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Forschung

Betablocker mindern das Darmkrebs-Risiko doch nicht

04.07.2012 | 11:45 Uhr
Darmkrebsvorsorge ist wichtig. Betablocker allerdings helfen nicht dabei, das Risiko zu senken.Foto: WR

Heidelberg.   Seit Jahren gibt es die Theorie, dass Betablocker, die bei zu hohem Blutdruck helfen, auch das Darmkrebsrisiko senken. Forscher aus dem Heidelberger Krebsforschungszentrum haben diese These jedoch widerlegt.

Seit Jahren finden Krebsforscher immer wieder Hinweise, dass die gegen Bluthochdruck verschriebenen Betablocker auch das Krebsrisiko mindern könnten. Doch das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg beweist nun in einer aktuellen Studie: Das Darmkrebs-Risiko wird definitiv nicht gesenkt.

Die Theorie, dass die Medikamente auch das Krebsrisiko senken könnten, geht auf Laborversuche zurück. Forscher fanden heraus, dass Stresshormone wie Noradrenalin das Wachstum und die Verbreitung von Krebszellen fördern. Betablocker wiederum hemmen die Wirkung dieses Signalmoleküls. 'Bei einem so verbreiteten Arzneimittel ist es wichtig, mögliche Einflüsse auch auf die Krebsrisiken genau zu erforschen', so Dr. Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Kleine Veränderungen haben eine große Wirkung

'Auch kleine Risikoveränderungen durch diese Substanzen hätten eine große Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit.' Vier Jahre lang erfassten die Wissenschaftler Daten von 1.762 Darmkrebspatienten und 1.708 Menschen, die nicht an Krebs erkrankt waren.

Gesundheitsirrtümer

Die Forscher erfragten das Präparat und die Dauer der Einnahme, erkundigten sich nach medizinischen Hintergründen, nach Übergewicht und erfassten Alkohol- und Zigarettenkonsum. Doch sie fanden keinerlei Hinweise dafür, dass Betablocker das Darmkrebsrisiko senken - auch nicht bei langjähriger Einnahme. 'Eine Stärke unserer Studie liegt darin, dass wir sorgfältig alle möglichen Störfaktoren abgefragt und die Ergebnisse entsprechend bereinigt haben', so Hoffmeister. (mp)



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