Zukunft des Journalismus
Bodo Hombach plädiert bei den "Bayreuther Dialogen" für unabhängige Medien
24.10.2008 | 22:26 Uhr 2008-10-24T22:26:00+0200Bayreuth.WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach setzt sich für den Erhalt von Tageszeitungen ein. Er kritisierte bei den "Bayreuther Dialogen" vor allem Gratiszeitungen, welche seiner Ansicht nach den Journalismus gefährdeten.
Ein klares Bekenntnis zum Qualitätsjournalismus auch in wirtschaftlich schwieriger Zeit legte Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, bei den "Bayreuther Dialogen" ab. In seinem Vortrag zum Thema "Moral der Medien - Im Zwiespalt zwischen Qualität und Profit" betonte Hombach vor den Zuhörern in der Universität Bayreuth, dass Qualität und Profit sich nicht ausschließen dürfen.
Gratiszeitungen als Gefahr für die journalistische Qualität
Hombach warnte vor dem Trend zum Gratisjournalismus, "der keine andere Funktion hat, als den Zwischenraum zwischen Anzeigen zu füllen". "Nur Journalismus, der einen Mehrwert bietet, der im unübersichtlichen Dschungel von geschenkten Informationen, Gerüchten und interessengeleiteten Storys und Inszenierungen einen glaubwürdigen Pfad für die Leser schlagen kann, darf was kosten und wird seinen Markt behaupten." Nur wirtschaftlich starke Medien könnten unabhängig und frei sein und damit auf Dauer journalistische Qualität sichern.
Hombach verwies auf den Ehrenkodex der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe, der jeglichen Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf die Berichterstattung ausschließt. Anders als in der Anarchie des Internets unterlägen klassische Medien einer gewissen Kontrolle und fühlten sich moralischen Kriterien verpflichtet. Die wichtigste Funktion der Medien bleibe auch in Zukunft "die Schaffung von Transparenz und dadurch die Kontrolle der Macht und der Mächtigen", so Bodo Hombach. (NRZ)
14:19
Hallo! Wo findet sich der Ehrenkodex der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe von dem im obigen Beitrag berichtet wurde, dass Hombach auf ihn verwies? Es würde mich interessieren. Gehört denn gerade solch ein Aushängeschild nicht wenigstens ähnlich zugänglich gemacht wie bspw. der Inhalt des Impressums? Dieses und auch die seiteninterne Suchmaske brachten leider wenig Aufklärung, auch Google fand keinen Text des im Mai 2007 verabschiedeten und auf den diesjährigen Bayreuther Dialogen ausgegebenen Papiers.
09:25
Toll, die Gesinnung von Bodo Hombach.
Dann werden sich in der nächsten Zeit WAZ und NRZ völlig neu ausrichten müssen.