Während seine Gegner immer noch durch die Provinz tingeln um in diesen Tagen die Wähler in Kentucky und Oregon zu überzeugen, kann die Republikanische Nominierung, John McCain, bereits auf den Gästestühlen der landesweit ausgestrahlten TV-Shows Platz nehmen. Er steht so über den Kleinigkeiten der Alltagsdebatten und kann sich auf eine nationale Wahlkampagne konzentrieren, ohne dabei von den Medien aufgefressen zu werden. Der älteste Kandidat im Feld hat nämlich eines schnell verstanden: Um im Zeitalter von YouTube und kurzen Ausschnitten mithalten zu können brauch er keine traditionelle Politshow um aufzufallen.
Barack ObamaHillary Clinton
Vor sechs Wochen war McCain in der „Late Show“ mit David Letterman, dem Vorbild von Harald Schmidt, und nahm dort Teil an einem kleinen Spiel des Moderators. Über sich selbst lachen zu können ist bei diesen Auftritten immer eine notwendige Fähigkeit, die der Senator aus Arizona jedoch vollends besitzt. So scherzte er vor dem verdutzen Publikum im Saal über die Eigenschaften des Moderators und verschwand nach ein paar Sekunden genau so schnell wie er gekommen war. Kein Interview, keine Fragen, Millionen von aufmerksamen Augen.
Vor den Wahlen in North Carolina und Indiana hatte Obama einen Auftritt in derselben Show, in der er die traditionelle Top 10-Liste vorlas. Das Thema: Überraschende Fakten über Barack Obama. Das Lager von Clinton versuchte danach so schnell wie möglich ihrer Kandidatin ebenfalls einen Auftritt in der Show zu verschaffen und schaffte es fünf Tage später, am Vorabend der Wahlen.
Man kann nun die beteiligten Sendungen für ihre schonende Handhabung des Kandidaten kritisieren, vergisst jedoch dabei deren Herkunft. Es sind eben Comedy-Shows die ihre Aufgabe nicht darin sehen dem Präsidentschaftsanwärter harte, inhaltliche Fragen zu stellen. Sie wollen unterhalten, und das möglichst vor einem großen Publikum. Die Nominierung der Republikanischen Partei sorgt meistens für letzteres, in McCains Fall sogar für beides. Der Kandidat hingegen bedankt sich beim Sender für den kostenlosen Werbespot, in dem er wieder mal als strahlender Held dasteht während sich die Konkurrenz darüber streitet wie viel Delegierte aus Florida und Michigan nun bei der Parteiversammlung Platz nehmen dürfen.





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