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Das Spiel mit der 'Race Card'

Bill Clinton fiel ihr bereits zum Opfer, und auch die ehemalige Vize-Kandidatin Geraldine Ferraro sah ihre Reputation von ihr angegriffen: die Rassenkarte. Mit ihr zu spielen ist in der Amerikanischen Geschichte eine heikle Angelegenheit, erst Recht im Wahlkampf, und vor allem wenn ein Afroamerikaner bald im Weißen Haus sitzen könnte. Im Januar entgegnete Bill Clinton auf die Frage nach der Bedeutung von Obamas Sieg in South Carolina, dass auch Jesse Jackson, ein schwarzer Bürgerrechtler, in diesem Staat gewonnen hatte. Anhänger von Obama warfen Clinton daraufhin Rassismus vor, eine Anklage die dem Staatsmann wohl permanenten Schaden zugefügt hat.

Nun ist die Rassenkarte zum ersten Mal in der Hauptwahl „ausgespielt“ wurden, so behauptet zumindest der Kampagnen-Manager von John McCain, Rick Davis. „Barack Obama hat die Rassenkarte gespielt, und zwar aus der untersten Schublade.“ Am selben Tag fragte CNN den Senator aus Arizona ob die Vorwürfe gerechtfertigt sein. „Es tut mir leid zu sagen dass es so ist. Es ist legitim und es gibt keinen Platz in dieser Kampagne für so etwas. Es gibt keinen Platz dafür und wir sollten es nicht tun.“

Aber was war eigentlich passiert? In mehreren Wahlkampfveranstaltungen hatte Barack Obama auf den letzten Werbespot der Republikaner reagiert, in dem sein Promi-Status mit Britney Spears und Paris Hilton verglichen wird. Bei einem Auftritt in Missouri sagte Obama: „Keiner denkt wirklich, dass Bush oder McCain realistische Antworten für die Herausforderungen haben denen wir gegenüber stehen, also werden die versuchen euch vor mir Angst einzujagen. Ihr wisst schon, er ist nicht patriotisch genug. Er hat einen lustigen Namen. Er sieht nicht wie all die anderen Präsidenten auf den Dollar-Scheinen aus. Er ist riskant. Das ist im Prinzip das Argument das sie machen wollen.“

Gerade die Zeile mit den Dollar-Scheinen war für die McCain Kampagne das Zeichen, dass Obama sie als Rassisten hinstellen will. Sie haben mit angesehen, was ein solcher Vorwurf mit dem Erbe von Bill Clinton gemacht hat, und reagierten daher umso schneller. Jetzt ist die Katze aus dem Sack, sagen die meisten Experten, und nun wird auch das Thema Hautfarbe in der Wahl eine Rolle spielen. Was für ein Wunder.

Dementsprechend hielt sich Obama danach mit Kommentaren was diese Angelegenheit betrifft weitgehend zurück, wie die New York Times berichtet. Er ist sonst dafür bekannt auf Angriffe sehr schnell zu reagieren und mit seinem Hauptquartier die entsprechende Antwort zu planen. Beim Thema Hautfarbe kann er allerdings nur verlieren. Viele weiße Amerikaner, vor allem aus ländlichen Gegenden, tun sich immer noch schwer mit dem Gedanken einen schwarzen Präsidenten zu haben, erst Recht wenn dieser mehrere Jahre im Land der größten muslimischen Gemeinde lebte, mit zweitem Vornamen Hussein heißt, und offensichtlich von den Europäern vergöttert wird.

Man kann nur hoffen, dass solche Taktiken in Zukunft den wahren Problemen des Landes weichen müssen, aber wenn man sich anschaut wie sich die McCain-Kampagne in den letzten Wochen zum negativen gedreht hat, wird es wohl nur eine Hoffnung bleiben.

 
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