Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Schädlicher Stoff

Bisphenol A schädigt männlichen Nachwuchs im Mutterleib

05.07.2011 | 11:45 Uhr
Bisphenol A schädigt männlichen Nachwuchs im Mutterleib
Babyflaschen die den Stoff Phisphenol A enthalten, sind innerhalb der EU bereits verboten. Foto: Michael Kleinrensing

Düsseldorf.   Babyflaschen die Bisphenol A enthalten, sind seit Juni EU-weit verboten. Welche Auswirkungen der Stoff bei Ungeborenen haben kann, fanden Forscher in Versuchen an Mäusen heraus. Das Ergebnis: Bisphenol A schädigt vor allem den männlichen Nachwuchs.

Der Kontakt mit dem in Kunststoffen verarbeiteten Stoff Bisphenol A (BPA) im Mutterleib mindert beim männlichen Nachwuchs die Attraktivität und die Orientierungsfähigkeit. Das haben Forscher der Universität von Missouri im US-Bundesstaat Columbia in Versuchen an Mäusen herausgefunden. Die Wissenschaftler setzten die Nager bereits im Mutterleib der chemischen Verbindung aus, untersuchten den Nachwuchs nach der Geburt und führten zu einem späteren Zeitpunkt Tests mit ihnen durch.

So mussten die Mäuse zum Beispiel den Weg durch einen Irrgarten finden. Auch das Gruppenverhalten mit anderen Mäusen wurde getestet. Dabei zeigte sich, dass die männlichen BPA-Nager einen schlechteren Orientierungssinn hatten als Mäuse, die kein BPA im Mutterleib abbekommen haben. In den Gruppen fiel auf, dass gesunde Weibchen ein deutlich geringeres Interesse an den konterminierten Männchen hatten.

Schon lange im Verdacht

Bei weiblichen BPA-Nagern konnte kein Unterschied zu nicht konterminierten Weibchen entdeckt werden, wie die Forscher im Fachmagazin "PNAS" berichten. Schon lange steht Bisphenol A im Verdacht, eine gesundheitsschädigende Wirkung zu besitzen. Daher hatte die EU bereits entschieden, dass seit März 2011 die Chemikalie nicht mehr im Kunststoff von Babyflaschen verarbeitet werden darf. Der Import von Babyflaschen , die Bisphenol A enthalten, ist seit Juni dieses Jahres verboten.

In den Fläschchen tritt die chemische Substanz aus dem Kunststoff aus und gelangt in die Babynahrung. BPA wirkt im menschlichen Körper hormonähnlich und wird unter anderem für Unfruchtbarkeit, Brustkrebs und die Verzögerung der Gehirnentwicklung verantwortlich gemacht wofür die US-Wissenschaftler nun den Beweis lieferten. Ihrer Ansicht nach ist ihr Forschungsergebnis auf den Menschen übertragbar. (mp)



Kommentare
05.07.2011
15:39
Bisphenol A schädigt männlichen Nachwuchs im Mutterleib
von urmel123 | #3

Soll das ein Argument FÜR Bisphenol A in Babyflaschen etc. sein? Da reicht doch mal ein Googlen nach dem Begriff um relativ sicher sein zu können, dass das Zeug nachhaltig schädlich ist. Allein schon aufgrund der Ähnlichkeit zum Östrogen sollte das auch für Laien nachvollziehbar sein. Da gibt es doch etliche empirische Nachweise und das skandalöse ist doch, dass es diese nicht erst seit gestern gibt, sondern dass die Gefahren schon seit Jahren bekannt sind. Und trotzdem wurde 2007 - als das woanders schon verboten war - der Grenzwert für Europa nochmal verfünffacht!!!

05.07.2011
14:35
Bisphenol A schädigt männlichen Nachwuchs im Mutterleib
von nullrunde | #2

Bisphenol A ist ein Ausgangsprodukt für die Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat.
Es wird dem Kunststoff nicht zusätzlich beigegeben, sondern der Kunststoff enthält noch Bisphenol A als gewissermaßen einen Rest dieses Ausgangsproduktes durch nicht 100% Polymerisation.

