1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig

Der Übergang zwischen Genusskonsum hin zu problematischem und suchtgesteuertem Trinken sei fließend, warnen Mediziner.
Der Übergang zwischen Genusskonsum hin zu problematischem und suchtgesteuertem Trinken sei fließend, warnen Mediziner.
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Was wir bereits wissen
  • Jeder siebte Erwachsene in Deutschland trinkt zu viel
  • Fast 90 Prozent der Deutschen trinken Alkohol
  • Mediziner warnen vor den Gefahren

Düsseldorf.. Jeder siebte Erwachsene trinkt zu viel, knapp 1,8 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig: Die Gefahren von Alkoholkonsum selbst in geringeren Mengen werden nach Einschätzung von Medizinern und Suchtexperten deutlich unterschätzt. 80 bis 90 Prozent der Erwachsenen bundesweit – also fast alle – trinken Alkohol, sagte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Acht bis zehn Millionen Deutsche hätten „alkoholbedingte Probleme“ – gesundheitlicher Art oder auch am Arbeitsplatz.

Der Übergang zwischen Genusskonsum hin zu problematischem und suchtgesteuertem Trinken sei fließend, betonte die Ärztekammer Nordrhein. Wer regelmäßig Alkohol zu sich nehme, gehe weit mehr Risiken ein als allgemein angenommen, warnte Kammerpräsident Rudolf Henke am Mittwoch in Düsseldorf.

Alkoholkonsum schadet Leber und Gehirn

Mindestens zwei bis drei Tage in der Woche sollte man keinen Alkohol trinken, empfehlen die Experten. So lasse sich eine Gewöhnung vermeiden. Wer zu viel trinkt, schade vor allem Leber und Gehirn. Es könne zu häufigen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie der Magenschleimhaut kommen. Auch die Potenz sei beeinträchtigt.

Körperliche Schäden sind aber nicht nur bei einer Abhängigkeit möglich, wie die Mediziner betonen. Wer ein Alkoholproblem hat, sollte sich deshalb nicht erst nach Jahren Hilfe suchen. (dpa)