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Herzkreislauf

Bessere Behandlung bei Vorhofflimmern

28.06.2011 | 11:30 Uhr
Bessere Behandlung bei Vorhofflimmern
Wissenschaftler des Kompetenznetzes Vorhofflimmern (AFNET) und der European Heart Rhythm Association (EHRA) zusammen ein Konzept zur besseren Behandlung von Vorhofflimmern erarbeitet. Foto: Imago

Münster.   Vorhofflimmern ist weit verbreitet und mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Wissenschaftler des Kompetenznetzes Vorhofflimmern und der European Heart Rythm Association haben jetzt zusammen ein Konzept zur besseren Behandlung erarbeitet.

Weit verbreitet und mit einer hohen Sterblichkeit verbunden, ist das Vorhofflimmern des Herzens. Um die Behandlung der Herzkreislauferkrankung zu verbessern, haben Wissenschaftler des Kompetenznetzes Vorhofflimmern (AFNET) und der European Heart Rhythm Association (EHRA) zusammen ein Konzept zur besseren Behandlung erarbeitet. Dem zufolge sind durch verschiedene synergetische Schritte Verbesserungen im Management von Vorhofflimmern erreichbar. Dazu gehört die Erkennung und das bessere Management von Risikofaktoren, eine gute klinische Anwendung neuer antithrombotischer Therapien, eine frühe Erkennung neu aufgetretener Arrhythmien und eine rechtzeitige rhythmuserhaltende Behandlung.

Nachgewiesene Risikofaktoren für Vorhofflimmern sind das Alter, das männliche Geschlecht, Bluthochdruck, Herzklappenfehler, Diabetes, koronare Herzkrankheit und genetische Faktoren. Während das Alter einer der Hauptrisikofaktoren für Vorhofflimmern ist, spielen genetische Faktoren eine wesentliche Rolle, wenn die Rhythmusstörung in jungen Jahren auftritt.

Obwohl mehr Männer als Frauen an Vorhofflimmern leiden, ist beim weiblichen Geschlecht das Schlaganfallrisiko erhöht. Zusätzlich zeichnen sich weitere, bisher noch weniger belegte Risikofaktoren ab wie Übergewicht , Körpergröße, Schlafapnoe , übermäßiger Alkoholkonsum , exzessiver Ausdauersport, Rauchen , chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Nierenleiden.

Hauptrisiko Schlaganfall

Die Experten empfehlen die Analyse verschiedener kardialer Biomarker, um die Beurteilung des Risikos für Vorhofflimmern weiter zu verbessern. Bei jungen Patienten können genetische Biomarker, die auf erblich bedingte Herzmuskelerkrankungen hinweisen, ebenfalls helfen, das Vorhofflimmerrisiko zu bewerten. Dennoch bleiben viele der bestimmenden Faktoren des Vorhofflimmerrisikos schwer fassbar. Darüber hinaus besteht laut der Autoren ein dringender Bedarf, die Faktoren, die mit dem Fortschreiten von Vorhofflimmern verbunden sind, zu identifizieren und zu charakterisieren. Schlaganfall ist das Hauptrisiko bei Vorhofflimmern . Die Gabe von Medikamenten, die zur Hemmung der Blutgerinnung beitragen, stellt dabei eine potenziell lebensrettende Therapie dar. Doch gleichzeitig wird damit das Risiko schwerwiegender Blutungen erhöht.

Die Herausforderung besteht darin, das eine gegen das andere abzuwägen. Neue Therapien begrüßen die Autoren, aber sie fordern mehr Informationen und eine sorgfältige Überwachung der Wirksamkeit in der klinischen Praxis. Aber selbst wenn die antithrombotische Therapie optimal angewandt wird, geht es Patienten mit Vorhofflimmern immer noch schlechter als Patienten mit anderen kardiovaskulären Erkrankungen.

Empfehlenswert sind daher zusätzlich eine Frequenzkontrolle und eine rhythmuserhaltende Behandlung, insbesondere wenn diese frühzeitig angewandt wird. Ein solch umfassendes Konzept wird dazu beitragen, das Behandlungsergebnis für Vorhofflimmerpatienten zu verbessern. (mp)

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