Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Bubble Tea

Bei der Gesundheit hört der Bubble-Spaß auf

12.06.2012 | 09:06 Uhr
Bei der Gesundheit hört der Bubble-Spaß auf
Das neue Trendgetränk Bubble Tea ist besonders bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt.

Hagen/Arnsberg.   Das neue Trendgetränk Bubble Tea, das besonders bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs steht, ist bei Ernährungsexperten, Verbraucherschützern und Kinderärzten in die Kritik geraten. Wegen seines hohen Zuckergehaltes gilt der Teemix als Kalorienbombe.

Abwarten und Tee trinken. Die Redensart trifft auf das neue Trendgetränk Bubble Tea wahrlich nicht zu. Auch in Südwestfalen sprießen Läden wie Pilze aus dem Boden, die den grellen Teemix mit den bunten Stärkekugeln an junges Publikum verkaufen.

Beispiel Lippstadt: „Der Gesundheitsspaß“ prangt auf dem Werbeschild in der Fußgängerzone. In dem kleinen Geschäft in einer Passage herrscht vor der Verkaufstheke Gedränge. „Gesundheitsspaß?“, ein unzutreffendes Wort, wie Angela Clausen findet. „Das ist grober Unfug“, so die Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wer den Inhalt eines 300-ml-Plastikbechers Bubble Tea konsumiert (Angela Clausen: „eine Zuckerbombe“), nimmt mit einem Schlag bis zu 500 Kalorien zu sich, erklärt die Expertin. „Eine Kalorienzahl wie bei einem Mittagessen für Kinder.“

Marktlücke entdeckt

Und doch: In der ohnehin innovationsfreudigen Getränkebranche hat man eine Marktlücke entdeckt. Ein Trendgetränk, das Milch-Shakes und Eis-Tees derzeit den Rang abläuft und auf die Zielgruppe der 10- bis 30-Jährigen zugeschnitten ist, wie die Ernährungsexpertin meint: etwas Exotik (in Form von bislang weitgehend unbekannten „Geschmacksrichtungen“), etwas Witziges (dank der „quietschbunten Farben“), etwas Eventhaftes („zugespitzt könnte man die Läden als Treffpunkt für Jugendliche zum Abhängen bezeichnen“) und etwas Spritziges („viele finden es prickelnd, wenn die Kügelchen im Mund aufgehen“).

Verbraucherzentralen sowie Kinder- und Jugendärzte sehen diese Entwicklung mit Sorge. Es sind nicht nur die Kalorien, auch das Fehlen klarer Hinweise auf die in dem supersüßen Mode-Drink enthaltenen Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe sowie auf allergieauslösende Inhaltsstoffe („höchstens mal ein handgeschriebener Aushang“) wird kritisiert.

Verschluckungsgefahr für Kleinkinder

Dass der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte den Perlentee als „hochgefährlich“ einstuft, hängt mit der Verschluckungsgefahr für Kleinkinder zusammen. Die erdnussgroßen Stärkekügelchen (Bubbles), die zusammen mit dem Tee über einen Strohhalm konsumiert werden, könnten in die Lunge gelangen und das Organ schädigen. Ein großes Risiko bestehe bei unter drei Jahre alten Kindern, sagt der NRW-Landesverbandsvorsitzende Dr. Burkhard Lawrenz. Der Arnsberger Arzt fordert ein Verbot der Ausgabe von Bubble Tea an diese Kleinkinder. Für zwischen Drei- und Sechsjährige, so Lawrenz, seien die Getränke nur bedingt geeignet.

Der Arzt hat es in seiner Praxis nicht selten mit übergewichtigen Kindern zu tun - u.a. ausgelöst durch falschen Getränkekonsum. „Ich weiß, dass Heranwachsende Modegetränke lieben, die bunt aussehen und süß schmecken“, sagt er - und appelliert dennoch an Eltern, ihre Kinder frühzeitig an Leitungs-, Mineralwasser und Fruchtsaftschorlen mit hohem Wasseranteil zu gewöhnen. Nach seiner Ansicht muss das Wissen über Kalorienbomben bei Eltern noch mehr geschärft werden.

