Arsen soll Leukämie-Patienten Chemotherapie ersparen
21.01.2013 | 11:45 Uhr 2013-01-21T11:45:00+0100
Dresden. Leukämie-Patienten dürfen auf eine neue Therapieform hoffen. Ein deutsch-italienisches Forscherteam fand nun heraus, dass Arsentrioxid bei der Promyelozytenleukämie schneller und besser wirkt als eine Chemotherapie. Bei andern Blutkrebsformen sei diese Methode jedoch nicht direkt anwendbar.
Hoffnung für einige Blutkrebspatienten : Menschen mit einer Unterform der akuten Leukämie könnte eine herkömmliche Chemotherapie erspart bleiben. Ein deutsch-italienisches Forscherteam hat die Wirkung von Arsentrioxid bei einer Form der akuten Leukämie bestätigt.
In einer Kombination mit einem Vitamin-A-Abkömmling sei es gelungen, den Krebs in nur sechs Monaten verschwinden zu lassen, sagte der Dresdner Onkologe und Hämatologe Gerhard Ehninger der Nachrichtenagentur dpa. Die bisher übliche Chemotherapie dauere zweieinhalb Jahre. Ohne diese "chemische Keule" habe es bei Patienten mit Promyelozytenleukämie bessere Ergebnisse bei weniger Nebenwirkungen wie Fieber oder Knochenmarksschädigungen gegeben.
Der Leukämie-Experte Prof. Michael Hallek, Direktor für Innere Medizin an der Uniklinik Köln, sprach von einer bedeutenden Therapie. Er plädiert für die bundesweite Einführung dieser Methode, auch wenn die Studie kürzer war als die für eine sichere Heilungsprognose bei Krebs nötigen fünf Jahre. "Für uns sind die Ergebnisse Grund genug, unser Verhalten zu ändern", sagte der Hämatologe und Onkologe. Er wende die Kombi-Therapie bereits an. Mit ihr verbessere sich die Prognose bei Promyelozytenleukämie sehr deutlich.
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