Hallo Liebe Leser,
gestern war ich für Euch in Köln auf dem Anti-Islamisten-Kongress der von Pro-Köln veranstaltet wurde. Auf der Anreise begleitete ich eine Antifa-Gruppe aus Gelsenkirchen, die mit dem Zug nach Köln reiste um dort zu protestieren.
Hier konnte man auf direkte Fragen, direkte Antworten bekommen, mit Steine werfen hatte das alles allerdings nichts zu tun. Im Interview mit Antifa-Anhängern konnte man eine klare Linie heraushören, auf meine Frage wie es sich wohl anfühlt auf eine von der Polizei so stark bewachte Demo zu fahren sagte Klaus (Name von Autor geändert): „Man fühlt sich nicht gut, man fühlt sich wie ein Schwerverbrecher da die Polizei so stark auffährt. Ich denke das man da auch so von der Polizei behandelt wird.“
Weiterhin schätzte Klaus sein eigenes Gewaltpotential und das der anderen Teilnehmer in Köln so ein: „Es ist quatsch das alle Steineschmeißer sind, oft sind dort auf den Demos Minderjährige auf der Szene, die unerfahren sind, die sich durch die Enge und das Auftreten der Polizisten bedroht fühlen. Von mir wird hier auf jeden Fall keine Gewalt ausgehen.
Andere Gruppenmitglieder hatten ganz andere gewaltfreie Ziele, die sie mit dem Besuch der Demo verknüpften. Da fand man unter ca.30 jungen Menschen z.B. auch die selbsternannte “Spaßgruppe“. Deren erklärtes Ziel es war durch Freude am Leben sich den Rechten in den Weg zu stellen, allerdings war auch hier klar das Unwohle Gefühl zu spüren was auch Klaus schon bezüglich der Polizei äußerte.
Nachdem ich mich gegen 09:08 am Deutzer Bahnhof von der Gruppe verabschiedet hatte, machte ich mich auf den Weg zum Kundgebungsplatz von Pro-Köln. Mein Weg war gesäumt von Polizei Beamten/innen der Hundertschaften aus vielen Teilen Deutschlands, alle waren jedoch betont freundlich und hilfsbereit den Pressevertretern gegenüber, was mich dann auch schnell ans Ziel, den Barmer Platz brachte. Dort standen zwei Klein LKW, um welche sich eine handvoll Pro-Kölner scharte, die emsig Ihren Kongress vorbereiteten.
Schon jetzt standen Demonstranten und Kongressteilnehmer vor dem Ausgang des Deutzer Bahnhofes zum Barmer – Platz und warteten dort geduldig, um von der Polizei durchsucht zu werden. Zusätzlich musste jeder auch den Grund seines Besuches angeben. Anfangs füllte sich der Platz und der Kongress begann.
Als ca. dreihundert Menschen auf dem Platz waren kristallisierte sich dann auch eine Gruppe Gegendemonstranten heraus, die wie es das Konzept der Gegenmobilisierung verlangte, sich lautstark stark machten gegen Pro-Köln.
Der Protest führte über Pfiffe, lautstarke Zwischenrufe bis hin zu lautem Schreien. Meiner Einschätzung nach wurden dabei auch mit Leichtigkeit die Lautstärken eines Düsenjägers erreicht.
Dieser Protest ging auch vielleicht eine halbe Stunde gut, jedoch wurden dann von Pro-Köln “Ordnern“ damit begonnen Personen aus der Menge zu führen die wie mir schien, Pro-Köln nicht genehm waren. Ich möchte betonen, dass die weggeführten keinesfalls handgreiflich geworden sind, jedoch handgreiflich entfernt wurden und das von Ordnern! Nach einigen Handgemengen, griff die Polizei dann endlich ein und trieb einen kleinen Korridor zwischen beide Seiten.
Auch hierbei kann man der Polizei keinen Vorwurf machen sie handelte recht moderat und nicht übertrieben brutal. Vielleicht geschah das ja auf Grund der hohen Medien-Präsenz so.
Nachdem die Aufgebrachten Lager getrennt waren, ließ die Polizei auch fast keine Menschen mehr auf den Platz am Ausgang Barmer-Platz wurde aus der Warteschlange eine Sitzblockade die sich auch bis zu Ende des Kongresses dort hielt.
Auf der anderen Seite des Deutzer – Bahnhofes war derweil Jubel-Trubel-Heiterkeit angesagt. Zwar unter enormen Polizei Aufgebot (es waren über 5000 Mann im Einsatz gewesen) aber friedlich demonstrierten der DGB, so wie viele andere antifaschistische oder linksgerichtete Gruppen, die überwiegend aus jungen Menschen bestanden gegen Pro-Köln.
Nach dem Ende der Pro-Köln Kundgebung gegen 14.00Uhr auf dem Barmer-Platz wurden die Pro-Kölner sehr lautstark und unfreundlich von den Gegnern in der Sitzblockade verabschiedet.
Abschließend möchte ich sagen, dass es aus meiner Sicht auch in diesem Jahr gelungen ist den Kongress zu stören, wenn er auch nicht verhindert werden konnte. Ich bin froh in einem Land zu leben, in dem so viele Menschen noch aufstehen und ihre Meinung bekennen wenn es darum geht, sich gegen Rechts zu stellen.
Bis bald Euer BilderBaron





9 Kommentare
Berlin
0 km von
mir entfernt
Essen
0 km von
mir entfernt
http://de.wikipedia.org/wiki/Meinungsfreiheit
Gelsenkirchen
0 km von
mir entfernt
Das ist meine Meinung bzw. ein Tatsachenbericht über den 09.05.2009 in Köln.
Essen
0 km von
mir entfernt
Was ich bedauerlich finde ist, dass es überhaupt bei einigen Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt gibt, die solches braunes Gedankengut überhaupt als Mittel zum Zweck nutzen MÜSSEN.
donny.
PS: Der Artikel auf wikipedia ist vielleicht als Ergänzung gedacht.
Jedenfalls lesenswert.
Essen
0 km von
mir entfernt
Gelsenkirchen
0 km von
mir entfernt
Essen
0 km von
mir entfernt
Essen
0 km von
mir entfernt
Wie das geschah, weiß ich nicht.
Jedenfalls öffenete sich gerade die Erklärung für die Meinungsfreiheit und das lässt ein anderes Bild bei mir entstehen.
Meinungsfreiheit finde ich auch wichtig, aber nicht bei der Bildung einer rechten Meinung, die zig Millionen Juden getötet und Bücher verbrannt hat.
Sorry musste das jetzt erklären, weil ich meine vorherige Eintragung nicht editieren kann. :)
donjon
Gelsenkirchen
0 km von
mir entfernt
Rosa war Verfechterin eines klaren Antifaschismus, der im Zweifel auch zum Wiederstandsrecht mit der Waffen gegen Faschisten legitimierte, falls keine anderen Möglichkeiten mehr zeigt.
Sie selbst wurde von den rechten frei Koorps erschossen, in der rechts konservativen Tradition sich die PRO Bewegung sieht.
Dieses Zitat ist ein Sozialistisches und Demokratisches, denn es zeigt auf das es nicht darum gehen kann das eine Partei Recht auf die Wahrheit hat sondern alle Menschen über Demokratie und Sozialismus/Politik reden dürfen!
Es ist aber keine Legitimation dazu aufzurufen die Demokratie und die Menschenrechte von Teilen der Bevölkerung aufzuheben.
Paul