Die jungen Wähler
Wie keine andere Kampagne zuvor hat Barack Obama es geschafft neue Wähler in den Prozess zu bringen.
Während der Vorwahl in Iowa stieg die Anzahl der Jungwähler um 103 Prozent, am Ende gewann Obama mit einem Vorsprung von 20.000 Stimmen. Unter den Jungwählern vor der Vorsprung 17.000.
In Pennsylvania hatten die Demokraten vor vier Jahren 614.000 registrierte Wähler mehr auf ihrer Seite als die Republikaner – John Kerry gewann den Staat mit 150.000 Stimmen vor Präsident Bush. Nun leben im Staat 1,2 Mio. mehr registrierte Demokraten als Republikaner, eine Hürde die für John McCain nur schwer zu überwinden ist.
Hinzu kommt, dass die Bevölkerung der 18-24-Jährigen in den letzten acht Jahren bei mehr als 3 Mio. gewachsen ist. Bei der letzten Volkszählung 2006 waren 30 Mio. Bürger in diesem Altersabschnitt.
Jedoch sagt man den Jungwählern nach nicht besonders motiviert zu sein. Hatte man 2004 das Gefühl mit MTV und den Filmstars würde Kerry auf der Welle der Jugend in das Weiße Haus getragen werden, repräsentierten Wähler unter 30 Jahren am Ende nur 17 Prozent der Wähler – dieselbe Anzahl wie vier Jahre zuvor.
Bei der Vorwahl in New York dieses Jahr repräsentierte diese Altersgruppe sogar nur 15 Prozent aller Wähler – 56 Prozent davon stimmten für Obama.
In den letzten Umfragen erhält der Junior-Senator aus Illinois von Jungwählern ganze 60 Prozent der Stimmen, McCain deren 32 Prozent. Jedoch erschienen vor vier Jahren nur 40 Prozent der Altersgruppe auch tatsächlich zur Wahl, und trugen mit ihrer niedrigen Beteiligung zur Niederlage von John Kerry bei.
Laut einer Umfrage des Wall Street Journal und MySpace sagten nur 54 Prozent der Neuwähler sie würden definitiv wählen. Andere Studien von Frühwahlen in Florida und North Carolina zeigen ein ähnliches Bild:
In Florida sind 17 Prozent der Wahlbevölkerung unter 30 Jahre. Bisher repräsentierten sie lediglich 8 Prozent der Frühwähler. In North Carolina sind es 19 Prozent unter 30, aber nur 11 Prozent der Frühwähler.
„In vieler Hinsicht liegt unser Schicksal in ihren Händen,“ sagte Obama-Manager David Plouffe vor kurzem in einer Telefonkonferenz über die Jungwähler.
Wenn die bisherige Begeisterung ein Messstab ist, dann brauch man sich im Hauptquartier in Chicago keine Sorgen zu machen. Bedenkt man jedoch die Geschichte der jungen Generation von Wählern dann sollte man seine Karten nicht nur auf sie setzen




