Ich konnte nicht mehr hinsehen. Das Blut pochte in meinen Ohren, meine Hände schweißnass und kalt. Jedes Mal, wenn wieder ein Duisburger zum Elfmeter antrat, habe ich mich umgedreht. Es ging nicht, ich konnte da einfach nicht zuschauen.
Ich weiß nicht mehr, wie wir die 90 120 Minuten bis zum Elfmeterschießen überhaupt rumbekommen haben, damals, am 18. Februar 1998, im Moselstadion bei Eintracht Trier. Pokal-Halbfinale. Einen Stehplatz hatte ich, das weiß ich noch. Gab es da überhaupt Sitzplätze?
Ich war so in unseren Zico vernarrt. Ausgerechnet er hat zum 1:0 getroffen. Das war in der 51. Minute, aber das weiß ich nur dank meiner liebsten Fußballdatenbank.
Und dann in der 89. (war das echt die 89. Minute?!) der Ausgleich für Trier. Schockschwere Not!
Die Elfmeterschützen: Zeyer, Wer bitteschön? Popowitsch, Neun, Skoog, Wohlert (verschossen!), Wolters, Komljenovic, Hirsch, Puschmann, Emmerling, Gill. Gill, die Augen von Gill. Ich sehe sie vor mir, nein, die werde ich nie vergessen.
Dann Jubel. Der MSV im Finale des DFB-Pokals. Ich habe geheult, bestimmt. So wie am 16. Mai 1998 in der 89. Minute (schon wieder die 89.). Aber das ist eine andere Geschichte. Und die soll ein anderes Mal erzählt werden.





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