Wenn im Fernsehen mal wieder ein "Superstar" oder ein "Supermodel" gesucht wird, sind Millionen-Einschaltquoten sicher. Das ZDF versucht jetzt, den Superstar der Politik zu sichten. "Ich kann Kanzler!" heißt die öffentlich-rechtliche Talent-Show, die ab diesem Donnerstagabend Quote mit Politik machen will. Die besten 40 aus 2500 Bewerbern kämpfen im TV vor einer dreiköpfigen Jury um den Einzug ins Berliner Kanzleramt - wenn am Ende auch nur im Range eines Praktikanten.
Es geht um Rhetorik und Ideale, um Krisenmanagement und Entscheidungsfreude - ganz wie im richtigen Politiker-Leben.
Doch auch der Kampf um echte Ämter bietet Spannung. Bei der Kommunalwahl zum Beispiel. Wechselnde Mehrheiten in den Rathäusern, in denen am 30. August womöglich die bizarrsten Gruppierungen einziehen, die bar jeder Prozenthürde die Entscheidungsbildung vor Ort kräftig durcheinander wirbeln können. Dazu ein Kampf der Spitzenkandidaten ums Bürgermeisteramt, der schon in der ersten Runde entschieden wird - mit möglicherweise minimalstem Stimmenunterschied. Was ist spannender als hauchdünne Mehrheiten?
Wenn es am 30. August in NRW heißt, "Ich kann Bürgermeister" oder "Ich kann Ratsherr" - oder Ratsfrau, dann ist das ein Ereignis, dass man TV-mäßig betrachtet gut und gerne als "das größte Politiker-Casting Deutschlands" verkaufen kann. Die Bundestagswahl mal ausgeklammert. Die Wähler-Quote wird das aber wohl nicht beflügeln.
Vielleicht fehlt da ein weiteres neues TV-Format: "Ich kann Wähler!" Also, da wär' ich dabei.





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