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Bestimmte Akne-Mittel können ungeborene Kinder schädigen

01.10.2012 | 08:45 Uhr
Bestimmte Akne-Mittel können ungeborene Kinder schädigen
Wer seine Akne mit Mitteln behandelt, die den Wirkstoff Isotretinoin enthalten, sollte währenddessen auf eine Schwangerschaft verzichten.Foto: Getty

Hamburg/Berlin.  Während der Einnahme von Akne-Mitteln mit dem Wirkstoff Isotretinoin sollten Frauen unbedingt verhüten. Der Wirkstoff kann im Schwangerschaftsfall zu schweren Fehlbildungen des ungeborenen Kindes führen. Mittel mit diesem Wirkstoff werden laut Techniker-Krankenkasse momentan häufig verschrieben.

Frauen, die ein Aknemittel mit dem Wirkstoff Isotretinoin erhalten, sollten unbedingt eine Schwangerschaft vermeiden. Denn das - verschreibungspflichtige Präparat kann das ungeborene Kind schädigen und zu Fehlbildungen an Ohren, Gesicht, Gaumen, Herz und zentralem Nervensystem führen.

Offenbar, so teilte die Techniker Krankenkasse mit, würden Medikamente mit dem kritischen Wirkstoff immer mehr Frauen verschrieben. Eine Auswertung unter TK-Versicherten habe ergeben, dass Zahl von Frauen zwischen 15 und 45 Jahren, die ein Isotretinoin-Rezept bekommen hätten, 2011 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen sei. Auch 2010 habe es im Vergleich zu 2009 einen Anstieg gegeben.

Keine Frage des Bildungsniveaus

Isotretinoin darf nur Frauen verordnet werden, die nicht schwanger sind. Mindestens einen Monat nach Abschluss der Therapie muss ebenfalls sicher verhütet werden , da das Mittel im Körper nachwirkt. Dennoch könne man beobachten, "dass es Patientinnen gibt, die trotz der strengen Vorgaben zur Verhütung während der Aknetherapie mit Isotretinoin schwanger werden", sagte Christof Schaefer von der Charité in Berlin. Woran das liegt, sei ihm ein Rätsel, sagte Schaefer, der das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie leitet, das Ärzte, Apotheker und Frauen zur Verträglichkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft berät, der Nachrichtenagentur dapd.

Eine Studie des Instituts habe gezeigt, dass es keine Frage des Bildungsniveaus sei. Offenbar reiche es nicht aus, die Patientinnen bei der Verschreibung des Medikaments zu fragen, ob sie schwanger werden wollten, erklärte Schaefer. Möglicherweise sei es sinnvoll, wenn alle Frauen im gebärfähigen Alter, die ein Medikament mit dem kritischen Wirkstoff einnähmen, verhüteten - unabhängig ob ein Kinderwunsch vorhanden sei oder nicht. (dapd)



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01.10.2012
19:58
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