An Uniklinik Göttingen offenbar in großem Stil Organe verschoben
20.07.2012 | 13:07 Uhr 2012-07-20T13:07:00+0200
München/Göttingen. An der Universitätsklinik Göttingen sind offenbar ausgewählten Patienten bevorzugt Spenderlebern verschafft worden. Nach einem Medienbericht werden 25 Fälle untersucht, in denen Krankenakten gefälscht worden sind, um die Patienten schwerer erkrankt erscheinen zu lassen, als sie waren.
Am Universitätsklinikum Göttingen sind einem Bericht zufolge offenbar in großem Stil Organe verschoben worden. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag berichtete, wurden in dem Klinikum Krankenakten gefälscht, um ausgewählten Patienten bevorzugt eine Spenderleber zu verschaffen. Der Fall eines russischen Patienten, dem ein Oberarzt eine Spenderleber besorgt haben soll, obwohl er in Deutschland keinen Anspruch darauf hatte, war bereits im Juni bekannt geworden. Nach „SZ“-Informationen geht es nun allerdings um insgesamt mindestens 25 Fälle.
Ein Sprecher der Universitätsmedizin bestätigte am Freitag, dass es neue Verdachtsfälle und neue vorwürfe gegen den ehemaligen Transplantationschirrugen der Klinik gebe. Die Universitätsmedizin habe eine externe Gutachterkommission einberufen.
Laut dem Zeitungsbericht haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben, dass jeweils Dialyseprotokolle gefälscht oder frei erfunden und Laborwerte manipuliert wurden. Auf diese Weise seien die Patienten auf dem Papier schwerer erkrankt erschienen, als sie in Wirklichkeit waren. Sie bekamen deshalb schneller eine Spenderleber von der internationalen Vermittlungsstelle Eurotransplant zugeteilt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt demnach bisher gegen einen Oberarzt.
„Schlimmster Vorfall in der deutschen Transplantationsmedizin“
Der Transplantationsskandal war laut „SZ“ Thema einer Sitzung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) am vergangenen Montag in Berlin. Der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer (BÄK), der Strafrechtler Hans Lilie, habe vor den Teilnehmern vom schlimmsten Vorfall gesprochen, von dem er in der deutschen Transplantationsmedizin je gehört habe.
Ob durch die bevorzugte Versorgung der Göttinger Patienten andere Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation zu Schaden gekommen oder gar gestorben sind, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen, sagte Lilie der Zeitung. Früher habe er Spendewilligen oder Angehörigen voller Überzeugung versichern können, dass in Deutschland in Sachen Organspende alles mit rechten Dingen zugehe, sagte Lilie. Das könne er nicht mehr ohne Weiteres tun.
Unangekündigte Kontrollen für Transplantationszentren?
Die Deutsche Transplantationsgesellschaft hat mit Bestürzung auf die Fälschungsvorwürfe am Göttinger Universitätsklinikum reagiert. Mit großer Sorge und Betroffenheit verfolgten der Vorstand und alle Mitglieder der Deutschen Transplantationsgesellschaft die Aufklärung der Vorgänge um die umstrittenen Lebertransplantationen, teilte die Organisation am Freitag in Regensburg mit. Der Vorstand der Gesellschaft habe beschlossen, dass sich die deutschen Lebertransplantationszentren künftig freiwillig unangekündigten Kontrollen unterziehen wollten.
Erst vor kurzem hatten Bundestag und Bundesrat neue Regelungen zur Organspende auf den Weg gebracht, die das Ziel haben, die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen. Die Bürger werden künftig regelmäßig nach ihrer Bereitschaft zu Organspenden gefragt. Die gesetzliche Regelung ist noch nicht in Kraft getreten. (afp/dapd)
08:21
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08:10
Ein Bärendienst für alle die bereit zur Organspende sind.
Trotz allem sollte jeder Bürger einen Organspenderausweis in der Tasche haben.
Warum? Schauen Sie mal auf eine Station auf der Menschen dringend auf ein Spenderorgan warten.
Ach ja, man sollte die Klinik nicht so in den Vordergrund rücken, hier geht es vermutlich um die Tat einer Einzelperson ( Dr.Aiman O.(45) / Quelle : Leider "nur" aus der Springerpresse zu erfahren).Dies alllerdings ist verwerflich genug.
21:30
Hat den Göttingern es nicht gereicht, gefälschte Doktortitel an Maria von und zu Guttenberg, ähem Gutplagiat, zu verschenken?
Anscheinend nicht. Es folgt das unausweichliche aber absehbare Dilemma:
Ein Arzt verschenkt nach Gutdünken Organe an gutbetuchte Bonzen. Ach nein, diesmal musste Kunde "zahlen".
19:12
Habe ich es doch gewusst, in den 19:00 Uhr Nachrichten philosophierte schon eine Staatsanwältin darüber, ob diese Taten überhaupt rechtlich relevant sind. Es könnte auch sein, dass möglicherweise nur gegen interne Vorschriften verstoßen wurde. Es müsste nachgewiesen werden, ob ein nach hinten geschobener Patient während der zusätzlichen Wartezeit verstorben ist.
Noch Fragen?
19:03
Wundert mich ja ehrlich gesagt nicht, dass es dieser Fall an die Öffentlichkeit geschafft hat, auch wenn es nur ein Einzelfall ist. Aber die Dunkelziffer wird sicher höher liegen.
18:11
Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Ich werde sicher nicht mehr spenden.
18:04
Da hat also ein Oberarzt still und heimlich Daten von etwa 25 Fällen gefälscht?
Das will keiner gemerkt haben? Ach ja, der arme Kerl hat mit krimineller Energie gearbeitet.
Intern prüfen damit wenig ans Licht kommt, vor allen Dingen sollen wohl die Chefs von diesem Menschenbeglücker geschützt werden.
16:54
Leider wird zum Thema Organspende nur sehr einseitig informiert; gut gelungene Musterfälle werden medial breit dargestellt - die viel häufigeren Problemfälle und Schattenseiten werden systematisch verschwiegen. Denn neben den allseits bestens nachvollziehbaren vitalen Interessen der Organempfänger geht es für die Transplantationen Durchführenden in unserer vor allem monetär geprägten Gesellschaft auch bei der s. g. Organspende vor allem um viel Geld und Ruhm für Kliniken, Pharmaindustrie und Ärzteschaft - und jeder Mensch sollte sich sehr genau überlegen ob er seine für Transplantationszwecke begehrten Teile seines Körpers dafür hergeben will - auch wegen der großen Missbrauchsgefahr - denn für Geld und Ruhm gibt es für viele Karrieristen bekanntlich keine Tabus - man beachte beispielsweise nur die aktuelle Diskussion um viel zu viele unnötige Operationen! Von wegen Organspende nach dem Tod. Mit einem toten Körper und toten Organen kann niemand etwas anfangen. Denn die Organe müssen le
15:32
Für reiche die bevorzugt werden Organe spenden ?
14:46
Ein Bärendienst an diejenigen, die ordentlich arbeiten und nach Berufsethos.