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Vor der Olympiade, viel Wirbel um nichts

Gleich vorneweg: Es wird nicht viel passieren im Präsidentschaftswahlkampf bis die Olympische Flagge am 24. August in Peking erlischt, und damit drei Wochen der vollen Konzentration auf die neue Supermacht zu Ende gehen. Für die beiden Kandidaten war es schon immer ein Spiel um die Aufmerksamkeit der Medien, und gegen das Sportevent der Superlative haben sie nur wenig Chancen.

Das ist einer der Gründe warum in den letzten beiden Wochen viele explosive Werbespots auf beiden Seiten produziert wurden, und warum das Fragespiel um die Vizekandidaten erneut aufgelodert ist. Jetzt finden beide Parteien noch Platz für ihre Botschaften in einem 24-Stündigen Nachrichtenkanal wie CNN, Fox News oder MSNBC. Ab dem 8. August wird letzterer allerdings Tag und Nacht die Olympiade, gemeinsam mit den anderen Sendern der NBC Universal Gruppe, übertragen. Da bleibt keine Zeit für Politik, zumindest nicht in dem Ausmaß in dem es die Kandidaten und das Publikum bisher gewohnt waren.

Aber auch die Zeitungen haben ihre Restriktionen, und auch sie haben in den letzten Tagen bereits gezeigt in welche Richtung der Wind in den nächsten drei Wochen wehen wird – gen Osten nämlich. Von den 10 meistverkauften Tageszeitungen hatten am Sonntag nur drei einen Artikel über die Wahl auf der Titelseite, und in allen drei Fällen lediglich am unteren Rand der Seite. Die großen Titelzeilen fragten diesmal nicht ob sich Barack Obama nun doch zu Ölbohrungen vor den Küsten bekennt, oder ob sich John McCain seinen alten Gegner Mitt Romney als Vize vorstellen könnte. Jetzt geht es um den Smog in Peking, um die Ankunft von 10,000 Athleten und die hohen sportlichen Ziele der Chinesen, die bei diesen Spielen am Ende ganz oben stehen wollen.

Deswegen darf man die vielen Spekulationen um die eventuellen Vize-Nominierungen im Moment zwar Ernst nehmen, aber in der nächsten Zeit keine Antwort erwarten. Das McCain-Lager scheint sich auf ein Datum nach der Demokratischen Versammlung einzustellen, um mit der Vorstellung des Vize-Kandidaten dem Demokraten Obama ein bisschen den Wind aus dem Mediensegel zu nehmen, vor allem wenn er vor 75,000 Zuschauern im Football-Stadion der Denver Broncos als erster Afroamerikaner die Nominierung seiner Partei zum Präsidentschaftskandidaten offiziell annimmt.

Immerhin tauchten in den letzten Tagen neue Namen auf, und alte schienen mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen als andere. So scheint sich nach dem Aus von Jim Webb und Hillary Clinton das Rennen bei den Demokraten im Moment auf drei Kandidaten zu beschränken: Gouverneur Tim Caine aus Virginia, Ex-Senator Evan Bayh aus Indiana, und Senator Joe Biden aus Delaware. Die ersten beiden sind jung und kommen jeweils aus einen wichtigen Staat für die Hauptwahl, der letztere wollte im Januar noch selbst Präsident werden und gilt als einer der erfahrenen Senatoren in internationalen Angelegenheiten.

Auf der Seite der Republikaner sind ebenfalls drei Namen im Moment im Gespräch, was nicht heißen soll das andere zu einem späteren Zeitpunkt nicht dahin zurückfinden könnten. Mitt Romney, allen noch aus der Vorwahl bekannt, Gouverneur Tim Pawlenty aus Minnesota und der Abgeordnete Rick Cantor aus Virginia.

In den nächsten Tagen gibt es hier mehr zu den Vize-Kandidaten und dem neuen Lieblingsthema der beiden Kandidaten: Energiepolitik. Außerdem melde ich mich mit Audio-Aufnahmen aus Manhattan.

 
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