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Wahlwerbung bitte nur in der Freizeit

Arzt

In Witten werben Ärzte für ihr Bürgerforum. Daran ist zunächst einmal nichts auszusetzen. Doch sie tun es im Wartezimmer, und damit ist ein Tabu gebrochen.

 

Als Privatpersonen dürfen Ärzte Wahlwerbung machen, keine Frage. In ihrer professionellen Rolle allerdings sind sie zur Neutralität verpflichtet. Das ist jedenfalls meine Meinung.

 

Wenn ich zum Arzt gehe, bin ich krank – und habe wahrlich andere Sorgen als das persönliche politische Anliegen des Weißkittels.

 

Wenn ich regelmäßig meine Krankenversicherungsbeiträge abführen lasse, erwarte ich in der Praxis eine qualitativ hochwertige, medizinische Leistung – und keine geschriebene Laberei.

 

Wenn ich Wahlwerbung will, gehe ich auf die Straße oder zu einer Podiumsdiskussion – und lasse mich nur ungern zu einer Wahl-Lektüre im Wartezimmer nötigen.

 

Politischer Wahlkampf gehört bei Ärzten in die Freizeit. Wie bei Beamten und Journalisten auch. Das betone ich an dieser Stelle ausdrücklich.

 

 

 

 

 
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