Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Silikonbusen-Skandal

Brustvergrößerung - Schönheitschirurgie boomt trotz PIP-Skandals

27.01.2012 | 14:56 Uhr
Brustvergrößerung - Schönheitschirurgie boomt trotz PIP-Skandals
Der Markt der Schönheitschirurgie wächst. Vor allem Brustvergrößerung sind beliebt.Foto: dapd

Paris.  Brust-Vergrößerung, Anti-Falten-Spritzen, Laser-Haarentfernung: Der Markt der Schönheitschirurgie boomt trotz des Skandals um gesundheitsgefährdende Brust-Implantante der französischen Firma PIP. Für das Jahr 2011 wird der Umsatz auf 770 bis 940 Millionen Euro geschätzt - Tendenz steigend.

Trotz des Skandals um gesundheitsgefährdende Brust-Implantate boomt weltweit der Markt der Schönheitschirurgie: Die Branche habe im vergangenen Jahr ein Wachstum um 10,1 Prozent erzielt, geht aus einer am Freitag in Paris veröffentlichten Untersuchung hervor. Der weltweite Umsatz mit Brust-Implantaten , Anti-Falten-Spritzen oder Laser-Enthaarungen habe bei 3,2 bis 3,8 Milliarden Euro gelegen.

In Paris findet derzeit der europäische Jahreskongress der Schönheitschirurgen und Dermatologen statt. Für 2012 rechnet die Branche sogar mit einem noch kräftigeren Wachstum um 11,2 Prozent. Der Skandal um die minderwertigen Brust-Implantate der französischen Firma PIP werde nur einen begrenzten Effekt haben, sagte Laurent Brones, einer der Autoren der Untersuchung und führender Mitarbeiter des Produzenten für Schönheitsprodukte Symatese.

Video
Marseille, 27.01.12: Im Skandal um minderwertige Brustimplantate ist PIP-Gründer Jean-Claude Mas am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach dem Verhör konnte der 72-Jährige das Gerichtsgebäude gegen eine Kaution von 100.000 Euro verlassen.

PIP sei ein vergleichsweise "kleiner Produzent" gewesen, der in Europa und Lateinamerika verkauft habe, nicht aber auf den wichtigen Märkten USA und Asien. Die hunderttausende Frauen, die die Billig-Implantate von PIP eingepflanzt bekommen hätten, machten weltweit nur 1,5 Prozent der insgesamt 20 Millionen Frauen mit Brustimplantaten aus, fügte Brones hinzu.

Dem Gründer der Firma PIP, Jean-Claude Mas , wird vorgeworfen, seine Silikoneinlagen mit einem minderwertigen Industriesilikon gefüllt zu haben. Die Einlagen rissen vermehrt und werden für Entzündungen, von den Opfern sogar für Krebsfälle verantwortlich gemacht. Gegen Mas laufen in Frankreich zwei Verfahren wegen Betrugs und Körperverletzung. Auch in Deutschland wurde Klage eingereicht.

Wachstum der Schönheitsbranche in Europa bei fünf Prozent

Video
Auch in Deutschland wächst die Angst vor minderwertigen Brustimplantaten des französischen Herstellers PIP. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt betroffenen Frauen nun, die Implantate entfernen zu lassen.

Der Markt für Schönheitschirurgie in Europa ist derzeit zwar weit weniger dynamisch als die Märkte in Asien, Nordamerika und Lateinamerika. Dies liege aber mehr an der Wirtschaftskrise als am PIP-Skandal, sagte Brones. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum der Branche in Europa bei geschätzt fünf Prozent; der Umsatz wird auf 770 bis 940 Millionen Euro beziffert. In den nächsten fünf Jahren soll das Wachstum jährlich bei durchschnittlich sieben Prozent liegen. In Frankreich sind Brustvergrößerungen mit 50.000 Operationen jährlich der am meisten praktizierte ästethische Eingriff. Danach folgen die Aufspritzung von Lippen oder chirurgische Veränderungen der Augenlider und von Augenringen. Die Studie verweist auch auf einen zunehmenden Erfolg der Lasertechnik und bei Methoden, die auf natürlichem Wege die Schönheit wiederherstellen. (afp)

 

Facebook
 
Kommentare
07.02.2012
00:12
Blockierter Kommentar.
von nothdurft | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.01.2012
21:11
Brustvergrößerung - Schönheitschirurgie boomt trotz PIP-Skandals
von g.kont | #2

Lieber kleine natürliche, als diese aufgepumpten Ballons.

28.01.2012
20:30
Brustvergrößerung - Schönheitschirurgie boomt trotz PIP-Skandals
von Klare-Kante-Komiker | #1

Warum brauchen Frauen (außer aus medizinischen Gründen natürlich) eigentlich diese "Gummitüten"?
Oder sind wir Männer mal wieder die "Knallköppe" die die Frauen unter Druck setzen?
Fragen über Fragen.......

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6288512/create

Aktuelle Fotos und Videos
Es ist wieder Pollenzeit
Video
Allergien
WAZ-Medizinforum Diabetes
Bildgalerie
WAZ-Medizinforum
Stars mit dem HI-Virus
Bildgalerie
Aids
Schalke gegen Hoffenheim
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Bundestag stimmt für neue Organspende-Regelung
Organspende
Bürger in Deutschland müssen sich künftig mehr Gedanken über eigene Organspenden machen. Der Bundestag hat dazu an diesem Freitag mit Mehrheit einem Gesetzentwurf zugestimmt. Die Deutsche Hospiz-Stiftung reagiert enttäuscht.
Mülheim kommt auf 210.156 Krankentage im Jahr
Medizin
Trauriger Rekord für die Stadt Mülheim: Die Stadt kommt auf 210.156 Krankentage im Jahr. Damit ist der Krankenstand hier deutlich höher als im Umland. Das liegt auch daran, dass psychische Erkrankungen hier besonders hartnäckig sind.