Andere Kunststoffe enthalten auch Restmonomere und erscheinen mir viel gefährlicher als Polycarbonat

05.07.2011
13:04
Bisphenol A schädigt männlichen Nachwuchs im Mutterleib
von urmel123 | #1

Als vor knapp 3 Jahren unser Sohn zur Welt kam, haben wir uns mit Baby-Fläschchen der Firma NUK eingedeckt. Kurz darauf haben wir einen Bericht über Bisphenol A gesehen - In Amerika und Japan war das bereits verboten, in Europa wurde das als vollkommen unschädlich eingestuft. Es wurden auch die Hintergründe der Milliardenschweren Bisphenol A-Industrie beleuchtet, weswegen schnell klar war, dass es kein wirtschaftliches Interesse an einem Verbot geben konnte - da aber trotzdem 2 Industrieländer bereits ein Verbot ausgesprochen hatten, haben wir uns entschieden, nach Bisphenol A in unserem Haushalt zu fahnden. Und siehe da, ALLE Plastikbabyfläschchen enthielten das Zeug, sowie der Wasserkocher. Also haben wir von nun an das Wasser für unseren Kleinen wieder altmodisch im Wasserkessel abgekocht und die NUK-Fläschchen weggeschmissen. Ersatz zu finden war nicht einfach - wir wollten auch nicht komplett auf Glas umsteigen, also haben wir geschaut, was in Amerika verkauft werden darf und uns danach auf die Suche gemacht.
Und dann wurde es echt schwierig - zum einen wurden wir schon von anderen Eltern belächelt, weil wir so übervorsichtig waren, viel schlimmer war es jedoch in den Baby-Läden, in denen wir nach Bisphemol A-freien Produkten gefragt haben. Die Verkäuferinnen wurden teilweise richtig zickig bis unverschämt, als wir das Thema angesprochen haben. Wir verkaufen doch nichts schädliches! Was anderes haben wir nicht!. Ich hoffe, dass die Mitarbeiterinnen sich jetzt an die Abfuhren, die sie uns damals erteilt haben erinnern und wenigstens ein ganz kleines bisschen ein schlechtes Gewissen haben.
Wie auch immer, heute bin ich heilfroh, dass wir damals gegen alle Widerstände so gehandelt haben, wie wir es getan haben und dass wir auch allen jungen Eltern, die wir kannten ebenfalls geraten haben, Bisphenol A zu meiden. Die meisten haben das zwar, wie schon erwähnt, nicht ernst genommen und uns belächtelt, aber von mindestens 2 Kindern weiß ich, dass die aufgrund unserer Warnungen ebenfalls soweit wie möglich Bisphenol A-frei ernährt wurden!

Naja, soviel zu Grenzwerten bestimmter Stoffe, die aufgrund von Gutachten festgelegt werden, welche von der an diesen Stoffen verdienenden Industrie beauftragt werden.

Aus dem Ressort
Ebola erreicht Senegal - Epidemie weitet sich schneller aus
Virus
Die Situation in den Ebola-Regionen eskaliert: Am Freitag bestätigte nun auch der Senegal den ersten Fall der Virus-Erkrankung. Der 21-jährige Patient ist in einem Krankenhaus in der Hauptstadt isoliert worden. In Westafrika steigen die Infektionszahlen immer schneller an.
Flüssige Arznei für Kinder - Nicht mit dem Löffel abmessen
Arznei-Dosierung
Experten vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) raten, dass Eltern flüssige Medikamente für Kinder nicht mit Tee- oder Esslöffeln abmessen sollten. Solche Abmessungen sind zu ungenau und können zu einer Falsch-Dosierung führen. Man sollte lieber die Dosierhilfen verwenden.
Viele Latexmatratzen schneiden im Test gut ab
Rücken
Sie haben weniger als ein Prozent Marktanteil - und doch schneiden Latexmatratzen in einem Test der Stiftung Warentest mehrheitlich gut ab. Wie wohl sich jemand mit seiner Matratze fühlt, hängt allerdings noch von ganz anderen Faktoren ab. So spielen die individuellen Körpermaße die größte Rolle.
Ebola-Virus verbreitet sich mit rasanter Geschwindigkeit
Epidemie
Die Ebola-Epidemie breitet sich in Westafrika mit rasanten Tempo aus. Etwa 1552 Menschen sollen bereits an der Krankheit gestorben sein, so die WHO. Rund 40 Prozent der Fälle sei in den vergangenen Wochen erfasst worden. Die Sterblichkeit liegt bei 52 Prozent. Im März wurde der Ausbruch bekannt.
Anzahl der Betreuungen in Dortmund wächst rapide
Gesundheit
Die Zahl der gesetzlich bestellten Betreuer für Dortmunder hat sich seit 2000 fast verdoppelt. Weil seit Juli jeder Fall von der Stadt geprüft werden muss, kommt die Betreuungsstelle beim Gesundheitsamt nicht mehr bei der Bearbeitung hinterher. Es gibt bereits mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos