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Bluthochdruck muss nicht immer mit Medikamenten behandelt werden

31.10.2011 | 08:45 Uhr
Bluthochdruck muss nicht immer mit Medikamenten behandelt werden
Wer unter Bluthochdruck leidet, kann mit einer Änderung seines Lebensstils Besserungen erzielen. Foto: imago

Essen.   Zwischen 18 und 35 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Bluthochdruck. Von vielen oft unbemerkt, kann die tückische Krankheit zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen und Gehirn, Herz, Niere und Augen schädigen. Doch nicht in jedem Fall muss man zu Medikamenten greifen.

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland und weltweit. Nach Schätzungen leiden allein hierzulande zwischen 18 und 35 Millionen Menschen daran. Und: Millionen von Männern und Frauen kennen ihre Werte überhaupt nicht. „Bluthochdruck hat die tückische Eigenschaft, dass er jahrelang keine Beschwerden verursacht und unbehandelt bleibt. Deshalb laufen diese Menschen Gefahr einer schleichenden schwerwiegenden Schädigung von Gehirn, Herz, Niere und Augen“, warnt Professor Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Für die Vorbeugung und die Therapie des Bluthochdrucks sind nicht nur Medikamente, sondern ein gesunder Lebensstil von großer Bedeutung. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, regelmäßige Ausdauerbewegung, wenig Alkohol, wenig Salz und Entspannung bei chronischem Stress .

Eine besondere Rolle spielt das Übergewicht, das als wesentlicher Faktor für die Entstehung von Bluthochdruck gilt und infolgedessen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall mit sich bringt. Umgekehrt lassen sich Bluthochdruck und die Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes durch den Abbau von Übergewicht senken.

Übergewicht in kleinen Schritten abbauen

„Allerdings ist beim Abnehmen von ‚Wunderdiäten‘ abzuraten, die einen schnellen, mühelosen Weg zum Wunschgewicht versprechen“, sagt Professor Helmut Gohlke, ebenfalls im Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Denn solche Schnell-Diäten können zwar kurzfristig eine Gewichtsabnahme herbeiführen, aber langfristig tritt der gefürchtete „Jo-Jo-Effekt“ ein:Die verlorenen Pfunde kehren zurück. Deswegen muss das Übergewicht in kleinen Schritten, so langsam wie es meistens entstanden ist, auch wieder abgebaut werden.

Info
Auf diese Werte kommt es an
  • Der optimale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg.
  • Zu hoher Blutdruck ist definiert als eine mehrfach gemessene Erhöhung des Blutdrucks ab 140/90 mmHg.
  • Eine dauerhafte Senkung des Blutdrucks um 20 mmHg (oberer Wert) und 10 mmHg (unterer Wert) verringert das Risiko, in den nächsten zehn Jahren einen Schlaganfall oder andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen zu erleiden, um etwa 50 Prozent.

Der langsame Abbau fällt leichter, weil die Lebensqualität weniger beeinträchtigt wird. Nebenwirkungen der Medikamente verringern Besonders eignet sich die Mittelmeerküche , die vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt, zur Vorbeugung und Behandlung des Bluthochdrucks.

Mäßiger Bluthochdruck durch Lebensstiländerung normalisieren

Ihre Merkmale sind: viel Gemüse, Salat, Obst, Vollkornprodukte, wenig mageres Fleisch, dafür mehr Fisch, Raps- und Olivenöl. Wissenschaftlich belegt ist, dass eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und fettarmen Milchprodukten ist, den Blutdruck senken kann.

Bluthochdruck

Ein mäßiger Bluthochdruck (140-159/90-99 mmHg) kann allein durch eine Lebensstiländerung normalisiert werden. Müssen Blutdruckmedikamente eingenommen werden, ermöglicht der gesunde Lebensstil, mit weniger Tabletten oder einer niedrigeren Dosierung auszukommen. Dadurch verringern sich auch die Nebenwirkungen.

Christiane Johag

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