Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Alkohol

700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch

17.09.2012 | 13:27 Uhr
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
Die erste Bilanz der Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit" fällt durchwachsen aus. 15,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen trinken ein Mal monatlich mindestens fünf alkoholische Getränke.

Berlin.  Laut einer neuen Studie hat der ausufernde Alkoholkonsum bei Jugendlichen nachgelassen. Früher waren die Jugendlichen - zumindest was den Alkoholkonsum betrifft - zudem noch wilder. 1973 haben noch 67,1 Prozent der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol getrunken, 2011 waren es 39,8 Prozent.

Rund 700.000 Jugendliche trinken sich in Deutschland einer Studie zufolge einmal im Monat in einen Rausch. Im Vergleich zu den Vorjahren sei dies zwar eine Abnahme, sagte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, am Montag in Berlin. Doch mit 15,2 Prozent der zwischen 12- und 17-Jährigen, die bei einer Gelegenheit ein Mal monatlich mindestens fünf alkoholische Getränke zu sich nehmen, sei die Zahl noch immer "erschreckend hoch", fügte sie anlässlich der Vorstellung einer ersten Bilanz der vor drei Jahren gestarteten Präventionskampagne "Alkohol? Kenn dein Limit." hinzu.

Ein Jahr vor Beginn der Kampagne lag die Zahl demnach bei 20,4 Prozent, im Jahr 2004 bei 22,6 Prozent.

Gesundheitsminister Bahr (FDP): Alkoholkonsum bei Jugendlichen seit 40 Jahren rückläufig

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) warnte, Alkohol sei das am weitesten verbreitete Suchtmittel in Deutschland. Zudem verwies er darauf, dass im Jahr 2010 rund 26.000 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Grund zur Hoffnung gebe aber, dass der Alkoholkonsum in den vergangenen knapp 40 Jahren bei jungen Menschen zurückgegangen sei.

Regelmäßiger Alkohol-Konsum der 12- bis 17-Jährigen klettert auf höchsten Wert seit 2008

Der Studie zufolge war das vergangene Jahr allerdings ein Ausreißer. 39,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen gaben an, regelmäßig - also mindestens einmal pro Woche - Alkohol zu trinken. Dies ist der höchste Wert seit 2008 (37,1 Prozent), im Jahr 1973 betrug er allerdings noch 67,1 Prozent.

Handlungsbedarf besteht vor allem bei jungen Männern. Der Studie zufolge hat sich jeder fünfte 12- bis 17-Jährige sowie mehr als jeder zweite 18- bis 25-Jährige in den vergangenen 30 Tagen in einen Rausch getrunken. Damit sei das riskante Trinkverhalten bei ihnen doppelt so weit verbreitet wie bei gleichaltrigen Mädchen und jungen Frauen, hieß es. Dem Problem will die Kampagne mit einer geschlechterspezifischeren Ausrichtung begegnen.

Die BZgA hat mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) in der für Deutschland repräsentativen Studie 5.001 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren in Telefoninterviews befragt. (dapd)



Kommentare
17.09.2012
20:40
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von grundwissen | #5

Sehr geehrte Redakteure, ermitteln Sie doch einmal die Zahlen derjenigen, die bei den Anonymen Alkoholikern wegen ihrer Drogensucht in Deutschland gestrandet sind. Und veröffentlichen Sie doch einmal die Zahlen, die vom Bundesministerium für Gesundheit über die steigende Zahl der Suchtkranken durch Alkoholkonsum angegeben werden. Und die Aufwände der medizinischen Versorgungsleistungen, die durch den Alkoholkonsum verursacht sind. Einschließlich der Kosten für Polizeieinsätze wegen der Besoffenen bei Fußballspielen. Oder die jährliche Todesrate der Menschen, die durch diese Suchtform gestorben sind. Und veröffentlichen Sie doch einmal die Höhe der Einnahmen der Hersteller und Händler, die an dieser Sucht Milliarden Euro verdienen! Und stellen Sie dies doch einmal in Relation zu den Aufwendungen, Schadensfällen und Kosten für das Gesundheitssystem gegenüber den illegalen Drogen. Diese Berichterstattung war doch bisher Schattenboxen.

17.09.2012
18:15
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von drasos | #4

#1

Früher wurde zuhause gesoffen,heute in der Öffentlickeit...das ist der einzige Unterschied

17.09.2012
16:56
Die sparen ...
von Partik | #3

... sicher auf das neue iPhone, und können sich deshalb nur noch einmal im Monat die Kante geben :-)

Interessante Methodik: 5.000 Jugendliche am Telefon zu befragen. Ob diese so generierten Zahlen die Realität wiederspiegeln, wage ich dann doch zu bezweifeln.

