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McCain wird grün und strauchelt

In den letzten Tagen machte John McCain immer wieder mit neuen Aussagen zur Energiedebatte auf sich Aufmerksam. Dabei reichten die Vorschläge des Präsidentschaftskandidaten von Ölbohrungen vor den Küsten Amerikas zu Belohnungen für außergewöhnliche Erfindungen. Subventionen für die Einen, keine Unterstützung oder gar Strafen für die Anderen. Am Ende ist man mehr als unsicher für welche Politik der Republikaner stehen wird, vor allem wenn er es selbst noch nicht so genau zu wissen scheint.

1. Belohnung für eine neue Batterie


Der Erfinder einer neuartigen Autobatterie, die gänzlich ohne Benzin auskommt, sollte laut McCain mit $300 Mio. belohnt werden. Das sind $1 von jedem Einwohner des Landes, also ein kleiner Betrag für eine große Sache, so die Nominierung der Republikanischen Partei. Das Lager von Barack Obama wies schnell darauf hin, dass McCain im Jahr 1995 im Senat eine Provision für Studien zu Elektroautos abgelehnt hatte, meldet die USA Today.

2. Steuergutschriften hier, keine Subventionen da


Beim Wahlkampf in Iowa wurde er abermals für seine harte Gangart bekannt, als er sich gegen die Subventionen von Ethanol aussprach und das in einem der wichtigsten Farmstaaten des Landes. Nebenbei hält er auch nicht viel von bundesweiten Steuergutschriften für Solar- und Windenergie, da staatliche Regulierungen immer den Markt schaden würden. Auf der anderen Seite ist er seit langem ein Verfechter von Subventionen für Nuklearenergie und will, laut Wall Street Journal, 45 neue Reaktoren bis zum Jahr 2030 bauen lassen. Außerdem schlug er unlängst eine $2 Mrd. Subvention für saubere Kohle vor.

 


3. Es kommt auf den Ort an

An der Westküste in Oregon warb er für die Windenergie, in Kalifornien sprach er von neuen Leistungsstandards für Treibstoffe. In Texas unterstützt er mehr Ölbohrungen und im ländlichen Missouri mehr Nuklear-Energie. Am Ende will McCain vor allem eines: von den Leuten als Präsident wahrgenommen werden der sich um ihre Sorgen kümmert, im Gegensatz zu seinem Konkurrenten. Er ist ein typischer Allesversteher, wie Politiker nun mal sind, und schreckt auch nicht davor zurück dem aktuellen Präsidenten ideologisch dabei wieder ein Stück näher zu kommen, denn...

4. Küstenbohrungen sollten möglich sein

In Santa Monica, Kalifornien, dem Geburtsort der modernen Ökologischen Bewegung, sprach er unlängst von der Förderung von Ölbohrungen vor den Küsten der Nation. An der kalifornischen war 1969 eine Ölpipeline gebrochen und hatte für eines der größten Umweltkatastrophen des Landes gesorgt. Seitdem, so die Los Angeles Times, würden Politiker gerne an diesen Ort kommen um sich als Gegner von Küstenbohrungen zu erklären. Nicht so der Senator aus Arizona und einst Gegner dieser Art von Ölgewinnung.

Acht Jahre nach seiner Aussprache dagegen, genau an diesem Ort, hofft er dass die wirtschaftlichen Sorgen der Amerikaner bei ansteigenden Benzinpreisen ihre Motivation für Umweltschutz gebrochen haben. Dabei schrecken seine Wirtschaftsberater auch nicht davor zurück die alte Karte der Nationalen Sicherheit auszuspielen, denn genau diese wäre gefährdet wenn die Energie-Unabhängigkeit nicht erreicht würde.

McCain tritt damit auf die Seite der Bush-Regierung und verrät seine eigene Vergangenheit als „Maverick,“ fährt dabei aber eine durchaus kluge Strategie. Die Wahl wird er in Kalifornien sowieso nicht gewinnen, erst Recht nicht wenn Bohrungen vor der Küste stattfinden. Mit diesen Vorschlägen macht er sich aber durchaus Freunde in wirtschaftlich gebeutelten Ecken wie Michigan und Ohio, wichtige Staaten für die Hauptwahl. Auch wenn 59% der Demokraten gegen diese Bohrungen sind, so sind 56% der Unabhängigen Wähler dafür, ganz zu schweigen von 80% der Republikaner, so die Times.

 
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