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Wie wichtig ist "nicht so wichtig" ?

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Das Thema Irakkrieg wird trotz der schwachen Wirtschaft, den hohen Benzinpreisen und steigenden Arbeitslosenzahlen in der kommenden Präsidentschaftswahl ein zentrales Thema sein. Unter der Woche saß der Republikanische Präsidentschaftskandidat, John McCain, in den Studios des meistgeschauten Morgenprogramm der Nation, der Today Show auf NBC, und begann seine Antwort auf die Frage nach einem Abzugsdatum für die Soldaten im Irak mit den Worten: „das ist nicht so wichtig.“

Was folgte war ein Sturm der Entrüstung aus dem Lager der Demokraten die nicht lange mit einer Pressemitteilung des Fraktionsvorsitzenden im Senat, Harry Reid, auf sich warten ließ. Auch das Team von Barack Obama veranlasste eine Telefonkonferenz mit Vertretern der Presse, der neben dem Senator aus Illinois auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Senator John Kerry beiwohnte. Letzterer übte zugleich die schärfste Kritik am Republikaner, indem er ihn als realitätsfremd mit den Problemen der Soldatenfamilien bezeichnete. Den für die gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt, so der Senator.

Natürlich wollte McCain mit seiner Aussage einen Standpunkt vertreten, den er schon lange im Wahlkampf anführt, nämlich dass das Hauptproblem des Volkes mit dem Krieg im Irak nicht die Stationierung an sich, sondern die Verluste der Soldaten sei. Dabei führt er gerne die Beispiele in Japan, Korea und Deutschland an, wo auch heute noch amerikanische Militärbasen sind, ohne dass das im Heimatland jemand stören würde. Für seine politischen Gegner ist es aber nur ein weiteres Beispiel seiner unpopulären Standpunkte im Thema Irak.

Dabei erinnern sie gerne an frühere Aussagen des Kriegsveteranen, die Soldaten könnten noch 100 Jahre im Irak bleiben. Auch hier wird das Argument McCains nicht zu Ende gebracht. McCains Prioritäten liegen eben anders als die von Obama. Der Senator aus Arizona will Sicherheit im Irak und für die amerikanischen Soldaten, dabei kümmert ihn ein Abzugsdatum im Moment wenig – und so kam seine Aussage zustande.

 


McCain muss allerdings 70% der amerikanischen Bevölkerung verstehen lernen, die einen Abzug innerhalb der nächsten 24 Monate fordern. Ihnen an den Kopf zu werfen, dass ihm das Thema „nicht so wichtig“ ist, wäre politische Selbstmord. Er wird die Wahl nicht beim Thema Wirtschaft gegen einen Demokraten gewinnen und so muss er auf Unterstützung im Bereich der nationalen Sicherheit pochen ohne dabei die Wähler mit dem Irakkrieg wegzuekeln.

Fragt man nach der größeren Erfahrung für das Amt des Präsidenten gewinnt McCain mit 71 zu 18 Prozent gegen Obama. Bei Kenntnissen in Auslandsangelegenheiten führt er mit 41 Punkten vor dem jungen Senator. Das sind gute Vorraussetzungen für den Herbst, vor allem weil auch der Gegner glaubt das Thema Irak gewinnen zu können. 6 von 10 Wählern sind der Meinung der Krieg hätte nie geführt werden dürfen, und auf die hofft natürlich Obama. Er verweist deswegen immer wieder auf eine Rede im Jahr 2002 in der er einen möglichen Konflikt scharf verurteilte.

Ist McCain schlau dann schaut er, wie sein Gegner, gemeinsam mit den Wählern in die Zukunft. Ganz nach dem Motto: Du wolltest doch aufhören immer nach hinten zu blicken, also lass es uns tun. Der Krieg ist nun mal geführt, wie kommen wir da jetzt wieder raus ohne unsere zukünftige Sicherheit zu gefährden? Die Mehrheit der Wähler stimmt mit seiner Beurteilung des Krieges nicht überein, traut ihm aber dennoch mehr in diesem Gebiet zu als seinem Gegner. Ein Irak-Debatte, die auf der Zukunft des Konfliktes beruht ohne ständig auf die Fehler in der Vergangenheit einzugehen kann er gewinnen, und sich dabei von dem unpopulären Präsidenten Stück für Stück lösen.

 
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