Ernährungsexpertin Angela Clausen glaubt, dass Hinweise auf den hohen Kaloriengehalt ein Umdenken in der öffentlichen Meinung bewirken könnten. Und überhaupt: Ein Trend(getränk) geht irgendwann zuende: „Ich gebe dem Bubble Tea zwei bis vier Jahre.“

Rolf Hansmann



Kommentare
12.06.2012
23:29
Bei der Gesundheit hört der Bubble-Spaß auf
von nussknacker | #5

... und nun gibt es das Zeug auch noch bei McDonalds zum Sparpreis ...!

12.06.2012
17:57
Ich hab grad mal einen probiert
von ruhrgebieti | #4

Die haben da wirklich alles bis auf das letzte Zuckermolekül reingepresst. Himmel, war das süß.

Ansonsten war das geschmacklich kein Erlebnis. Was daran so toll sein soll...?

12.06.2012
16:01
Bei der Gesundheit hört der Bubble-Spaß auf
von dirk7603 | #3

Hier sind wieder einmal die Eltern in der Pflicht. Aber für manche ist es halt einfacher dem Kinderwunsch nachzugeben als eine Diskussion zuführen und damit das Kind richtig zu erziehen.

Und noch etwas - Bubble Tee für 3 jährige? Welche verpeilten Eltern machen denn so etwas?

12.06.2012
13:49
Bei der Gesundheit hört der Bubble-Spaß auf
von bigbadhooligaan | #2

Zumindest DA sind aber viele Eltern schlau genug, ihren Kindern die nicht vorzusetzen - auch wenns nur aufgrund des Koffeins ist.

12.06.2012
11:13
Bei der Gesundheit hört der Bubble-Spaß auf
von Frank1481 | #1

ZItat: "Wegen seines hohen Zuckergehaltes gilt der Teemix als Kalorienbombe"

Das trifft aber nicht nur auf den Teemix zu, sondern vor allem auch auf die sog. Energy-Drinks wie z.B. Red Bull und Coka Cola. Also, sollte da auch nicht was dagegen unternommen werden?

Aus dem Ressort
Raucher nutzen die E-Zigarette kaum regelmäßig
Rauchverhalten
Die E-Zigarette kommt weiterhin bei Rauchern gut an. Immerhin bereits 19 Prozent haben sie 2014 einmal getestet. Das ist ein drastischer Anstieg im Vergleich zu 2013. Doch kaum jemand raucht sie regelmäßig: Nur 0,4 Prozent der Befragten gaben an, den elektronischen Glimmstängel regelmäßig zu nutzen.
MDS-kranke Sina aus Kamp-Lintfort macht weiter Fortschritte
Medizin
Es geht aufwärts bei der zehnjährigen Sina aus Kamp-Lintfort. Die Stammzellentransplantation bei dem am Myelodysplastischen Syndrom (MDS) erkrankten Mädchen hat angeschlagen. Am vergangenen Wochenende konnte sie die Isolierstation verlassen. Ein erster Schritt auf dem noch langen Weg zur Genesung.
Gelähmter kann nach Rückenmarks-Operation wieder gehen
Medizin
Britischen Forschern ist womöglich eine medizinische Sensation gelungen: Nach einer Operation hat ein von der Hüfte abwärts gelähmter Mann wieder Gefühl in den Beinen - und kann sogar wieder gehen. Ärzte hatten ihm Nasenzellen in die Wirbelsäule verpflanzt. So konnten Nervenzellen wieder wachsen.
Ersatzkassen verlangen eine umfassende Krankenhausreform
Kliniken
Die Ersatzkassen fordern bundesweit einheitliche Qualitäts- und Erreichbarkeitsstandards für Krankenhäuser. So soll einer Über-, Unter- oder Fehlversorgung entgegengewirkt werden. Zudem sollten Kliniken, die langfristig eine schlechte Qualität aufweisen, von der Versorgung ausgeschlossen werden.
Zuzahlung für Medikamente kann sich zweimal monatlich ändern
Zusatzkosten
Für rezeptpflichtige Arzneimittel müssen Patienten mittlerweile einen großen Teil selbst zahlen. Die Höhe der Zuzahlung kann sich jedoch nicht, wie oft falsch angenommen, nur zum Monatsanfang ändern. Sowohl zum 1., als auch zum 15. eines jeden Monats können Apotheken die Beträge ändern.
Umfrage
Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

 
Fotos und Videos