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C wie Cremes - Inhaltsstoffe auf dem Prüfstand

13.12.2011 | 08:45 Uhr
C wie Cremes - Inhaltsstoffe auf dem Prüfstand
Grundsätzlich sollte erst wenn die Haut Probleme macht, überlegt werden, welche Creme eingesetzt werden könnte.

Essen.  Unsere Serie „Gesund von A bis Z“ gibt in loser Folge in 26 Artikeln quer durch das Alphabet Tipps zur Gesundheit. Heute: Tipps zur Wahl einer effektiven Hautcreme. Denn die eigentliche Wirkung der Inhaltsstoffe ist oft unbekannt.

Sie ist eine Petze. Kaum eine kleine Sünde kann die Haut für sich behalten, geschweige denn das Alter. Alles trägt sie ohne ein Zögern nach Außen. Als Bestechungsmittel gegen die allzu unverblümte Wahrheit greift der Verbraucher nicht selten zu Cremes. Cremes gegen erste Falten, trockene Wangen, müde Augen, rissige Lippen. Doch welche Inhaltsstoffe helfen wogegen und braucht die Haut wirklich eine geschmiert?

„Grundsätzlich sollte erst wenn die Haut Probleme macht, überlegt werden, welche Creme eingesetzt werden könnte“, sagt die Heilpraktikerin Petra Koruhn. Solch ein Problem zeichnet sich nicht selten im Winter ab. Wind und Wetter sorgen für eine strapazierte Haut und aufgesprungene Lippen. „Bei trockener Haut hilft eine Wollfettsalbe besonders gut. Sie enthält einen hohen Anteil an Olivenöl, das der Haut reichlich Fett spendet.“ Wenn die Haut nicht nur trocken ist, sondern bereits spannt, sich rau anfühlt und schuppt, dann empfiehlt Petra Koruhn eine noch fetthaltigere Hamamelissalbe. „Bei spannender und sehr sensibler Haut hilft aber auch Kamille gut, sie beruhigt die Haut. Darüber hinaus sind Rosenöle sehr sanft zur Haut.“

Sanddorn als Vitaminbombe für die Haut

Petra Koruhn rät immer zu Kosmetikprodukten auf Naturbasis. „Bei chemischen Stoffen ist es nie gut, wenn sie ins Blut gelangen. Niemand weiß, wie sie sich eventuell mit anderen Stoffen im Körper verbinden und dann wirken. Sicherer ist der Verbraucher, wenn er Produkte auf Biobasis kauft.“ Gut sind beispielsweise Inhaltsstoffe wie Traubenkerne und grüner Tee, beide spenden der Haut viel Feuchtigkeit. Eine wahre Vitaminbombe für die Haut ist Sanddorn. Die Frucht enthält viel Vitamin C, das Freie Radikale, die durch Umwelteinflüsse wie aggressive Sonnenstrahlen in die Haut gelangen, neutralisiert. „Richtig gut sieht die Haut jedoch nur aus, wenn sich der Mensch bewusst gesund ernährt. Dann braucht er nicht so viele Cremes. Im Sommer höchstens eine Feuchtigkeitscreme, weil die Haut viel Wasser ausschwitzt, im Winter maximal zusätzlich eine Fettcreme.“

Frisches Obst gleich frisches Aussehen? Petra Koruhn nickt. „Die Haut braucht Vitamine und die bekommt sie am wirkungsvollsten durch frisches Gemüse und Obst. Das steigert auch die eigene Abwehr.“ Die Kiwi zählt beispielsweise zu den besten Vitamin-C-Lieferanten. „Durch die Kerne enthält sie wichtige Ballaststoffe, die die Darmfunktion unterstützen, die zusätzlich für eine vitalere Optik sorgt.“ Dabei darf so manche Obst- und Gemüsesorte auch aufs Gesicht gelegt werden. „Gurken und Mangos haben eine kühlende Wasserstruktur, die beruhigend auf die Gefäße wirkt und für einen frischen Teint sorgt. Wer viel unterwegs ist, kann aber auch einfach ein bisschen Wasser ins Gesicht geben oder über die Pulsadern am Handgelenk laufen lassen.“

Schlaf sorgt für eine vitalere Optik

Eine Formel für strahlende und geschmeidige Haut sei: wenig Alkohol, kein Nikotin, zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken, zwischendurch ruhig einmal eine Tasse grünen Tee aufgießen und wenig Koffein zu sich nehmen. „Alles was man isst, die gesamte Lebensweise, strahlt auf die Haut zurück.“ Die Haut merkt sich alles, aber verzeiht sie auch? Nein, sagt Petra Koruhn, „die Haut verzeiht nie.“ Milde zu stimmen sei sie aber mit Spaziergängen an der frischen Luft. „Besonders dann, wenn die Sonne scheint. Denn die Sonne ist nur gefährlich, wenn der Körper stundenlang in den heißen Sonnenstrahlen gebraten wird.“ Das Rosten fördert die Bildung von Freien Radikalen, die zu Zellschäden und Krebserkrankungen führen können. Wer nur gemütlich einen Spaziergang in der Sonne macht, der nimmt hingegen Vitamin D auf, das Knochen und Zähne stärkt. Für eine frische und ausgeruhte Haut sorgt ebenso genügend Schlaf. Acht Stunden sollte sich der Mensch täglich aufs Ohr legen und am besten, noch bevor die Uhr Zwölf schlägt. „Den sogenannten Schönheitsschlaf gibt es nämlich tatsächlich“, sagt Petra Koruhn. „Nach unserem Biorhythmus ist das der Schlaf vor Mitternacht.“

„Die teuren Anti-Aging-Produkte halten alle nicht das, was auf ihren Verpackungen steht“

Doch weder die größte Schlafmütze noch die teuerste Creme können eins verhindern: Die natürliche Faltenbildung auf der Haut. „Die teuren Anti-Aging-Produkte, die ein jüngeres Aussehen versprechen, halten alle nicht das, was auf ihren Verpackungen steht . Sie stärken vielleicht das persönliche Lebensgefühl, weil man sich ein Luxusgut geleistet hat, und die Haut kann sich auch straffer anfühlen, aber nur, weil sie schön gepflegt ist. Dafür muss aber nicht zwangsläufig zu einer teuren Creme gegriffen werden. Eine ganz normale Babycreme ist durchaus gut.“ Aber Falten reduzieren? Petra Koruhn schüttelt mit dem Kopf. „Die Cremes können noch so tief wirken, es gibt keine Creme, die Falten wieder verschwinden lässt.“ Da könne noch so viel gegen angeschmiert werden.

Daniela Schaefer


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