, die sollen konsumieren, ansonsten nix...

14.12.2012
10:10
Cannabis hilft möglicherweise doch nicht bei Multipler Sklerose
von jessiesrevenge | #1

na wie teuer war der Artikel für die Pharmabranche? 10.000€? 15.000?
Warum geht die Readktion nicht hin und fragt mal ihre Leser die an MS erkrankt sind und diese Tropfen oder Spray bekommen???
Klar ist es kein Wundermittel, kann auch keine zerstörten Nervenbahnen wieder aufbauen. Aber es ist mit Tramal (Opiade!!) das einzigste Schmerzmittel welches halbwegs anschlägt!
Mein Freund leidet seit 15 Jahren unter MS, seit 10 Jahren nimmt der Cannabis, er sitzt weder im Rollstuhl noch sonstwas! Für ihn ist es ein Segen, wenn das kribbeln in den Beinen aufhört, der Hunger sich wieder meldet und die Schmerzen nachlassen.
Den Kampf gegen Drogen in aller Ehren, aber an Medikamente ranzugehen und solch brutalst falsche Infos zu übernehmen ist daneben!
Habe hier den lebensechten Versuch sitzen und er fährt, wie viele andere auch, sehr gut mit der grünen Droge und hat davon wenigstens keine Entuzgserscheinungen wie vom Tramal!

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