350 Millionen Menschen weltweit leiden unter Depressionen

Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden unter Depressionen.
Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden unter Depressionen.
Foto: getty
Was wir bereits wissen
Weltweit leiden mehr als 350 Millionen Menschen unter Depressionen. Diese Zahl nannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorfeld des Welttages der seelischen Gesundheit. Vielen Erkrankten fehlt es an ausreichender Behandlung, auch weil sie sich aus Scham nicht trauen Hilfe zu suchen.

Genf.. Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden unter Depressionen. Dabei seien alle Regionen in der Welt betroffen, arme und reiche Länder, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorfeld des Welttags der seelischen Gesundheit am Mittwoch. Die UN-Organisation definiert Depression als "anhaltendes Gefühl der Traurigkeit für zwei Wochen oder länger", das eine normale Teilnahme am Leben verhindert.

"Die Depression gibt es seit Jahrhunderten - die Nachricht ist: Wir tun nichts dagegen", sagte der Leiter des WHO-Referats für psychische Gesundheit, Shekhar Saxena. Aufgrund der Scham vieler Erkrankten bekomme mehr als die Hälfte von ihnen nicht die Behandlung, die sie benötige.

Saxena appellierte an Ärzte, bei ihren Patienten auf Zeichen von Depressionen zu achten. Dies gelte besonders auch bei Kinder und Jugendlichen, die ebenfalls betroffen sein können. Frauen seien zu 50 Prozent häufiger von einer Depression betroffen als Männer, sagte Saxena.

Eine Million Menschen nimmt sich selbst das Leben

Ein Grund dafür sei die postnatale Depression, die eine von fünf Müttern nach der Entbindung treffe. Zu den Risikofaktoren für die seelische Gesundheit zählte der WHO-Experte finanzielle Probleme, Arbeitslosigkeit sowie Katastrophen und Konflikte. Auch körperliche Krankheiten könnten eine Depression verursachen.

Saxena machte auch auf den Zusammenhang zwischen Depressionen und Suiziden aufmerksam. Knapp eine Million Menschen nehme sich jährlich das Leben. Unter ihnen sei die Hälfte depressiv, wobei dies aber nicht der einzige Grund für die Selbsttötungen sei. (afp)