Beginnen wir mit einem kleinen Ratespiel: „Aufstieg sichern. Für alle“. Aus welcher Parteien-Feder stammt dieser Slogan wohl? SPD oder Grüne – oder gar von der Linken? Es ist eine schwierige Frage. Aber bleibt Ihnen nicht auch ein wenig das Lachen im Halse stecken, wenn Sie erfahren, dass der Slogan von der FDP stammt? Ausgerechnet von der FDP, die seit fünf Jahren in Nordrhein-Westfalen Regierungspartei ist und den Aufstieg aller längst hätte sichern können?
Die SPD hätte so plakatieren können, nach dem Motto: „Wenn Sie uns wählen, dann denken wir auch an Ihr Schicksal. Wir vertreten nicht nur die Unternehmen und die reichen Bonzen, wir machen vielmehr Politik für den kleinen Mann. Und wir sorgen dafür, dass alle gleichberechtigt teilhaben können an den Möglichkeiten, die diese Gesellschaft bietet.“ Aber die FDP? Schön, dass sie Ziele hat. Aber man könnte auch auf die Idee kommen, dass die FDP unabsichtlich gesteht, dass sie in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. Spielt man in den Parteizentralen eigentlich nicht durch, wie der politische Gegner Slogans und Plakate zu seinen Gunsten drehen kann? So einfach wie in diesem Fall geht’s wohl sonst nur selten.
Vielleicht war die NRW-FDP aber auch nur von ihrer Berliner Parteizentrale schlecht beraten. Guido Westerwelle schreit ebenfalls nach einem deutlicheren Lohnabstand zwischen Hartz-IV-Empfängern und Geringverdienern – und scheint dabei zu vergessen, dass er als Regierungsmitglied die besten Möglichkeiten hat, eine Änderung herbeizuführen. Möglicherweise hat auch die NRW-FDP hehre Ziele, wie mehr soziale Gerechtigkeit im Land, ohne dass ihr bewusst ist, dass sie selbst was dran drehen kann.
Aber wir wollen ja nicht nachtragend sein: Sollte die FDP am 9. Mai noch eine neue Chance zum Regieren bekommen, muss sie - um glaubwürdig zu bleiben – dann aber wirklich alles geben, um den Aufstieg zu sichern. Für alle. Besonders für Schüler und Studenten. Denn wenn sie die neuen Leistungsträger der Gesellschaft werden sollen, brauchen sie ein Studium, in dem sie tatsächlich was fürs Leben lernen und nicht nur von Prüfung zu Prüfung hecheln. Und ich persönlich glaube ja, dass manche Eltern ihren Kindern ein (halbwegs krisenfestes) Studium ausreden, weil das Bankkonto eine dauerhafte Schlankheitskur macht ...
PS: Gestern haben die Ruhr Nachrichten berichtet, dass Ministerpräsident Jürgen Rüttgers das deutsche Volkslied retten will. Die Idee haben wir für einen Weiterdreh aufgegriffen und unsere Twitter-Nutzer gefragt, wie solch ein Lied heißen könnte. Das sind die Vorschläge. Eine ähnliche Aktion haben nun die Grünen in NRW gestartet. Mal gucken, ob sie ähnlich kreative Vorschläge zusammenbekommen.





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