Berufspendler häufiger wegen psychischer Probleme krank geschrieben

Berufspendler werden häufiger psychisch krank.
Berufspendler werden häufiger psychisch krank.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
In Deutschland sind Berufspendler wegen einer psychischen Diagnose häufiger krank geschrieben als andere Beschäftigte. Ingesamt steigen psychisch bedingte Fehlzeiten seit Jahren immer weiter an. Besonders betroffen sind Callcenter-Mitarbeiter, Pflegepersonal und Erzieher.

Berlin.. Berufspendler in Deutschland sind häufiger aufgrund einer psychischen Diagnose krankgeschrieben als andere Beschäftigte. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Während Pendler, zu denen etwa 45 Prozent der Beschäftigten zählen, demnach im Schnitt 2,2 Tage im Jahr wegen Depressionen, Burnout oder Belastungsstörungen krank geschrieben sind, waren dies bei den anderen Beschäftigten 1,9 Fehltage pro Kopf.

Insgesamt seien Pendler mit 12,7 Tagen im Jahr allerdings etwas weniger krank geschrieben als wohnortnah arbeitende Erwerbstätige - bei diesen liege der Schnitt bei 12,9 Tagen. Insgesamt sind die psychisch bedingten Fehlzeiten wie in den Vorjahren auch 2011 erneut deutlich gestiegen - der Studie zufolge um 6,3 Prozent.

Besonders betroffen seien Beschäftigte in Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg. Ein erhöhtes Risiko haben laut TK auch Beschäftigte in Dienstleistungsberufen wie Callcenter-Mitarbeiter, Pflegepersonal und Erzieher. "Dass diese Berufe häufiger von Frauen ausgeübt werden, ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass weibliche Erwerbspersonen seelisch belasteter sind", erklärte TK-Vorstand Norbert Klusen.

Menschen zwischen 30 und 50 Jahren besonders betroffen

Dies gelte vor allem für Beschäftigte zwischen Mitte 30 und Mitte 50, der sogenannten Sandwich-Generation. "Sie befinden sich beruflich häufig in der Phase, in der entscheidende Weichen für die Karriere gestellt werden, sie kümmern sich um ihre Kinder und nicht selten inzwischen auch um die Pflege ihrer Eltern", erläuterte Klusen. Der TK-Report analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,7 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbspersonen. (afp)