Das aktuelle Wetter NRW 1°C
Arbeitsmedizin

Berufskrankheiten werden vom Gericht häufig nicht offiziell anerkannt

21.07.2012 | 08:45 Uhr
Funktionen
Der eigene Beruf kann krank machen. Bis eine Berufskrankheit offiziell anerkannt wird, ist es allerdings ein langer Weg.

Essen.   Einem Antrag auf Anerkennung einer Berufskrankheit bei der Unfallkasse wird im Zweifelsfall nicht stattgegeben. In so einem Fall helfen nur noch die Sozialgerichte. Beruflich bedingte Krankheiten können so auf Kosten der Unfallversicherung oder Berufsgenossenschaft behandelt werden.

Ob Altenpfleger , Bauarbeiter oder Paketzusteller – Millionen Menschen in Deutschland leisten in unterschiedlichen Berufen täglich Schwerstarbeit. Nicht immer hält die Gesundheit die Belastungen aus: Allein 2010 gab es fast 74.000 angezeigte Fälle von Berufskrankheiten, offiziell anerkannt wurden rund 16.000.

Wenn Arbeitnehmer den Verdacht haben, dass ihre Arbeit die Schuld an ständigen Rückenschmerzen , Allergien oder anderen chronischen Leiden trägt, sollten sie zunächst den Hausarzt oder einen Facharzt mit Schwerpunkt Arbeitsmedizin aufsuchen, rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Stellt sich heraus, dass die Symptome möglicherweise mit der Arbeit zusammenhängen, machen die Ärzte Meldung bei der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.

Im Zweifelsfall werden Berufskrankheiten nicht anerkannt

Von der Verdachtsanzeige bis zur tatsächlichen Anerkennung einer Berufskrankheit ist es allerdings oft ein weiter Weg . Laut Gesetz ist eine Erkrankung nur dann eine Berufskrankheit, wenn den Krankheitsursachen „bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Grad ausgesetzt sind als die übrige Bevölkerung“.

Stressfrei leben

Ist eine Verdachtsanzeige eingegangen, überprüft die Unfallversicherung die Angaben des Arztes und die Bedingungen am Arbeitsplatz. Bis zum Bescheid über die Anerkennung – oder häufiger die Nichtanerkennung – können durchaus einige Monate vergehen. Natürlich kann die Arbeit auch die Schuld an einer Erkrankung haben, die nicht in der Krankheitenliste aufgeführt ist. Im Zweifel lehnen die Unfallkassen aber eine Anerkennung als Berufskrankheit ab, so dass häufig die Sozialgerichte entscheiden müssen.

Ist die Berufskrankheit anerkannt, übernehmen Berufsgenossenschaft beziehungsweise Unfallversicherung die Behandlungskosten. Außerdem helfen die Institutionen bei der beruflichen Wiedereingliederung, falls eine Rückkehr an den früheren Arbeitsplatz gesundheitsbedingt nicht möglich ist. Führt die Berufskrankheit zu einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit, bekommen die Betroffenen dann eine ihnen zustehende Rente. (mab/dapd)

Kommentare
22.07.2012
12:27
Ein beihilfeberechtigter Richter mit üppiger Pension
von vantast | #1

kann kaum die Not belasteter und arbeitsplatzunsicherer Malocher nachempfinden.

Aus dem Ressort
Aktueller Herzbericht: Weniger Tote durch Herzkrankheiten
Gesundheit
Die Chirurgie ist besser geworden und der Notarzt kommt meist schneller. Vor allem deshalb gibt es weniger Herztote als früher. Weiter sinken werden...
Bad Fredeburg soll zum modernen Kurort werden
Stadtentwicklung
Experten stellen den Bürgern ihre Pläne für die Umgestaltung des Ortskerns vor. Die Frage nach der Umgehungsstraße bleibt dabei weiter offen.
Samenspende – Kinder haben Recht auf den Namen ihres Vaters
Urteil
Kinder haben ein Recht darauf, frühzeitig die Identität ihres Erzeugers zu erfahren, urteilt der BGH. Zwei Mädchen hatten eine Klinik verklagt.
Viele Arbeitsausfälle durch Depression in Ruhrgebietsstädten
Gesundheit
Zahl der Menschen mit Depressionen steigt und entwickelt sich zum wirtschaftlichen Problem. Höchste Fehlzeiten gebe es in Duisburg und Gelsenkirchen.
Depression beim Partner: Ohne ärztliche Hilfe geht es nicht
Gesundheit
Leipzig (dpa/tmn) - Früher war er derjenige, der in der Beziehung für die Lacher gesorgt hat. Doch plötzlich ist seine Freude dahin: Antriebslosigkeit...
Fotos und Videos
article
6899359
Berufskrankheiten werden vom Gericht häufig nicht offiziell anerkannt
Berufskrankheiten werden vom Gericht häufig nicht offiziell anerkannt
$description$
http://www.derwesten.de/gesundheit/berufskrankheiten-werden-vom-gericht-haeufig-nicht-offiziell-anerkannt-id6899359.html
2012-07-21 08:45
Arbeit,Job,Berufskrankheit,Beruf,Berufsgenossenschaft,Unfallversicherung,Anerkennung,Nichtanerkennung,Sozialgericht,Erwerbsfähigkeit
Gesundheit