17.09.2012
15:20
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von grundwissen | #2

Es ist schon erstaunlich mit welch einer Berichterstattung die Medien (darunter und auch die WAZ) die Sprache als Mittel der Desorientierung nutzen. Da wird von exessivem und regelmäßigem Alkoholkonsum berichtet (hier von über 700 000 Jugendlichen in Deutschland) - jedoch ohne, dass einmal das Wort Drogen, Drogenrausch, Dealer, Drogenindustrie in den Berichten Verwendung findet. Da müssen sich ohne Zweifel viele Jugendliche in die Abhängigkeit saufen ohne dass ein Redakteur den Verdacht äußert, das hier von krimineller Energie bei den Herstellern diesen Drogen die Rede sein könne. Jugendliche berichten (wie heute neben mir ein 15jähriges Mädel zu ihrer Freundin im Bus), dass sie Montags mit Restalkohol im Blut und Katergefühl zur Schule fahren, weil sie am Wochenende durchgesoffen haben. Alles natürlich wohl völlig legal. Weil: Alkohol ist wohl in den Augen von Redakteuren keine Drogen. Schauen viele selbst gerne mal ins Glas. Eine schizophrene Haltung zum Drohenproblem Nr. 1!

1 Antwort
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von OmenEstNomen | #2-1

Jetzt hier nicht den Teufel an die Wand malen.

17.09.2012
14:56
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von Juelicher | #1

Ich bezweifele, dass vor 40 Jahren Jugendliche exessiver Alkohol getrunken haben als es heute der Fall ist. Welche Studien sollen dies denn festgestellt haben. Ich war in den 70ern selbst Jugendlicher u. habe andere Erinnerungen. Ein Teil von uns trank zwar auch gelegentlich recht viel, aber derart exessiv, wie es heute oft der Fall ist, habe ich persönlich es seinerzeit nicht erlebt.
Durch unser ansonsten recht ruhiges, gut-bürgerliches Viertel wälzt sich an Wochenenden u. vor Feiertagen - wegen der Busanbindung - ein Strom von Jugendlichen zu einer Disko in der Nähe. Diese Vandalen sind schon angetrunken, teils völlig blau, wenn sie früh abends zur Disko hingehen. Man kann hier regelmäßig dutzende leere Schnapsflaschen aus der Botanik fischen. Die drastischen Szenen, die Aggressivität, der Vandalismus, zahllose Beschädigungen, Müll, Lärm - was wir hier etwa seit den 90er Jahren erleben, kenne ich aus meiner Jugend nicht.

2 Antworten
700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von OmenEstNomen | #1-1

Um Ihre Erinnerung hüllt sich der wohlige Sepia-Mantel der Erinnerung. Klar, dass Sie so etwas aus ihrer Erinnerung nicht kennen. Früher war das Trinken sehr viel institutionalisierter, auf der Arbeit, im Büro, im Amt und nach der Arbeit. Heutzutage muss man beim Trinken, wie bei fast allem eine gewisse Leistung bringen. Dafür unterhalb der Woche trocken bleiben sonst funktioniert man nicht mehr.

700.000 Jugendliche lieben einmal monatlich den Alkohol-Rausch
von alias-king | #1-2

Früher (1978) brauchte man ja nicht vorglühen,wenn man irgendwo hinging.Den Märker für ein Bier konnte jeder bezahlen.Und da ich damals 10 DM netto pro Überstunde kassiert hatte,war das WE immer gebongt.

Aus dem Ressort
Ebola erreicht Senegal - Epidemie weitet sich schneller aus
Virus
Die Situation in den Ebola-Regionen eskaliert: Am Freitag bestätigte nun auch der Senegal den ersten Fall der Virus-Erkrankung. Der 21-jährige Patient ist in einem Krankenhaus in der Hauptstadt isoliert worden. In Westafrika steigen die Infektionszahlen immer schneller an.
E-Zigaretten erschweren möglicherweise den Rauchstopp
Nikotin
Wer mit dem Rauchen aufhören will, versucht es mitunter auch mit einer E-Zigarette. Laut einer Studie ist das jedoch der falsche Weg. Denn der E-Zigaretten-Raucher hält weiterhin gewohnte Rauchrituale aufrecht. Und auch das Suchtverhalten würde sich dadurch nicht ändern.
Flüssige Arznei für Kinder - Nicht mit dem Löffel abmessen
Arznei-Dosierung
Experten vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) raten, dass Eltern flüssige Medikamente für Kinder nicht mit Tee- oder Esslöffeln abmessen sollten. Solche Abmessungen sind zu ungenau und können zu einer Falsch-Dosierung führen. Man sollte lieber die Dosierhilfen verwenden.
Viele Latexmatratzen schneiden im Test gut ab
Rücken
Sie haben weniger als ein Prozent Marktanteil - und doch schneiden Latexmatratzen in einem Test der Stiftung Warentest mehrheitlich gut ab. Wie wohl sich jemand mit seiner Matratze fühlt, hängt allerdings noch von ganz anderen Faktoren ab. So spielen die individuellen Körpermaße die größte Rolle.
Ebola-Virus verbreitet sich mit rasanter Geschwindigkeit
Epidemie
Die Ebola-Epidemie breitet sich in Westafrika mit rasanten Tempo aus. Etwa 1552 Menschen sollen bereits an der Krankheit gestorben sein, so die WHO. Rund 40 Prozent der Fälle sei in den vergangenen Wochen erfasst worden. Die Sterblichkeit liegt bei 52 Prozent. Im März wurde der Ausbruch bekannt.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos