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Urteil

Angedrohte Krankschreibung kann zu Kündigung führen

19.06.2012 | 11:45 Uhr
Angedrohte Krankschreibung kann zu Kündigung führen
Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern sieht in der Drohung mit einer Krankschreibung eine Verletzung der Leistungstreuepflicht.Foto: Getty Images

Nürnberg.  Wer als Arbeitnehmer seinen Urlaub vom Arbeitgeber nicht genehmigt bekommt und dann mit einer Krankschreibung droht, muss mit einer Kündigung rechnen. Dies hat in einem Fall das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern entschieden.

Bekommt ein Arbeitnehmer seinen eingereichten Urlaub vom Arbeitgeber nicht genehmigt, sollte er tunlichst vermeiden, ihn mit der Androhung von Krankschreibung erpressen zu wollen. Sein Arbeitsverhältnis könnte schneller beendet sein, als ihm lieb ist.

Vor allem, wenn er seine Drohung tatsächlich wahr macht. Im Fall einer Putzfrau entschied das Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern jetzt, dass so ein Vorgehen seitens des Arbeitnehmers eine grobe Verletzung der Leistungstreuepflicht darstellt - Grund genug für eine fristlose Kündigung (AZ. 5 Sa 63/11).

Die Frau war in einem Hotelbetrieb beschäftigt. Der von ihr eingereichte Urlaubsantrag bezog sich auf einen Zeitraum, zu dem voraussichtlich sehr viele Gäste das Hotel verlassen wollten. Die Hotelleitung bat die Reinigungskraft daher um ein Verschieben des Urlaubs um zwei Wochen.

Verletzung der Leistungstreuepflicht

Ungeachtet dieser Bitte, drohte die Putzfrau der Hotelbetreiberin: 'Nö, dann bin ich eben krank.' Daraufhin erschien sie für den Zeitraum des beantragten Urlaubs auch wirklich nicht an ihrer Arbeitsstelle und legte anschließend der Hotelleitung eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die zwei Wochen vor. Die Hotelbetreiberin kündigte der Reinigungskraft fristlos.

Und das mit allem Recht. 'Denn damit gibt der Arbeitnehmer unmissverständlich zu verstehen, er sei zur Durchsetzung seiner persönlichen Interessen bereit, seine ihm zwar zustehenden Rechte aus dem Entgeltfortzahlungsrecht gegebenenfalls auch grob zu missbrauchen', erklärt Rechtsanwältin Tanja Leopold. Ein solches Verhalten sei nicht nur eine Verletzung der Leistungstreuepflicht, sondern untergrabe auch das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. (mp)



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