Hallo Liebe Leser,
vor kurzem erschien im Stadtspiegel Gelsenkirchen wieder ein neuer Artikel von mir, den ich Euch jetzt auch gern zu lesen geben würde.
Es geht um eine vom Sozialwerk St. Georg betriebene Autoaufbereitung in Gelsenkirchen.
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Die Autoaufbereiter St. Georg…“eine saubere Sache“.
Was machen eigentlich körperlich oder geistig Behinderte den ganzen Tag in Gelsenkirchen?
Wenn man den Bürger das direkt fragt, antwortet dieser meistens prompt: „na, St. Georg da die Werkstatt…“.
Das St. Georg aber viel mehr ist als nur “eine“ Werkstatt, wird klar, wenn man sich die Arbeitsangebote genauer anschaut.
Der Stadtspiegel, wollte das etwas genauer wissen und besuchte die Autoaufbereitung von St. Georg, ein außergewöhnlicher Arbeitsplatz mit neuen Anforderungen.
Das Gespräch führten wir mit Frau Shanker und Herrn Gereffier die für diesen Teil vom Sozialwerk St. Georg zuständig sind.
Im Angebot der Einrichtung, sind die Aufbereitung von Fahrzeugen als auch das einlagern sowie wechseln von Sommer/Winterreifen mit inbegriffen.
Der Service wird von den Kunden auch dankend angenommen, es sind mittlerweile mehr als 280 Radsätze von Kunden auf Lager und sogar ein großes Autohaus, aus Gelsenkirchen, schickt seine Gebrauchtwagen vor dem Verkauf direkt hierher zur Aufbereitung.
Entstanden ist die Einrichtung aus einem kleinen Projekt innerhalb der Werkstätten von St. Georg.
Als dort ein Mitarbeiter begann, mit zwei geistig Behinderten Menschen Autos zu waschen, kam es bei diesen so gut an, dass man später auch ohne den Mitarbeiter die Idee fortsetzte.
Es wurden damals zu meist die Fahrzeuge der Geschäftsleitung von St. Georg aufbereitet, bis man dann schließlich einen eigenen Zweig für die Aufbereitung von KFZ eröffnete.
Die Halle in der gearbeitet wird erinnert überhaupt nicht an eine Behindertenwerkstatt, es ist
Alles da von Hebebühne, dem Reifenlager bis hin zu einer eigenen Lichtanlage um Flecken
ganz genau erkennen zu können.
Auch der therapeutische Nutzen für die Mitarbeiter ist nicht von der Hand zu weisen, die
Menschen die dort arbeiten können sich selbst als weniger benachteiligt ansehen.
Das kommt daher, dass man z.B. auf eine Frage aus dem Verwandten- und oder Bekanntenkreis, wo man denn arbeiten nicht gleich eine Behindertenwerkstatt angeben müsse.
Auch die Arbeit der Fahrzeugreinigung an sich, wirkt sich sehr positiv auf die Mitarbeiter aus.
Wir erfuhren von Frau Shanker, dass es in dem Zweig der Behinderten Betreuung einzigartig sei, dass hier psychisch als auch geistig Behinderte Menschen zusammenarbeiten.
Normalerweise werden diese Patientengruppen immer strikt von voneinander getrennt um Konflikten in Gruppen behinderter Menschen vorzubeugen.
Hier ist es so, dass die geistig Behinderten, die eine hohe menschliche Kompetenz an Mitgefühl besitzen es so sehr häufig schaffen einen z.B. depressiven Kollegen wieder aufzumuntern.
Die psychisch Kranken werden, wenn man so will richtig bemuttert von den anderen.
Auch die morgendliche Antriebslosigkeit die einige Mitarbeiter bedingt durch Ihre Krankheit
Mitbringen, verfliegt quasi von selbst im Laufe des Tages und das durch den Spaß an der Arbeit hier.
Aber es ist auch nicht immer einfach. Der Druck auf die Mitarbeiter in der Einrichtung ist enorm gewachsen. Seitdem andere Medien über die Einrichtung berichteten, erfuhr das Autopflegezentrum einen starken Zulauf an Kunden, der zeitweilig von den behinderten Mitarbeitern als nicht handhabbar empfunden wurde.
Daher wurden rasch Freiräume geschaffen die den Mitarbeitern den Druck nehmen sollten, so wird nun oft gemeinsam gefrühstückt und die Aufträge werden so verteilt das der Tag nicht nur von Arbeit erfüllt ist, sondern das auch Platz bleibt für Ruhe und Regeneration.
Probleme mit Kunden gehören auch zu den Stressfaktoren am Arbeitsplatz, so geschah es z.B. das sich nach einer von Herrn Gereffier als hervorragend bezeichnete Autoaufbereitung eines KFZ Probleme mit der Besitzerin des Fahrzeuges auftraten.
Die Dame hatte sich damals sehr energisch Luft gemacht, da ihre vorher unsortierten Sachen
nun sortiert und geordnet im sauberen Auto lagen.
Die Mitarbeiter waren nach dieser Szene sehr enttäuscht und mitgenommen.
Auch der nächste Tag verlief wegen diesem Ereignis sehr schleppend und man konnte die schlechte Stimmung spüren.
Eine große Überraschung trat ein, als die gleiche Dame dann wiederkam (am nächsten Tag)
und anstatt weiter zu schimpfen, sich bei allen Angestellten förmlich entschuldigte.
Es gab sogar ein ganzes Blech Kuchen für alle Mitarbeiter.
Es müssen rührende Szenen gewesen sein, als sich dies zutrug, man könnte meinen, dass das schlechte Gewissen der Dame ihr dann letztendlich half ihre Vorurteile Behinderten gegenüber zu überwinden.
Wobei diese Vorurteile nicht unbedingt ein Einzelfall sind und auch nicht immer eine Entschuldigung auf eine persönliche Beschwerde folgt aber Vorurteile können hier bestimmt gut abgebaut werden.
Das wir mit unserer Vermutung gar nicht so schlecht lagen bestätigt uns dann Sven ein junger Mann mit einer körperlichen, sowie geistigen Behinderung, der hier bei St. Georg seit einem Jahr als Freiberufler arbeitet.
Auch wäre es möglich gewesen hier eine Ausbildung zu machen, allerdings kooperierte das Arbeitsamt leider nicht mit ihm.
Bevor er zur Aufbereitung kam arbeitete Sven in der Metallwerkstatt von St. Georg.
Der motivierte junge Mann kam auch erst nach seinem Sonderschulabschluss, den er anschließend in einen Hauptschulabschluss wandeln konnte und nach dem Versuch Einzelhandelskaufmann zu werden, nach St. Georg.
Er musste vorher erkennen, dass er den vom Handel gestellten Anforderungen nicht gewachsen war.
Aber auch seine Arbeit hier erscheint ihm Abwechslungsreich und spannend, man weiß ja schließlich welche Autos kommen aber nie was zu tun ist.
In Svens Team fühlt er sich aufgehoben, ganz so wie in einer Familie und das schätzt er auch sehr. Ihn stören nur die spürbaren Vorurteile die manche Kunden dem Team entgegen bringen.
Auch findet er, dass bestimmte Beschwerden nicht gerechtfertigt seien, da viele Kunden vergessen mit wem sie es zu tun haben, nämlich mit Behinderten.
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Der Artikel wurde außerdem in der SPD Parteizeitung “WIR“ abgedruckt.
Ich hoffe Ihr hattet Freude beim lesen und bleibt weiter mit einem Auge beim BilderBaron…
Bis bald Euer…
BilderBaron