In den Kommentaren meines letzten Beitrages ist die Diskussion über "dauermeckernde Fans" und Pfiffe zur Halbzeitpause aufgekommen. Ich hatte eigentlich vor, meinerseits auch in den Kommentaren zu antworten, aber es ist ein bisschen mehr geworden. :-)
Zum Thema "kritische Fans" haben wir ja schon oft disktuiert. Meine Meinung ist: Ich darf als Fan meinem Unmut Luft machen, ich muss nicht wie eine Machine anfeuern, anfeuern, anfeuern.
Allerdings, denke ich, gehört ein bisschen Sensibilität dazu - es gibt Momente, da bringt die Mannschaft zwar effektiv auf dem Platz nichts. Aber es ist zu spüren, dass "da noch was geht". Wenn in einem solchen Moment gepfiffen wird, demoralisiert man das Team nur noch zusätzlich.
Andererseits - wenn die sich da unten dauerhaft einen Scheiß zusammenspielen und vielleicht zehn Prozent ihres eigentlichen Leistungsvermögens abrufen... Auch ich habe die Mannschaft schon ausgepfiffen - und das tat verdammt gut!!! Schließlich sitze ICH da Jahr für Jahr, in Sturm und Wetter, und ICH steige unter Umständen mit ab, weil die da unten auf dem Rasen Bockmist bauen, während die sich von einem anderen Verein kaufen lassen und kurz darauf stolz das Trikot eines Rivalen tragen! Da MUSS ich einfach pfeifen und meiner Wut und Enttäuschung Luft machen.
Ich bin deswegen der Meinung, dass Unmutsbekundungen unbedingt erlaubt sind! Fußball ist Emotion. Und Emotionen sind nicht immer nur positiv.
Fazit: Für mich hängt die (meistens unbewusst getroffene) Entscheidung, ob ich pfeife oder nicht, sehr davon ab, ob ich das Gefühl habe, dass die Mannschaft WILL. Wenn sie nicht WILL und KÄMPFT, dann pfeife ich. Einfach Gleichung. :-)
Am Freitag habe ich übrigens nicht gepfiffen. Unter Sasic übrigens noch gar nicht... Er mag umstritten sein. Aber er hat den Kampfgeist zurück an die Wedau gebracht. Und die Zebras dürfen da durchaus mal 0:2 gegen St. Pauli verlieren, solange sie eine solche zweite Halbzeit zeigen und sich die Lunge aus dem Leib rennen. Finde ich.




