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RUHRTRIENNALE

Wo die Kunst zu Hause ist

13.06.2013 | 12:45 Uhr
Wo die Kunst zu Hause ist
Foto: Michael Grosler

Das Fest der Künste macht ab August wieder Industriedenkmäler des Ruhrgebiets zu Kulturbühnen. In der Kraftzentrale des Duisburger Landschaftsparks geben die britischen TripHopper Massive Attack dabei ihre einzigen Deutschlandkonzerte in diesem Sommer.

Strukturwandel heißt auch: Kultur statt Kohle, Sternstunden statt Stahl. Diese Entwicklung lässt sich ideal am Programm der RuhrTriennale (23.8.-6.10.) ablesen, die etliche Industriedenkmäler des Reviers als Spielorte für Theater, Tanz, Musik und Film ins Festivalgeschehen einbezieht: In der Kraftzentrale des Duisburger Landschaftsparks z.B. geben Massive Attack („Unfinished Sympathy“) ihre einzigen Deutschlandkonzerte in diesem Sommer. Doch statt eines gewöhnlichen Live-Auftrittes werkeln die Trip­Hopper mit dem BBC-Dokumentarfilmer Adam Curtis an einer „kollektiven Halluzination“ (29.-31.8.). Die Mischform aus Musik und Film begründet zudem ein neues Genre, genannt „Cine-Concert“.

Doch das ist nur einer von vielen Triennale-Höhepunkten an ungewöhnlichen Aufführungssorten in Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen und Gladbeck. Zumal sich die Riege der Kulturschaffenden – ca. 800 Künstler – aus dem Who’s who der internationalen Kunst- und Theaterszene rekrutiert. Allen voran sorgt Robert Wilson für ein weltläufiges Flair an der Ruhr. Mit der Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ (nach Texten von Hans Christian Andersen, Gudrun Ensslin sowie Leonardo da Vinci) und dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks ist der US-Theatermacher in der Bochumer Jahrhunderthalle (14.-22.9.) zu Gast.

Nicht weniger spektakulär mutet an, was Boris Charmatz und 24 Tänzer in luftiger Höhe wagen: Auf der Halde Haniel in Bottrop zeigen die Künstler eine Open-Air-Inszenierung von „Levée des conflits“ (24. & 25.8.). Eine europäische Erstaufführung steht bereits mit der Eröffnungsproduktion auf dem Programm – der Triennale-Leiter Heiner Goebbels inszeniert „Delusion of the Fury“ (23.8.-8.9.) von Harry Partch. Nicht minder musikalisch geht es auf Zeche Zollern in Dortmund zu, wenn das ChorWerk Ruhr unter dem Titel „Ikon of Light“ (28. & 29.9.) Werke von Arvo Pärt und anderer interpretiert.

RuhrTriennale: 23.8.-6.10. im Ruhrgebiet. Infos unter: www.ruhrtriennale.de. Karten gibt’s in unseren LeserLäden und LeserServices mit Ticketverkauf sowie unter Tel. 0201 / 804 60 60 und www.ruhrticket.de

Carsten Dilly



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